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Nachdem die »Liebesgeschichte von Psychoanalyse und Hysterie« in den 70er merklich abkühlte und vor allem narzisstische Störungen und die Borderline-Störungen zu einer konzeptuellen Veränderung der Psychoanalyse führten, versucht Günter H. Seidler wieder eine Annäherung an die Hysterie. Diese Annäherung wird getragen von der Frage: »Einer der beiden Partner hat sich durch die Beschäftigung mit anderen Störungen und Therapiekonzeptionen zwischenzeitlich erheblich verändert und ist nicht mehr wie früher, was ist aus dem anderen geworden?« Um der Beantwortung dieser Frage etwas näher zu kommen, beschäftigen sich namhafte Autoren und Autorinnen mit der Bedeutung von »Hysterie heute«. Ihre Beiträge dokumentieren die Wandlungsbereitschaft der Hysterie aber auch die Schwierigkeiten mittels eines umfassenden konzeptuellen Netz des Paradiesvogels »Hysterie« habhaft zu werden. Ausgehend von der Annahme, dass die »Hysterie« keine Entität ist, sondern eine Art der Beziehungsgestaltung - die hysterische Patientinnen also nicht durch Wesensmerkmale, sondern durch ihren Kontaktmodus zu sich und anderen zu verstehen sind - , verspricht die Untersuchung des Wechselverhältnisses von »Hysterie« und (überwiegend männlich geprägter) Konzeptbildung eher weiterführend zu sein, als die traditionellen Klassifikationsbemühungen.
Table des matières
InhaltSven Olaf Hoffmann: Die alte Hysterie in den neuen diagnostischen Glossaren Gerrit Hohendorf und Martin Bölle: Wandlungen des psychoanalytischen Konversionsbegriffes Carl Eduard Scheidt und Marc Schlemper: Zur empirischen Validierung der Konversion - eine kritische Bestandsaufnahme Annegret Eckhardt: Die Dissoziation - klinische Phänomenologie, Ätiologie und Psychosomatik Ute Rupprecht-Schampera: »Hysterie« - eine klassische psychoanalytische Theorie? Günter H. Seidler: Hysterie im Verständnis der Alteritätstheorie: Vom Wunsch, »erkannt zu werden« Stavros Mentzos: Affektualisierung innerhalb der hysterischen Inszenierun Alfred Kraus: Identitätsbildung Melancholischer und Hysterischer Dieter Sigmund: Die hysterischen Pseudopsychosen Alfred Kraus: Pseudohysterie Melancholischer Vera King: Halbierte Schöpfungen - Die Hysterie und die Aneignung des genitalen Innenraums: Urszenenphantasien in der Adoleszenz Brigitte Boothe: Appell und Kontrolle - Beziehungsmuster in der männlichen Hysterie Herbert Greß: Über die soziale Botschaft der Hysterie
A propos de l'auteur
Prof. Dr. Günter H. Seidler ist Nervenarzt, Psychoanalytiker, ärztlicher Psychotherapeut und Psychotraumatologe. Er leitet in Heidelberg am Zentrum für Psychosoziale Medizin in der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik die Sektion Psychotraumatologie mit einer großen Traumaambulanz.