Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Carmen Korn |
| Verlag | Kindler |
| Sprache | Deutsch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erschienen | 11.11.2025 |
| EAN | 9783463000725 |
| ISBN | 978-3-463-00072-5 |
| Seiten | 416 |
| Abmessung | 130 mm x 31 mm x 208 mm |
| Gewicht | 451 g |
| Illustration | Mit 1 s/w-Karte |
| Themen |
Belletristik
> Gemischte Anthologien
Liebe, Nachkriegszeit, Hoffnung, Freundschaft, Hamburg, Deutschland, Bundesrepublik, Wiederaufbau, Neubeginn, Familiengeschichte, Nachkriegsdeutschland, Weihnachtsgeschenk, Geschenk für Frauen, Kriegskinder, Kriegsende, Uhlenhorst, Stunde Null, Eimsbüttel, töchter einer neuen zeit, Leseempfehlung, Starke Frauenfiguren, Weihnachtsgeschenk für Mutter, eintauchen, Jahrhundert-Trilogie, Erste Hälfte 20. Jahrhundert (ca. 1900 bis ca. 1950), Weihnachsgeschenk für Frauen, Liebesgeschichte Nachkriegszeit, Hamburg 1946 |
Kundenrezensionen
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Trümmerleben
Mich haben schon immer Erzählungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit fasziniert. „In den Scherben das Licht“ spielt im zerstörten Hamburg und umfasst die Jahre 1946 bis 1955. Eines guten Tages sucht die erst 14jährige Gisela einen neuen Unterschlupf. Sie klettert in einen Keller eines halb abgebrannten Hauses und fällt dabei sprichwörtlich Gert in die Arme. Gert hat, wie auch Gisela, seine Familie in den Kriegswirren verloren. Beide freunden sich schnell an und leben von nun an gemeinsam im Keller. Das Haus gehört der ehemaligen Volksschauspielerin Friede Wahrlich, die froh ist, dass sie nun nicht mehr alleine in dem Haus lebt. Doch es bleibt nicht bei Gisela und Gert. Zu ihnen gesellen sich noch mehr Leute, die nach und nach das Haus bewohnen. Und dann gibt es da noch die Menschen, die in den Gedanken und Gefühlen der Bewohner herumspuken. Ist Friede wirklich verantwortlich für den Tod ihres jüdischen Liebhabers Victor? Wird es Gert gelingen, seine kleine Schwester ausfindig zu machen? Und was ist mit dem Vater von Gisela passiert?
Carmen Korn lässt den Leser nicht nur an den Leben der Protagonisten teilhaben, sondern schildert auch sehr ergreifend, wie das Leben damals im Trümmer-Hamburg sich so abgespielt hat. Wie war es, als es kaum Raum zum Leben und kaum etwas zu essen gab? Wie sah es aus, wenn man sich aus den Trümmern ein neues Leben aufbauen musste? Ich bin ein Nachkriegskind und mir hat das Buch sehr gut vor Augen geführt, wie lange dieser Prozess des Neuaufbaus gedauert hat.
Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut. Er ist flüssig und man fliegt nur so durch die Kapitel. Carmen Korn hat sauber recherchiert und Hamburgkenner, werden mit ihr einen Spaziergang durch die Stadt unternehmen können. Ich kann dieses Buch nur empfehlen! -
Hoffnung zwischen Trümmern
Von Carmen Korn habe ich bereits die Jahrhundert-Trilogie mit großer Begeisterung gelesen. Auch ‚In den Scherben das Licht‘ hat mir gefallen, wenngleich es nicht ganz an die Trilogie herankam.
Auch dieser Roman spielt in Hamburg und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Im Oktober 1946 begegnen wir den drei Protagonisten Giesela, Gert und Friede und begleiten sie bis Dezember 1955.
Neben den drei genannten Figuren treten noch diverse weitere auf, deren Schicksale die Autorin geschickt miteinander verknüpft. Gerade diese interessante Verflechtung der Figuren miteinander und wie sie nach und nach zu einer „Wahlfamilie“ zusammenfinden, hat mir sehr gefallen, auch wenn nicht jeder Charakter mit gleich viel Tiefe erzählt wird. Glücklicherweise war es für mich kein Problem, den Überblick über die Figuren und ihre Beziehungen zueinander zu behalten. Ich kann mir aber vorstellen, dass das nicht für jeden einfach ist. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen.
Die Autorin hat eine außergewöhnliche Erzählweise: Die einzelnen Kapitel haben eine zeitliche Einordnung von Monat und Jahr und bestehen aus Abschnitten, in denen jeweils eine Momentaufnahme einer oder mehrerer Figuren erzählt wird. Manchmal liegen zwischen den Kapiteln nur ein Monat, manchmal aber auch ein Jahr.
Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin trotz – oder vielleicht sogar wegen – dieser schnappschussartigen Erzählweise sehr gut, Atmosphäre aufzubauen. Gerade die ersten Kapitel der Nachkriegsjahre waren sehr bildhaft und nachfühlbar erzählt.
Ich empfand das Pacing allerdings als nicht ganz ausgewogen. Während die Geschichte in der Mitte eher langsam voran ging, reihten sich die Ereignisse gegen Ende Schlag auf Schlag aneinander. Das hätte etwas ausgewogener sein können. Die Begegnung auf der letzten Seite hat mich jedoch sehr gerührt und war für mich ein perfekter Abschluss.
Eine Kleinigkeit, die mich gestört hat, ist, dass Cover und Buchrücken leider nicht zur Gestaltung der anderen Bücher von Carmen Korn passen, obwohl sie im selben Verlag erschienen sind. Bei der Jahrhundert-Trilogie und der Drei-Städte-Diologie wurde auf ein passendes Design geachtet. Das hätte ich mir auch hier gewünscht. -
Hoffnung und Zuversicht
Mit ihrem Roman "In den Scherben das Licht", erschienen im Rowohlt Verlag, nimmt uns Carmen Korn mit in das Hamburg der Nachkriegszeit, auf eine Zeitreise vom Herbst 1946 bis Silvester 1955.
Es ist eine illustre Gesellschaft, die sich in der Küche der ehemaligen Schauspielerin Friede Wahrlich versammelt, nachdem sie sich entschlossen hat, Zimmer an Künstler zu vermieten. Vor diesem Entschluss hatte sie bereits Gert und kurze Zeit später Gisela bei sich im Keller aufgenommen. Die beiden haben im Krieg ihre Familien verloren und wissen nicht wohin. Nachdem der erste Stock des Hauses wieder bewohnbar ist, ziehen schließlich Robert und Ludwig ein. Robert ist Schauspieler und Bühnenbildner und wird allen ein guter Freund und Vertrauter. Ludwig, von allen Lulu genannt, ist homosexuell und wird deswegen von seinem Vater und seinen Brüdern verachtet. Daneben lernen wir noch weitere Personen kennen, die im Leben von Friede vor dem Krieg eine entscheidende Rolle gespielt haben. Alle haben mit den Auswirkungen des Krieges und ihren Dämonen zu kämpfen und obwohl es eine schwere und bittere Zeit ist, spürt man die Zuversicht und Hoffnung.
Carmen Korn hat eine besondere Art zu schreiben, wie man sie bereits aus ihren früheren Romanen kennt. Die Kapitel sind in lockerer chronologischer Reihenfolge und die einzelnen Absätze widmen sich den unterschiedlichen Protagonisten.
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und macht mich dankbar für die unbeschwerte Zeit, in der ich bisher leben durfte.
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