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Marieluise Fleißer, erfolgreiche Stückeschreiberin in den zwanziger Jahren, Freundin Brechts und Feuchtwangers, faßte nach den Jahren ihres Elends zur Zeit des Nationalsozialismus viele Jahre nicht mehr Fuß im Literatur- und Kulturbetrieb, bis sie in den sechziger Jahren von jungen Dramatikern wie Franz Xaver Kroetz und Rainer Werner Fassbinder wiederentdeckt wurde. Danach wurden ihre Stücke erneut und mit großem Erfolg gespielt, und endlich wurde sie auch als Erzählerin einem größeren Publikum bekannt, obschon bereits früh Walter Benjamin die Prosa der Fleißer als »Kunstmittel, ersten Ranges« erkannt und Alfred Kerr ihr Werk schlicht »einen Besitz« genannt hatte.
»Ich wünsche, daß mich vor allem die jungen Leute hören. sehen und lesen und daß sie durch mich einen Einblick bekommen in das, was hinter der Oberfläche steckt«, resümierte Marieluise Fleißer 1973. Sie »kroch immer in ihre Figuren, die sie darstellte. Sie war innen und außen« (Günter Rühle).
Inhaltsverzeichnis
Der Venusberg
Die Dreizehnjährigen
Der Apfel
Moritat vom Institutfräulein
Die Stunde der Magd
Ein Pfund Orangen
Kameraden
Zwischen Schlaf und Schlaf
Die Ziege
Frigid
Das Mädchen Yella
Abenteuer aus dem Englischen Garten
Avantgarde
Das Erwachen der Penelope
Heimkehr
Des Staates gute Bürgerin
Schlagschatten Kleist
Die Versuchung des Neptun
Die im Dunkeln
Eine ganz gewöhnliche Vorhölle
Die letzten Tage und die ersten
Der Rauch
Er hätte besser alles verschlafen
Das Pferd und die Jungfer
Die Frau mit der Lampe
Die brennende Lampe
Über den Autor / die Autorin
Marieluise Fleißer, geb. am 23. November 1901 in Ingolstadt) studierte ab 1920 in München Theaterwissenschaft bei Arthur Kutscher und Germanistik. Sie lernte in dieser Zeit Lion Feuchtwanger und über ihn Bertolt Brecht kennen. Schon als junge Studentin schreibt sie ihr erstes Drama "Die Fußwaschung" (späterer Titel "Fegefeuer in Ingolstadt"). Ab 1925 lebte sie wieder in Ingolstadt, wo sie 1974 starb.
Günther Rühle, einer der angesehensten deutschen Theaterkritiker und Theaterschriftsteller, wurde 1924 in Gießen geboren, war 1960-1985 Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seit 1974 sein Leiter , 1985-1990 Intendant des Frankfurter Schauspiels, danach Feuilletonchef am Berliner Tagesspiegel . Edierte u.a. die Werke von Marieluise Fleißer und Alfred Kerr. Ehrenpräsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Bereits 1963 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis.
Zusammenfassung
Marieluise Fleißer, erfolgreiche Stückeschreiberin in den zwanziger Jahren, Freundin Brechts und Feuchtwangers, faßte nach den Jahren ihres Elends zur Zeit des Nationalsozialismus viele Jahre nicht mehr Fuß im Literatur- und Kulturbetrieb, bis sie in den sechziger Jahren von jungen Dramatikern wie Franz Xaver Kroetz und Rainer Werner Fassbinder wiederentdeckt wurde. Danach wurden ihre Stücke erneut und mit großem Erfolg gespielt, und endlich wurde sie auch als Erzählerin einem größeren Publikum bekannt, obschon bereits früh Walter Benjamin die Prosa der Fleißer als »Kunstmittel, ersten Ranges« erkannt und Alfred Kerr ihr Werk schlicht »einen Besitz« genannt hatte.
»Ich wünsche, daß mich vor allem die jungen Leute hören. sehen und lesen und daß sie durch mich einen Einblick bekommen in das, was hinter der Oberfläche steckt«, resümierte Marieluise Fleißer 1973. Sie »kroch immer in ihre Figuren, die sie darstellte. Sie war innen und außen« (Günter Rühle).