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Schon unsere bergsteigenden Großväter radelten in der Zwischenkriegszeit ins Gesäuse, in die Dolomiten oder zu den Schweizer Viertausendern - allerdings eher wegen der schmalen Reisekasse und nicht, weil das Bergauffahren mit den wuchtigen Waffenrädern so lustig gewesen wäre. Im Chicago der dreißiger Jahre bastelte ein deutscher Einwanderer namens Ignaz Schwinn einen 20 Kilo schweren "Balloon-Bomber". Er sollte zum Vorbild für das erste "Mountainbike" werden, das Charles Kelly, Gary Fisher und Joe Breeze um 1976 in Kalifornien zusammenschraubten. Zehn Jahre später ging schließlich das erste serienmäßige Bergradi (der "Stumpjumper" der Firma Spezialiced) vom Band. Erst belächelt, bescherten die bulligen Bikes dem einstigen Armeleutegefährt Rad einen boomartigen zweiten Frühling. Mit einer Übersetzung zwischen drei Kettenblättern vorne und bis zu acht Zahnkränzen hinten ließen sich selbst saftige Steigungen meistern, die grobstolligen Reifen gaben auch im rauhen Gelände guten Halt, die Bremsen zogen kräftig - ein neues Fahrgefühl war geboren!Zur Massenbewegung wird das alpine Mountainbiken allerdings nie ausarten: Die schweißtreibenden Höhenmeter müssen immer noch mit Muskelschmalz erstrampelt werden - das selbstfahrende Rad mit heliumgefüllten Reifen wurde leider noch nicht erfunden.
Über den Autor / die Autorin
Wolfgang Heitzmann, geboren 1958, ist als Tourismusberater und Reiseredakteur in mehreren europäischen Urlaubsregionen tätig. Als Spezialist für Regionalentwicklung war er u. a. am Aufbau des Nationalparks Kalkalpen beteiligt. Daneben publiziert er in internationalen Magazinen; einige seiner 20 Bücher sind in mehreren Sprachen erschienen.§
Zusammenfassung
Schon unsere bergsteigenden Großväter radelten in der Zwischenkriegszeit ins Gesäuse, in die Dolomiten oder zu den Schweizer Viertausendern - allerdings eher wegen der schmalen Reisekasse und nicht, weil das Bergauffahren mit den wuchtigen Waffenrädern so lustig gewesen wäre. Im Chicago der dreißiger Jahre bastelte ein deutscher Einwanderer namens Ignaz Schwinn einen 20 Kilo schweren „Balloon-Bomber". Er sollte zum Vorbild für das erste „Mountainbike" werden, das Charles Kelly, Gary Fisher und Joe Breeze um 1976 in Kalifornien zusammenschraubten. Zehn Jahre später ging schließlich das erste serienmäßige Bergradi (der „Stumpjumper" der Firma Spezialiced) vom Band. Erst belächelt, bescherten die bulligen Bikes dem einstigen Armeleutegefährt Rad einen boomartigen zweiten Frühling. Mit einer Übersetzung zwischen drei Kettenblättern vorne und bis zu acht Zahnkränzen hinten ließen sich selbst saftige Steigungen meistern, die grobstolligen Reifen gaben auch im rauhen Gelände guten Halt, die Bremsen zogen kräftig - ein neues Fahrgefühl war geboren!
Zur Massenbewegung wird das alpine Mountainbiken allerdings nie ausarten: Die schweißtreibenden Höhenmeter müssen immer noch mit Muskelschmalz erstrampelt werden - das selbstfahrende Rad mit heliumgefüllten Reifen wurde leider noch nicht erfunden.