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Dieses Buch gibt Einblick in die aktuelle Heimerziehungspraxis. Es untersucht den Umgang mit männlichen Jugendlichen, die aufgrund ausgeprägter Sozialverhaltensstörungen als besonders schwierig gelten. Der Autor beleuchtet das wiederholte Scheitern von Hilfeprozessen dabei aus zweidimensionaler Sicht zum einen aus der Perspektive des Pädagogen, zum anderen aus der Erlebnis- und Wirklichkeitskonstruktion des betroffenen Jugendlichen. Beide, der Pädagoge und der Jugendliche, stehen vor einer schier unmöglichen Aufgabe: Unterschiedliche Absichten, Erziehungspraktiken, Freiheitsvorstellungen, Bildungsnotwendigkeiten und Akzeptanzbedürfnisse zu einem für den Jugendlichen gehbaren Weg zusammenzuführen. Das Ziel ist ein Leben in der Gesellschaft, das sich abseits von Gewalt und drohender Kriminalität in Eigenverantwortung organisieren lässt.
Die Arbeit belegt, wie sich Bindungsentbehrungen in früher Kindheit in jugendlichen Lebens lagen auswirken können und zeigt Brücken, über die der Pädagoge einen Zugang zum Jugendlichen und seinen spezifischen Problemen finden kann.
Über den Autor / die Autorin
Karl Mueller hat eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher. Er absolvierte ein Studium der Heilpädagogik und klinischen Sozialarbeit und danach ein postgraduales Weiterbildungsstudium in forensischer Sozialwissenschaft. Derzeit arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist und Fortbilder. Er lebt in Zimmern o.R./ Schwarzwald (Germany).
Bericht
"Die Studie bietet insbesondere für jene Leser eine facettenreiche Einführung in die spezifische Problemstellung, die sich mit grundlegenden Fragen der Legitimation von Heimerziehung am Rande von Zwangskontexten auseinandersetzen wollen." Matthias Moch. Rezension vom 26.01.2011 zu: Karl Mueller: Wenn Heimerziehung scheitert [...]. Centaurus Verlag & Media KG (Freiburg) 2010. 438 Seiten. ISBN 978-3-86226-003-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, Datum des Zugriffs 13.09.2011. Bindungsentbehrungen in früher Kindheit können sich in jugendlichen Lebenslagen auswirken; das dissoziale und gewalttätige Verhalten Jugendlicher kann ein notwendiges Überlebenskonstrukt in einer den jungen Menschen bis dato böswillig verfolgenden Welt sein. Solche ausgeprägt sozialverhaltensgestörte männliche Jugendliche landen in der Regel in der Heimerziehung - und auch hier kann ihnen häufig nicht mehr geholfen werden und auch die Heimerziehung scheitert. Dabei spielt Vaterlosigkeit als Handicap im Leben vieler im Heim untergebrachter Jugendlicher eine wesentliche Rolle. Männlichen Pädagogen kommt dabei eine besondere Rolle zu ... Dieter Bach, lehrerbibliothek.de