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Die feinen Unterschiede - Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft

Deutsch · Taschenbuch

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Beschreibung

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»Bourdieus Analyse des kulturellen Konsums und des Kunstgeschmacks ist trotz der hohen Anforderungen, die sie an den Leser stellt, nicht bloß für Sozialwissenschaftler, Kunstschaffende und Philosophen von Interesse, sondern für alle, die geneigt sind, ihre eigenen, meist als selbstverständlich aufgefaßten kulturellen Vorlieben und Praktiken zu prüfen. Auch wenn in unserem Land die Kultur einen weitaus geringeren Stellenwert hat als in Frankreich und die westdeutschen Klassenunterschiede weniger augenscheinlich sind als die französischen, sind doch die Strukturen der Distinktion überraschend ähnlich. Der Reiz und auch das Verdienst des Buches liegen darin, daß Bourdieu immer im Kontakt zur konkreten Alltagswirklichkeit bleibt. Dafür sorgen schon die zwischen die schwierigen theoretischen Ausführungen und die Masse des empirischen Materials häufig eingeschobenen Fallbeispiele. Sie laden den Leser zur Identifikation ein, so daß er nicht bloß außenstehender Beobachter bleibt, sondern sich selbst als Gegenstand der Analyse entdeckt. Dadurch wird die Lektüre der Feinen Unterschiede für alle, die sich darauf einlassen wollen, zu einem spannenden Selbsterfahrungsprozeß.« Joachim Weiner

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur deutschen Ausgabe
Einleitung
ERSTER TEIL: GESELLSCHAFTLICHE KRITIK DES GESCHMACKSURTEILS
1. Bildungsadel. Titel und Legitimitätsnachweis
Titel
- Die Wirkung des Titels
- Die ästhetische Einstellung
- Reiner und »barbarischer« Geschmack
- »Populäre Ästhetik«
- Ästhetische Distanzierung
- Eine anti-kantianische »Ästhetik«
- Ethik, Ästhetik und Ästhetizismus
- Neutralisierung und das Universum der Möglichkeiten
- Die Distanz zur Notwendigkeit
- Der ästhetische Sinn als Sinn für die Distinktion
Legitimitätsnachweis
- Stil und Erwerbsstil
- Der »Gelehrte« und der »Mann von Welt«
- Erfahrung und Wissen
- Die angestammte Welt
- Geerbtes und erworbenes Kapital
- Die zwei Märkte
- Faktoren und Kräfte
ZWEITER TEIL: DIE ÖKONOMIE DER PRAXISFORMEN
2. Der Sozialraum und seine Transformationen. Klassenlage und soziale Konditionierungen
- Variablen und Variablensysteme
- Die konstruierte Klasse
- Soziale Klasse und Laufbahnklasse
- Kapital und Markt
Ein dreidimensionaler Raum. Die Umstellungsstrategien
- Einstufung, Abstufung, Umstufung
- Umstellungsstrategien und morphologische Veränderungen
- Zeit um zu begreifen
- Eine geprellte Generation
- Der Kampf gegen die Deklassierung
- Die Wandlungsprozesse im Bildungssystem
- Die Konkurrenzkämpfe und die Verschiebung der Struktur
3. Der Habitus und der Raum der Lebensstile
- Die Homologie der Räume
- Form und Substanz
- Drei Arten des Sich-Unterscheidens
- Ungezwungen oder unverfroren?
- Das Sichtbare und das Unsichtbare
- Die Gesamtbereiche der stilistischen Möglichkeiten
4. Die Dynamik der Felder
Das Zusammenspiel von Güterproduktion und Geschmacksproduktion
- Die Wirkung der Homologien
- Wahlverwandtschaften
- Die symbolischen Auseinandersetzungen
DRITTER TEIL: KLASSENGESCHMACK UND LEBENSSTIL
5. Der Sinn für Distinktion
- Aneignungsweisen von Kunst
- Die Varianten des herrschenden Geschmacks
- Der zeitliche Einschnitt
- Temporelle und spirituelle Größen
6. Bildungsbeflissenheit
- Kennen und Anerkennen
- Der Autodidakt und die Schule
- Die Linie und der Hang
- Die Varianten des kleinbürgerlichen Geschmacks
- Das absteigende Kleinbürgertum
- Das exekutive Kleinbürgertum
- Das neue Kleinbürgertum
- Von der Pflicht zur Pflicht zum Genuß
7. Die Entscheidung für das Notwendige
- Der Geschmack am Notwendigen und das Konformitäts-Prinzip
- Herrschaftseffekte
8. Politik und Bildung
- Zensus und Zensur
- Statuskompetenz und Statusinkompetenz
- Das Recht auf Meinungsäußerung
- Die persönliche Meinung
- Produktionsweisen von Meinung
- Sinnverlust und Sinnentstellung
- Moralische und politische Ordnung
- Klassenhabitus und politische Meinung
- Meinungsangebot und Meinungsnachfrage
- Der politische Raum
- Der spezifische Laufbahneffekt
- Politische Sprache
Schluß: Klassen und Klassifizierungen
- Inkorporierte soziale Strukturen
- Begriffsloses Erkennen
- Vom Interesse diktierte Zuschreibungen
- Der Kampf der Klassifikationssysteme
- Realität der Vorstellung und Vorstellung der Realität
Nachschrift: Elemente einer »Vulgärkritik« der »reinen« Kritiken
- Der Ekel vor dem »Leichten«
- »Reflexions- Geschmack« und »Sinnen- Geschmack«
- Das verleugnete gesellschaftliche Verhältnis
- Parerga und Paralipomen

Über den Autor / die Autorin

Pierre Bourdieu (eigentlich Pierre-Félix Bourdieu; 1. August 1930 in Denguin, Pyrénées-Atlantiques; 23. Januar 2002 in Paris) war einer der bekanntesten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Er studierte Philosophie in Paris an der École Normale Supérieure und arbeitete als Lehrer. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Im Jahre 1993 wurde er mit der "Médaille d'or du Centre National de la Recherche Scientifique" (CNRS) ausgezeichnet. Pierre Bourdieus soziologische Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert. Er war bekannt als politisch interessierter und aktiver Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte.

Zusammenfassung


»Bourdieus Analyse des kulturellen Konsums und des Kunstgeschmacks ist trotz der hohen Anforderungen, die sie an den Leser stellt, nicht bloß für Sozialwissenschaftler, Kunstschaffende und Philosophen von Interesse, sondern für alle, die geneigt sind, ihre eigenen, meist als selbstverständlich aufgefaßten kulturellen Vorlieben und Praktiken zu prüfen. Auch wenn in unserem Land die Kultur einen weitaus geringeren Stellenwert hat als in Frankreich und die westdeutschen Klassenunterschiede weniger augenscheinlich sind als die französischen, sind doch die Strukturen der Distinktion überraschend ähnlich. Der Reiz und auch das Verdienst des Buches liegen darin, daß Bourdieu immer im Kontakt zur konkreten Alltagswirklichkeit bleibt. Dafür sorgen schon die zwischen die schwierigen theoretischen Ausführungen und die Masse des empirischen Materials häufig eingeschobenen Fallbeispiele. Sie laden den Leser zur Identifikation ein, so daß er nicht bloß außenstehender Beobachter bleibt, sondern sich selbst als Gegenstand der Analyse entdeckt. Dadurch wird die Lektüre der
Feinen Unterschiede
für alle, die sich darauf einlassen wollen, zu einem spannenden Selbsterfahrungsprozeß.«
Joachim Weiner

Zusatztext

»Sein Buch ist nicht nur die Beschreibung eines Phänomens, es ist das Phänomen selbst.«

Bericht

»Sein Buch ist nicht nur die Beschreibung eines Phänomens, es ist das Phänomen selbst.« Wolf Lepenies Frankfurter Allgemeine Zeitung 19830329

Produktdetails

Autoren Pierre Bourdieu
Mitarbeit Achim Russer (Übersetzung), Bernd Schwibs (Übersetzung)
Verlag Suhrkamp
 
Sprache Deutsch
Produktform Taschenbuch
Erschienen 24.01.2001
 
EAN 9783518282588
ISBN 978-3-518-28258-8
Seiten 910
Abmessung 108 mm x 176 mm x 30 mm
Gewicht 581 g
Serien suhrkamp taschenbuch wissenschaft
Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft
suhrkamp taschenbuch wissenschaft
Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft
Themen Sozialwissenschaften, Recht,Wirtschaft > Soziologie > Soziologische Theorien

Gesellschaft (soziologisch), Ästhetik, Kultursoziologie, Verstehen, Urteil, Urteilsbildung, Soziologie: Sport und Freizeit, auseinandersetzen

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