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Wanderungen über Gesellschaftsgrenzen hinweg wurden, historisch gesehen, immer wieder aus unterschiedlichsten Perspektiven beschrieben. Entsp- chend existieren sehr viele aus Literatur, Philosophie und verschiedenen Wissenschaften gespeiste Vorstellungen über das Phänomen der Migration. Im sozialwissenschaftlichen Kontext richtete sich die Aufmerksamkeit v- wiegend auf Motive und Hintergründe, die Menschen dazu bewegen, einen Ort mit seinen sozialen Kontexten zu verlassen und an einen anderen zu z- hen. Spezifische Erfahrungen in der Fremde sowie Haltungen gegenüber verlassenen sozialen und lokalen Bezügen waren immer wieder Gegenstand der Beobachtung und Analyse. MigrantInnen sind so auch in wissenschaft- chen Vorstellungen bereits als soziale Typen figuriert: als Glückssucher, Flüchtlinge, Verfolgte, Vertriebene, Gastarbeiter, Kosmopoliten, Innova- ren, (moderne) Nomaden, Vagabunden, Entwurzelte, (marginalisierte) - ßenseiter, Ausländer, Abenteurer oder schlicht Fremde, um nur einige mit mehr oder weniger weit reichenden Konnotationen aufgeladene Bezeichn- gen zu nennen. MigrantInnen greifen auf diese und andere figurative A- drücke zurück, um ihre Erfahrungen beschreibbar und anderen gegenüber verständlich zu machen. Sie müssen ihnen allerdings auch entgegenarbeiten, wenn sich ihre Erlebnisse den sozialen und wissenschaftlichen Vorstellungen nicht zu- oder gar unterordnen lassen.
Inhaltsverzeichnis
Migration als Forschungsgegenstand.- Figuren, Positionen und Erfahrungen des Fremden.- Biographische Perspektiven.- Der Forschungsprozess.- Die Biographien.- Die rekonstruierten Biographien im Vergleich.- Migration - Fremdheit - Biographie.
Über den Autor / die Autorin
Dr. Roswitha Breckner ist am Institut für Allgemeine Soziologie und Wirtschaftssoziologie der Wirtschaftsuniversität Wien tätig
Zusammenfassung
Roswitha Breckner untersucht die biografische Bedeutung von Migrations- und Fremdheitserfahrungen. Diese werden anhand der Lebensgeschichten von Migrantinnen aus Rumänien, Ungarn, Polen und Russland, die vor 1989 in den „Westen“ kamen, rekonstruiert.
Vorwort
Zum Umgang mit polarisierten Welten in Ost-West-Europa