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Was ist Dichtung

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Dichtung im emphatischen Sinne ist - so machen alle Beiträge in je eigener Weise deutlich - "reinste und höchste Erscheinung des Poetischen". Ihr ästhetisches Kennzeichen ist die Struktur der Transgression. Ihre philosophisch-erkenntnistheoretische Voraussetzung sind e negativo der Platonismus und e positivo der Neuplatonismus. Mithin kann von einer Ästhetisierung (neu)platonischer Philosopheme gesprochen werden, auch anders: von einer Immanentisierung der Transzendenz. Insofern ist Dichtung ,platonisch und ,antiplatonisch zugleich. In intensivster Ausprägung der Poetizität, mithin in der höchstmöglichen Abstraktion von jeglicher äußeren Wirklichkeit und in der radikalen Konzentration auf die Sprache in ihrer materialen Eigenwertigkeit intendiert Dichtung, jegliche Materialität zu überwinden, die letztlich unaufhebbare Immanenz der Sprache zu transzendieren - mit dem Ziel, absolute Reinheit zu gewinnen, ,vollkommen zu werden. Die einzelnen Beiträge des Bandes "Was ist Dichtung?" belegen exemplarisch an poetischen Texten von Homer über die Spätantike und die Epoche der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert dieses durchaus emphatische Verständnis von Dichtung, das sich von ,Literatur unterscheidet

Zusammenfassung

Dichtung im emphatischen Sinne ist - so machen alle Beiträge in je eigener Weise deutlich - "reinste und höchste Erscheinung des Poetischen". Ihr ästhetisches Kennzeichen ist die Struktur der Transgression. Ihre philosophisch-erkenntnistheoretische Voraussetzung sind
e negativo der Platonismus und e positivo der Neuplatonismus. Mithin kann von einer Ästhetisierung (neu)platonischer Philosopheme gesprochen werden, auch anders: von einer Immanentisierung der Transzendenz. Insofern ist Dichtung 'platonisch' und 'antiplatonisch' zugleich. In intensivster Ausprägung der Poetizität, mithin in der höchstmöglichen Abstraktion von jeglicher äußeren Wirklichkeit und in der radikalen Konzentration auf die Sprache in ihrer materialen Eigenwertigkeit intendiert Dichtung, jegliche Materialität zu überwinden, die letztlich unaufhebbare Immanenz der Sprache zu transzendieren - mit dem Ziel, absolute Reinheit zu gewinnen, 'vollkommen' zu werden.

Die einzelnen Beiträge des Bandes "Was ist Dichtung?" belegen exemplarisch an poetischen Texten von Homer über die Spätantike und die Epoche der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert dieses durchaus emphatische Verständnis von Dichtung, das sich von 'Literatur' unterscheidet

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