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Bilder sind in unserer Kultur allgegenwärtig und gewinnen auch in den Wissenschaften zunehmend an Bedeutung. Entsprechend war in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt von einer Wende zum Bild - vom visualistic oder pictorial turn - die Rede, ohne daß der damit verbundene Anspruch bislang ausreichend begründet worden wäre. Er bleibt daher zunächst nur Ausdruck des rasanten Anstiegs von bildhaften Darstellungen in allen wichtigen Bereichen der Gesellschaft. In diesem Band werden die tieferen Wurzeln der Bildthematik ausgelotet, um ihre theoretische Fundierung zu ermöglichen. Hierbei geht es zum einen um die anthropologischen Grundlagen der Bildthematik, etwa um die Neurobiologie der Bildwahrnehmung oder den Zusammenhang zwischen Bild und Evolution, zum anderen um eine kurze Theoriegeschichte der wichtigsten bildwissenschaftlichen Traditionen. Der Band schließt mit einer ersten Bilanz der derzeit aktuellen Diskussion zur visuellen Kultur.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Anthropologische Grundlagen
Franz M. Wuketits Bild und Evolution. Bilder: des Menschen andere Sprache
Gerhard Bosinski Das Bild in der Altsteinzeit
Jan Assmann Altägyptische Bildpraxen und ihre impliziten Theorien
Wolf Singer Das Bild in uns. Vom Bild zur Wahrnehmung
Hans-Jçrg Rheinberger Sichtbar Machen. Visualisierung in den Naturwissenschaften
Oliver Robert Scholz Abbilder und Entwürfe. Bilder und die Strukturen der menschlichen Intentionalität
Theoriegeschichte
Stefan Majetschak Die Sichtbarkeit des Bildes und der Anblick der Welt. Über einige Anregungen Konrad Fiedlers für die Bild- und Kunsttheorie
Michael Diers Atlas und Mnemosyne. Von der Praxis der Bildtheorie bei Aby Warburg
Felix Tharlemann Ikonographie, Ikonologie, Ikonik. Max Imdahl liest Erwin Panofsky
Winfried Nçth Bildsemiotik
Antje Kapust Phänomenologische Bildpositionen
Jakob Steinbrenner Bildtheorien der analytischen Tradition
Visual Culture
W. J.T. Mitchell Vier Grundbegriffe der Bildwissenschaft
Tom Holert Regimewechsel. Visual Studies, Politik, Kritik
Gustav Frank Literaturtheorie und Visuelle Kultur
Klaus Sachs-Hombach und Jörg R. J. Schirra Medientheorie, visuelle Kultur und Bildanthropologie
Über den Autor / die Autorin
Klaus Sachs-Hombach Jg. 1957, 1979-1990 Studium der Philosophie, Psychologie und Germanistik an der Universität Münster, 1990 Promotion. 1990-1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Magdeburg. Seit 1997 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Simulation und Graphik der Universität Magdeburg.
Zusammenfassung
Bilder sind in unserer Kultur allgegenwärtig und gewinnen auch in den Wissenschaften zunehmend an Bedeutung. Entsprechend war in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt von einer Wende zum Bild – vom visualistic oder pictorial turn – die Rede, ohne daß der damit verbundene Anspruch bislang ausreichend begründet worden wäre. Er bleibt daher zunächst nur Ausdruck des rasanten Anstiegs von bildhaften Darstellungen in allen wichtigen Bereichen der Gesellschaft. In diesem Band werden die tieferen Wurzeln der Bildthematik ausgelotet, um ihre theoretische Fundierung zu ermöglichen. Hierbei geht es zum einen um die anthropologischen Grundlagen der Bildthematik, etwa um die Neurobiologie der Bildwahrnehmung oder den Zusammenhang zwischen Bild und Evolution, zum anderen um eine kurze Theoriegeschichte der wichtigsten bildwissenschaftlichen Traditionen. Der Band schließt mit einer ersten Bilanz der derzeit aktuellen Diskussion zur visuellen Kultur.
Bericht
"Die Bildwissenschaften sind in den letzten Jahren zu einer sehr erfolgreichen akademischen Neugründung geworden. Das nicht zuletzt dank der beharrlichen Arbeit des Herausgebers. Das schlägt sich in der Liste der Autoren nieder. An ihr lässt sich ablesen, dass die junge Disziplin allmählich zu ihren akademischen Meriten kommt." (Stefan Heidenreich, Cargo)