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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: sehr gut, Universität Koblenz-Landau (Institut für Philosophie Landau), 30 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Gegensatz zu weiten Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften, in denen die Texte Foucaults den Modus der wissenschaftlichen Reflexion "affiziert und umgelenkt" (Honneth & Saar 2003, 9) haben, ist die akademische Psychologie - zumindest im deutschsprachigen Raum - für dessen Veröffentlichungen taub geblieben. Es wird im Folgenden nicht darum gehen, in diesem Versäumnis Platz zu nehmen und mögliche Konstellationen zu erproben - sei es, dass man Foucault für die Psychologie fruchtbar macht, sei es, dass man sich in seinen "Werkzeugkisten" (Foucault 1976, 53) bedient, um die Psychologie "kurzzuschließen". Die vorliegende Arbeit verfolgt eine bescheidenere, eher aufarbeitende Absicht: Ziel ist es, an die "ersten, unbekümmerten Schritte" (Dembowski 2002, 201) zu erinnern, die Foucault auf der unsicheren Grenze zwischen Psychologie und Philosophie unternimmt - in der Hoffnung, den Augenblick einzufangen, in dem das Denken Foucaults aus den Bahnen seines Faches ausschert. Hierzu bietet es sich an, auf zwei bisher kaum beachtete Artikel zurückzugreifen, die Foucault 1953 verfasst hat (Eribon 1999, 78; 89) und die vier Jahre später an unterschiedlichen Orten veröffentlicht worden sind - namentlich 'La psychologie de 1850 à 1950' und 'La recherche scientifique et la psychologie'. Im systematischen Durcharbeiten dieser Texte, das der Darstellung gegenüber dem Kommentar den Vorzug gibt, entfaltet sich einerseits die psychologische Theorien- und Forschungslandschaft der Nachkriegszeit, andererseits das Panorama einer scharfen Krisendiagnose. Der Ort, von dem aus Foucault seine Kritik vorträgt, bleibt dabei seltsam unbestimmt: er ist mit einer "häretischen Psychologie" (S