Mehr lesen
Der Hexenglaube im Mittelalter und der Frühen Neuzeit war Teil einer magischen Sicht der Welt. Die Menschen glaubten an Geister und Dämonen, Magie gehörte zum Alltag. Johannes Dillinger führt in diese Welt ein und erläutert die kulturellen Bedingungen, unter denen Vorstellungen wie Hexentanz und Teufelspakt entstanden. Dabei zeigt er, warum neben Kirche, Staat und Wissenschaft auch die Bevölkerung eine Verfolgung der Hexen nicht nur tolerierte, sondern vehement forderte. Er rekonstruiert die sozialen und politischen Voraussetzungen der Hexenprozesse sowie die Durchführung der Hexenjagden. Ein Ausblick in die Gegenwart verdeutlicht, dass der Hexenglaube nach wie vor lebendig ist. Die Darstellung der Geschichte der Hexenprozesse verknüpft der Autor mit einer Einführung in die historische Hexenforschung der letzten vier Jahrzehnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung . . 7
2. Magie und Hexerei - Definitionen in Gegenwart und Vergangenheit . . . . 13
2.1. Magie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.2. Aberglauben und Volksglauben . . . . . . . . . . 18
2.3. Der elaborierte Hexereibegriff . . . . . . . . . . . 19
3. Magie und Geisterglauben: Inhalte und Deutungen . . 25
3.1. Sparten und Träger von Magie . . . . 25
3.2. Geisterglauben . . 38
3.3. Dämonologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
3.4. Der Hexensabbat: Magier und Ketzer werden Hexen . . 55
4. V oraussetzungen und rechtliche Bedingungen der Hexenprozesse . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
4.1. Ursachen . . . . 74
4.2. Der Hexenprozess: Gesetze und Verfahren . . . . 80
5. Strukturen und Akteure der Hexenverfolgungen . . . . 88
5.1. Prozesszahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
5.2. Inquisition . . . . . . 92
5.3. Weltliche Gerichte: Systeme geringer Distanz . . 96
5.4. Weltliche Gerichte: Systeme großer Distanz . . 106
6. Die Opfer der Hexenverfolgungen . . 114
6.1. "Realitätsthesen": Hexenprozessopfer als religiös-kultische Gruppe? . . . 114
6.2. Hexenverfolgung = Frauenverfolgung? . . . . . 119
6.3. Spezifische Verdachtsmomente . . 128
7. Das Ende der Hexenverfolgungen . . 137
7.1. Kritische Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
7.2. Wandel in Administration und Gesetzgebung . . 144
7.3. Soziale Veränderungen . . . 149
8. Magie und Hexen nach den Hexenverfolgungen . . 152
8.1. Weiterbestehen der Hexenangst . . . . 152
8.2. Neue Möglichkeiten, neue Märkte, neue Magie . . 159
8.3. Alte Magie und neue Religionen . . 163
9. Schlussbetrachtung . . . 170
Institutionen und Kooperationen . . . . . . . . . . . . . 172
Auswahlbibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192
Personen- und Ortsregister . . . . . . . . . . . . . . . . 195
Über den Autor / die Autorin
Johannes Dillinger, Dr. phil., geb. 1968, ist Historiker. Promoviert und habilitiert an der Universität Trier; lehrt als Senior Lecturer in Oxford Brookes. 2009 war er mit einem Heisenberg-Stipendium Gastdozent an der Universität Mainz. Er bearbeitet Themen der Kultur- sowie der Rechtsgeschichte.
Zusammenfassung
Der Hexenglaube im Mittelalter und der Frühen Neuzeit war Teil einer magischen Sicht der Welt. Die Menschen glaubten an Geister und Dämonen, Magie gehörte zum Alltag. Johannes Dillinger führt in diese Welt ein und erläutert die kulturellen Bedingungen, unter denen Vorstellungen wie Hexentanz und Teufelspakt entstanden. Dabei zeigt er, warum neben Kirche, Staat und Wissenschaft auch die Bevölkerung eine Verfolgung der Hexen nicht nur tolerierte, sondern vehement forderte. Er rekonstruiert die sozialen und politischen Voraussetzungen der Hexenprozesse sowie die Durchführung der Hexenjagden. Ein Ausblick in die Gegenwart verdeutlicht, dass der Hexenglaube nach wie vor lebendig ist. Die Darstellung der Geschichte der Hexenprozesse verknüpft der Autor mit einer Einführung in die historische Hexenforschung der letzten vier Jahrzehnte.
Vorwort
Historische Einführungen
Herausgegeben von Frank Bösch (Gießen), Angelika Epple (Hamburg), Andreas Gestrich (Trier/London), Inge Marszolek (Bremen), Barbara Potthast (Köln), Susanne Rau (Dresden), Hedwig Röckelein (Göttingen), Gerd Schwerhoff (Dresden) und Beate Wagner-Hasel (Hannover)
Bericht
"Johannes Dillinger hat eine sehr gelungene Einführung zur Hexenforschung vorgelegt, die neben Studierenden aller Semester auch all jenen empfohlen werden kann, die sich einen raschen und dennoch fundierten Überblick über "Hexen und Magie" verschaffen möchten." (Bayer. Jahrbuch für Volkskunde, 01.10.2009)