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Ein doppelter Adventskalender bildet die Form dieses poetischen Erinnerungsromans: 2 × 24 Miniaturen, die sich langsam zu einem flirrenden Mosaik fügen - eines, das leuchtet und schmerzt zugleich.
Der Erzähler, genannt "der Türchenöffner", blickt dem Kind seiner eigenen Vergangenheit über die Schulter: "dem Buddli". Wie ein Kalender voller kleiner Offenbarungen öffnet sich Szene um Szene - Erinnerungs-Türchen, hinter denen sich ein Kindheitsuniversum auftut. Da liegen Hanns-Martin Schleyers Lippen wochenlang auf dem Fernsehschirm. Die Rote Armee Fraktion wirft ihren Schatten bis in die Innerschweiz. Ein Schüler wird zur Zielscheibe, weil er der Liebling der Lehrerin ist. Und irgendwo scheint Horw plötzlich an der Grenze zu Italien zu liegen.
Der Türchenöffner sitzt mit dem Buddli auf der Tribüne beim Heimspiel des kleinen FC Luzern gegen das große GC, teilt mit ihm eine grüne Banane - und weint, als John Lennon stirbt. Er folgt Winnetous lautlosen Spuren, dem Rückzug des Buddli in die Falte eines Priestergewandes, dem erzwungenen Zugang zu Katjas Brust. Und dann ist da noch das Auto, das langsam durch die Waschanlage fährt, während innen alles in Bewegung gerät.
"Der Schlaf hat einen Schlitz am Kopf" ist ein Roman über das Flimmern von Erinnerung und das Echo von Verlust. Ein stilles, mutiges Debüt - vielschichtig, schmerzhaft genau und radikal persönlich.
Über den Autor / die Autorin
Beat Christen, 1965 in Luzern geboren wächst in Horw neben dem ersten Autobahnabschnitt der Schweiz auf und seit 2002 hinter dem Schloss von Oron vielleicht weiter. Der Mensch ist der Mensch des Menschen könnte sein sonderbarstes Werk sein. Es erscheint 1994 in sieben Exemplaren. Zwei davon warten seither in der Schweizerischen Nationalbibliothek und in der Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne geduldig auf Leser. Der Innerschweizer ist wahrscheinlich der Erfinder zweisprachiger Lyrik, allerdings unpatentiert. Poser un lapin Versetzt erscheint 2001 bei den Editions Empreintes. Der Limmatverlag und die Editions d'en bas veröffentlichen 2003 den Band Leer Réel. Bei denselben Verlagen kommt 2014 das Buch Wie ein Wie Qu'homme heraus. Hierin kreuzen sikh Lyrik und Prosa. Seit zwanzig Jahren übt sich Beat Christen im mündlichen Erzählen. Nichtsdestotrotz schreibt er weiter.
Zusammenfassung
Ein doppelter Adventskalender bildet die Form dieses poetischen Erinnerungsromans: 2 × 24 Miniaturen, die sich langsam zu einem flirrenden Mosaik fügen – eines, das leuchtet und schmerzt zugleich.
Der Erzähler, genannt "der Türchenöffner", blickt dem Kind seiner eigenen Vergangenheit über die Schulter: "dem Buddli". Wie ein Kalender voller kleiner Offenbarungen öffnet sich Szene um Szene – Erinnerungs-Türchen, hinter denen sich ein Kindheitsuniversum auftut. Da liegen Hanns-Martin Schleyers Lippen wochenlang auf dem Fernsehschirm. Die Rote Armee Fraktion wirft ihren Schatten bis in die Innerschweiz. Ein Schüler wird zur Zielscheibe, weil er der Liebling der Lehrerin ist. Und irgendwo scheint Horw plötzlich an der Grenze zu Italien zu liegen.
Der Türchenöffner sitzt mit dem Buddli auf der Tribüne beim Heimspiel des kleinen FC Luzern gegen das große GC, teilt mit ihm eine grüne Banane – und weint, als John Lennon stirbt. Er folgt Winnetous lautlosen Spuren, dem Rückzug des Buddli in die Falte eines Priestergewandes, dem erzwungenen Zugang zu Katjas Brust. Und dann ist da noch das Auto, das langsam durch die Waschanlage fährt, während innen alles in Bewegung gerät.
„Der Schlaf hat einen Schlitz am Kopf“ ist ein Roman über das Flimmern von Erinnerung und das Echo von Verlust. Ein stilles, mutiges Debüt – vielschichtig, schmerzhaft genau und radikal persönlich.