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Femizid als wichtiges Thema, aber schwache Ausführung
Cristina Rivera Garza widmet sich in ihrem Buch "Lilianas unvergänglicher Sommer" einem enorm wichtigen Thema, über das nicht genug geschrieben werden kann. Die Autorin geht auf Spurensuche beim Mord an ihrer kleinen Schwester, der bereits vor 30 Jahre geschah. Ein Femizid, denn der Täter ist der Ex-Partner des Opfers. Dabei stellt sie sich der Bürokratie und Korruption Mexikos entgegen.
Der Aufbau des Buches ist chaotisch und unzusammenhängend. Die Kapitel sind enorm kurz, die Autorin springt in der Zeit und inkludiert unterschiedliche Stilmittel, wie Gedichte, Bilder, Auszüge aus Schriftstücken. Zudem wechseln die Perspektiven, aus denen erzählt wird, in denen Erinnerungen von Freund:innen und Familie kapitelweise geschildert werden. Dadurch ist es teilweise schwer zu folgen. Den Schreibstil finde ich leider auch ziemlich anstrengend, wie Prosa und gleichzeitig trocken. Somit nicht das, was ich mir für ein Buch dieser Art gewünscht hätte. Zudem sind mir zu viele unwichtige Details enthalten, wodurch sich das Buch arg in die Länge zieht. Ich verstehe, dass die Autorin das Leben ihrer Schwester möglichst lückenlos rekonstruieren möchte und alles daran setzt den Leser*innen Lilianas Charakterzüge näherzubringen. Leider führt all das dazu, dass ich keinen emotionalen Bezug zu Liliana finden konnte.
Insgesamt ist das Buch eine wichtige Aufarbeitung eines realen Femizids und ich bin froh, es gelesen zu haben. Es fällt mir schwer keine gute Sternebewertung zu geben, aber dies entspricht meinem persönlichen Lesevergnügen. Trotzdem verstehe ich, warum viele Leser:innen das Buch als wunderschönes Tribut der Autorin an ihre Schwester sehen. -
Verlust der Schwester durch einen Femizid - Wer war Liliana?
Mexiko-Stadt, Juli 1990. Eine junge, zwanzigjährige Studentin wird von ihrem Ex-Freund ermordet. Ein Femizid zu einer Zeit und in einem Land, in dem dieses Thema noch stark unter den Teppich gekehrt wurde. Ein Mörder, der auch 29 Jahre später noch nicht gefasst wurde und immer noch irgendwo auf freiem Fuß ist.
Die Handlung klingt nach einem Kriminalroman, doch sie hat sich so im echten Leben zugetragen. Aber darum geht es nicht in diesem Buch, zumindest nicht so, wie es zu Beginn scheinen mag.
Cristina Rivera Garza hat mit diesem Buch die Geschichte ihrer Schwester Liliana aufgeschrieben. Sie zeichnet das Bild von Lilianas Jugendtagen bis hin ins junge Erwachsenenalter. Wer war Liliana? Und wer war sie für andere und andere für sie? Anhand von Briefen, Tagebucheinträgen, Gesprächen und Erinnerungen bekommt man als Leser*in einen Einblick in das Leben einer jungen Frau mit Stärken und Schwächen, einer Frau, die man kennen oder selbst sein könnte; einer Frau, die viel zu schnell gehen musste. Eine Frau, die in eine Beziehung geriet, die ihr im Nachhinein zum Verhängnis wurde, selbst nachdem diese schon lange vorbei war. Eine Frau die ermordet wurde und deren Fall kein faires Urteil erhielt.
Rivera Garza hat eine wichtige und herzzerreißende Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen geschrieben, aber darüber hinaus hat sie der Welt mit diesem Buch gezeigt, dass hinter jedem Femizid ein Mensch, eine Frau, mit ihrer eigenen Geschichte steckt. Daher vergebe ich 4,5 Sterne. -
Gerechtigkeit für die Schwester
In diesem Buch erzählt Cristina Rivera Garza die Geschichte ihrer Schwester Liliana, die im Jahr 1990 in Mexiko von ihrem Ex-Freund getötet wurde. Das Buch ist nicht nur eine persönliche Erinnerung, sondern auch ein Aufruf gegen Gewalt an Frauen - ein Aufruf für Gerechtigkeit für ihre Schwester.
Die Autorin sucht in alten Briefen, Tagebüchern und Gesprächen mit Freundinnen nach Lilianas Leben. Sie zeigt, wie fröhlich, klug und stark Liliana war – aber auch, wie sehr sie unter der Kontrolle und Gewalt ihres Freundes gelitten hat.
Das Buch ist traurig, aber auch stark. Es spricht offen über Femizid – das bedeutet. In Mexiko passiert das immer noch sehr oft, und viele Täter werden nicht bestraft. Cristina Rivera Garza will das ändern, indem sie Lilianas Geschichte erzählt.
Das Buch ist poetisch und tiefgründig geschrieben.
Ein wichtiges Buch, eine wichtige Erinnerung an eine Frau voller Leben.
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Porträt der Schwester
Die Pulitzerpreisträgerin Cristina Rivera Garza hat ein ergreifendes Porträt ihrer Schwester gezeichnet. Sie rekonstruiert das Leben von Liliana, die vor drei Jahrzehnten ermordet wurde. Ihre Schwester war 20 Jahre als als ihr das Leben von ihrem Ex - Partner brutal genommen wurde, der dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Unfassbar ist das Leid der Angehörigen und Freunde, unvorstellbar das Versagen von Behörden und Justiz.
C.R. Garza begibt sich auf Spurensuche, es ist eine Reise in die Vergangenheit. Anhand von Briefen, Tagebucheinträgen und Fotos bringt sie einem ihre Schwester Liliana ganz nah.
Liliana war eine kluge und schlagfertige junge Frau, sie studiert, ist beliebt bei ihren Kommilitonen. Feinfühlig und emotional wird das Leben der Schwester beschrieben, gleichzeitig ist die Sprache auch kraftvoll. Der preisgekrönte Roman ist eine Form der Trauerbewältigung und auch Anklage. C.R. Garza hat ihrer Schwester ein literarisches Denkmal gesetzt. Sie hat ein tief berührendes und zugleich hochpolitisches Buch geschrieben, das einen so schnell nicht wieder loslässt. Unbedingt lesen.
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