Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Tahsim Durgun |
| Verlag | Droemer/Knaur |
| Sprache | Deutsch |
| Produktform | Taschenbuch |
| Erschienen | 01.03.2025 |
| EAN | 9783426561140 |
| ISBN | 978-3-426-56114-0 |
| Seiten | 208 |
| Abmessung | 136 mm x 17 mm x 211 mm |
| Gewicht | 230 g |
| Themen |
Sachbuch
> Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
> Biographien, Autobiographien
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Kundenrezensionen
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Mehr als eine Biografie - Mama, Deutschland und ich
Tahsim Durguns "Mama, bitte lern deutsch" ist ein ebenso humorvolles wie nachdenklich machendes Buch über das Aufwachsen mit Migrationsgeschichte in Deutschland. Mit einer Mischung aus Biografie und Gesellschaftsanalyse schildert er seine eigenen Erfahrungen als Sohn einer kurdischen Mutter, die ohne Deutschkenntnisse in Deutschland lebt. Schon als Kind muss er für sie dolmetschen, Formulare übersetzen und die Hürden der deutschen Bürokratie meistern. Dabei wirft er einen schonungslosen Blick auf Themen wie Integration, Alltagsrassismus und die Herausforderungen des deutschen Bildungssystems.
Trotz der teils schweren Thematik gelingt es Durgun, immer wieder humorvolle und absurde Momente einzufangen. Besonders die Szene mit der Fußwaschung im Religionsunterricht oder der Schulbasar mit den toten Tieren sorgen für Lacher. Gleichzeitig berühren Passagen wie die poetische Beschreibung des Teetrinkens als Mittel gegen Kummer zutiefst („Ich trinke den Çay nicht nur, um Çay zu trinken. Ich trinke ihn, um meinen Kummer wegzuspülen.“ – S. 49). Auch gesellschaftskritische Passagen stechen heraus, etwa die Beobachtung auf Seite 133: „Ich finde es immer lustig, wenn sich die Leute der Sprache meiner Mutter anpassen und ein weißer Arzt, der gerade noch erklärt hat, dass er an irgendeiner prestigeträchtigen Universität studiert hat, so redet, als müsse er demnächst einen Asylantrag stellen.“
Das Buch beschreibt nicht nur Durguns eigene Erlebnisse, sondern stellt sie in einen größeren gesellschaftlichen Kontext. Die strukturellen Herausforderungen, mit denen Kinder aus Migrantenfamilien konfrontiert sind – von Bildungshindernissen bis hin zu Integrationsdebatten – werden dabei eindrucksvoll beleuchtet. Die Schilderungen von Ungerechtigkeiten im Schulsystem sind ernüchternd und leider nicht neu. Gerade Leser:innen, die sich bereits intensiv mit diesen Themen beschäftigt haben, werden hier wenig Überraschungen finden.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass Durgun an manchen Stellen eine tiefere Sensibilität für intersektionale Themen hätte zeigen können. Dennoch bleibt das Buch durchgehend packend und emotional berührend. Besonders schön ist die Widmung am Anfang: „Dieses Buch widme ich allen Kindern, die ihre Träume kleinhalten, damit ihre Mütter eines Tages größer träumen können.“ Ein Satz, der die gesamte Essenz des Buches einfängt.
Fazit: "Mama, bitte lern deutsch" ist ein wichtiges Buch über Zugehörigkeit, Sprachbarrieren und gesellschaftliche Hürden. Durguns Humor, seine poetische Sprache und seine pointierte Gesellschaftskritik machen es zu einer bereichernden Lektüre. Für mich 4,5 von 5 Sternen – absolute Leseempfehlung!
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