Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Lucy Fricke |
| Verlag | Claassen Verlag |
| Sprache | Deutsch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erschienen | 11.08.2022 |
| EAN | 9783546100052 |
| ISBN | 978-3-546-10005-2 |
| Seiten | 256 |
| Abmessung | 121 mm x 15 mm x 195 mm |
| Gewicht | 365 g |
| Themen |
Belletristik
> Erzählende Literatur
> Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Aussenpolitik, Diplomatie, Konsulat, Türkei, Politik, Unterhaltung, Pressefreiheit, Uruguay, auseinandersetzen, Deutsch-Türische Beziehungen, ca. 2020 bis ca. 2029 |
Kundenrezensionen
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Humorvoll
Die Protagonistin Fred ist eine Diplomatin, die immer versucht, nach den Vorschriften zu handeln. Sie ist eine Karrierefrau, die im Privatleben einsam und nicht glücklich ist. Die Darstellung dieser Figur, 2 Seiten einer Persönlichkeit sowie die Beziehung zur ihrer Mutter haben mir sehr gut gefallen.
Die Autorin schildert das Leben einer Diplomatin, wobei das Ganze humorvoll beschrieben wird. In Istanbul ändert Einiges für Fred. Sie lernt, ihre Pflichten umzugehen, um das erwünschte Ergebnis zu erreichen. Am Ende muss man genau das Gegenteil machen. Die aktuellen Themen im Roman wurden gut umgesetzt. Die Politik spielt eine wichtige Rolle im Buch, aber im Vordergrund stehen die Normen und Werte einer Diplomatin, die nur das Beste aus ihrem Job machen will.
Die anderen Charaktere kamen mir oberflächlich vor, aber das hat mich nicht gestört. Das Einzige, was mich gestört hat, waren die zahlreichen Leerstellen, die meine Wahrnehmung der Geschichte in einem gewissen Grad beeinflusst haben. Daher wirkte die ganze Geschichte für mich zu gekünstelt.
Insgesamt war es ein unterhaltsames und nicht sehr politisches Buch, das ich meinerseits weiterempfehlen kann. -
Politisch brisante Irrwege
Lucy Frickes neuer Roman „Die Diplomatin“ taucht im modern-rasanten Ton tief in die diplomatischen Gefilde ein und zeigt eine authentische und tiefenscharf gezeichnete Botschafterin, die ambitioniert um ihre Ideale an die Diplomatie und Freiheit kämpft – am Ende auch mit ungewöhnlichen Mitteln.
Diplomatin Friederike Andermann, genannt Fred, hat 20 Jahre lang ihre berufliche Laufbahn im Auswärtigen Amt vorangetrieben, um mit Ende Vierzig endlich eine Position als Botschafterin zu erhalten. Doch in Montevideo/Uruguay ticken die Uhren noch anders und Fred ist mehr mit Event-Management als mit relevanten Aufgaben beschäftigt. Als die Tochter einer sehr einflussreichen deutschen Verlegerin in Uruguay verschwindet, nimmt Fred das Anliegen weniger ernst und hält strikt bürokratische Abläufe ein. Ein Fehler, wie sich später herausstellt und Fred wird als Konsulin nach Istanbul versetzt, wo sie ganz andere Seiten an sich entdeckt.
Dort kommt sie bei den autoritären Strukturen und politischen Machenschaften samt bilateralen Verknüpfungen an die Grenzen ihres Glaubens und setzt sich für die Freilassung einer inhaftierten Kuratorin kurdischer Abstammung samt ihres aus Deutschland angereisten Sohnes ein. Da diplomatische Absprachen nicht gehalten werden und der offene Dialog nicht stattfinden kann, beschließt Fred, die Dinge auf anderen Wegen in die Hand zu nehmen und ein sehr spannend-unterhaltsamer Polit-Krimi nimmt seinen brisanten Lauf mit vielen Verstrickungen und Wendungen. Und auch Freds private Angelegenheiten werden feinfühlig-humorvoll angesprochen: Eine männderdominierte Berufswelt, eine fehlende Familie samt einem Mann, der alle vier Jahre in ein anderes Land folgt sowie eine komplizierte Kindheit und verkappte Gefühle.
Im typisch brillant-trockenen und treffsicheren Fricke-Ton hat die Autorin einen höchst aktuellen und politischen Roman entworfen, dem sie mit ihrer präzisen und langen Recherche in der Diplomatenszene eine detaillierte, reale und dichte Atmosphäre einhaucht. Zudem sitzen die knappen Dialoge auf den Punkt und changieren zwischen Lakonie, schwarzem Humor und sehr kluger Beobachtung der verschiedenen Ebenen in der Diplomatie. Der Roman beginnt nonchalant in Montevideo und entwickelt sich in Istanbul zu einem nervenaufreibenden, bedrohlichen und soghaften Plot, der sehr realitätsnah die gesellschaftlichen Schrecken in der Türkei und aufrüttelnd die Grenzen der Diplomatie aufzeigt. Und doch verliert die Autorin in ihren verdichteten, klaren und pointierten Sätzen dabei nie ihren Hang zur Ironie und Lebensweisheit.
Ein sehr lesenswerter, hochaktueller Roman über eine Diplomatin zwischen Ernüchterung, Hilflosigkeit und Vorwärtsgehen sowie beruflichen und privaten Problemen. -
Diplomatische Desillusionierung
Nach dem großen Erfolg ihres mittlerweile verfilmten Romans „Töchter“ legt Lucy Fricke nun den neuen Roman „Die Diplomatin“ vor – eine fiktive und spannende Erzählung in der Welt der Außenpolitik, die auf wahren Begebenheiten basiert und hochaktuell ist.
Die ehrgeizige Diplomatin Friederike Andermann (Fred) möchte etwas in der Welt bewegen, die Dinge aktiv gestalten und ist auf ihrem Botschafter-Posten in Uruguays Hauptstadt Montevideo eher gelangweilt vom Organisieren der Veranstaltungen mit Bratwürsten und Orchester. Dabei hat die Endvierzigerin 20 Jahre lang auf diese Karriere hingearbeitet und dabei die Einsamkeit schmerzhaft in Kauf genommen. Als die Blogger-Tochter einer einflussreichen deutschen Journalistin verschwindet und Fred nicht nach deren direkten Wünschen handelt, sondern sich hinter der Bürokratie versteckt, kommt ihre Karriere ins Schlingern und sie wird später ins politisch brisante Istanbul als Konsulin bestellt. In der autoritär geprägten Türkei beginnt ihr fester Glaube an die Diplomatie Risse zu bekommen, als sie in einen brisanten Fall von einer inhaftierten Kunstschaffenden und deren Sohn aus Deutschland verwickelt wird, der deutlich macht, wie die deutschen und türkischen Geheimdienste zusammenarbeiten. Fred beginnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und überschreitet legale Grenzen, was der Handlung einen gekonnten Schwung zu einem lebhaften Kriminalfall verschafft.
Präzise recherchiert mit einer klaren und direkten Sprache ist Lucy Frickes politischer Roman über diplomatische Geschicke, Ideale und Desillusionierung ein literarischer Genuss voller Klugheit, Ironie und bittersüßem Humor. Kein Wort ist zuviel, die Dialoge geschliffen-pointiert und die Geschehnisse sehr realitätsnah. Die authentische Fred ist als weibliche Ich-Erzählerin und Protagonistin nahbar und überzeugt auch in ihrer persönlichen, teils lakonischen Perspektive zwischen Einsamkeit, Ohnmacht und Tatendrang.
Ein unterhaltsames, lehrreiches und dichtes Buch, das Einblicke in eine sonst geheime Welt der bilateralen Beziehungen auf höchster Ebene gewährt und geopolitisch nicht aktueller sein könnte! -
Eine Diplomatin verliert den Glauben an die Diplomatie
Dieser Roman entführt uns in die Welt der Diplomatie, die ja doch eher unbekannt und deshalb gerade interessant ist.
Protagonistin ist die langjährige deutsche Diplomatin Fred, die jetzt mit 50 Jahren den Glauben an die Diplomatie verliert. Das beginnt schon an ihrer Dienststelle in Montevideo, wo eine einflussreiche, reiche deutsche Bürgerin sie wegen der Entführung ihrer Tochter zur Verantwortung ziehen will, und setzt sich an ihrem nächsten Dienstort in Istanbul fort, wo sie hilflos zusehen muss, wie der türkische Präsident türkischstämmige Deutsche wegen ihrer ihm nicht genehmen politischen Tätigkeit festsetzt. Die Beamtin Fred erweist sich letztlich als Heldin, allerdings um den Preis, desillusioniert worden zu sein und nach ständigen Wechseln zwischen den Kontinenten kein Privatleben zu haben. Auf jeden Fall erhält man ein völlig neues Bild von der Diplomatie. Ironisch und zynisch sind oftmals die Spitzen auf Diplomaten und ihre Tätigkeit. Der Schreibstil ist eher verbittert und passt so ganz zu der Romanfigur Fred.
Angesichts der zunehmenden diplomatischen Krisen in der Welt ein lesenswertes Buch. -
Aktuell und so wichtig
Lucy Fricke stellt uns die Diplomatin Fred vor. Fred macht ihren Job seit bereits 20 Jahren und ist dabei eigentlich nicht aus der Ruhe zu bringen. Doch bei ihrem Einsatz in Montevideo wird Freds Ruhe und beruflicher Erfolg erstmals gestört. Nachdem sie einem Fall zu wenig Aufmerksamkeit schenkt, muss sie nach Deutschland zurückkehren und dort für ein Jahr ins Team der Krisenintervention eintreten. Nach Ablauf dieses Jahres kriegt sie endlich wieder eine Konsulatsstelle und wird nach Istanbul versetzt. Die Stimmung dort ist angespannt und Fred muss sich mit dem türkischen Geheimdienst herumschlagen sowie einen deutschen Reporter unter Kontrolle bringen, der den türkischen Behörden ein Problem zu sein scheint. Während dieses Aufenthalts beginnt Fred zu verzweifeln und beginnt die Diplomatie zu hinterfragen.
Das Cover von "Die Diplomatin" ist wunderschön gestaltet, schlicht und elegant und scheint so den Stil der Diplomatie widerzuspiegeln. Auch der sehr angenehme Schreibstil trägt dazu bei, dass das Gefühl verstärkt wird. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass hier ein gelungenes Porträt der Diplomatie geschaffen wurde und so den LeserInnen einen Einblick hinter die Kulissen erlaubt. "Die Diplomatin" ist ein kurzes Buch, dass schnell beendet ist, nach der Lektüre aber noch lange hängen bleibt und einen bewegt. Ich hab noch lange darüber nachgedacht, welche Bedeutung der Diplomatie in unserer Welt zufällt, vor allem in Kontext aktueller Ereignisse stellt das Buch eine sehr wichtige Lektüre dar.
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