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Das lügenhafte Leben der Erwachsenen - Roman

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Neapel in den Neunzigern, Giovanna ist dreizehn Jahre alt, die Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern, eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, die Noten brechen ein, und immer öfter gerät sie mit ihren Eltern aneinander. Zufällig kommt Giovanna der Vorgeschichte ihres Vaters auf die Spur, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Dort treibt sie sich herum, aber die Geheimnisse, auf die sie da stößt, verstören sie. Und als sie bei einem Abendessen bemerkt, wie ein Freund der Familie unterm Esstisch zärtlich die Füße ihrer Mutter streift, verliert sie vollends die Fassung. Denn wem kann sie überhaupt noch trauen? Und was soll ihr Halt geben? Oder ist sie selber bereits unrettbar verwoben in dieses lügenhafte Leben der Erwachsenen?

Elena Ferrante hat ein Bravourstück geschaffen und einen traurigen und schönen Roman geschrieben: über die Heucheleien der Eltern, die Atemlosigkeiten und Verwirrungen der Jugendzeit und über das Drama des Erwachsenwerdens. Darüber, wie es ist, ein Mädchen zu sein und eine Frau zu werden.

Zusatztext

»Allen, die noch nie ein Ferrante-Buch gelesen haben, kann ich sagen: Lesen Sie dieses hier, erleben Sie, wie sie hineingezogen werden in eine Welt voller Geheimnisse und Dramen, im Neapel der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts.«

Christoph Amend, ZEITmagazin-Newsletter 07.09.2020

Bericht

»Diesen Roman Elena Ferrantes zu lesen, das ist wie eine Heimkehr.«
Vanity Fair 14.05.2020

Kundenrezensionen

  • Suche nach Wahrheit und Identität

    Am 10. September 2020 von amara5 geschrieben.

    „Sie kommt nun ganz nach Vittoria.“ - Ein Satz, der die rückblickende Ich-Erzählerin Giovanna mit 13 Jahren, mitten in der Pubertät, in eine Identitätskrise stürzt. Ansonsten wohlbehütet in einer intellektuellen Lehrerfamilie in Neapels besserem und höchsten Viertel Rione Alto aufgewachsen, möchte sie nun wissen, wie diese verstoßene Schwester Vittoria ihres Vaters lebt. Diese ist derb, sagt was sie denkt, lebt wie sie will und arbeitet als Putzfrau im niederen Viertel Neapels – wo sich einst auch Giovannas Vater herausgearbeitet hat und ins Bildungsbürgertum aufgestiegen ist. Giovanna steht nicht zu ihrem sich verändernden Körper und möchte nicht so werden wie ihre scheinheilige Familie. Sie sucht Vittoria auf, die in ihrer Familie als Inbegriff von Verdorbenheit gilt und nimmt bei den Aufeinandertreffen immer mehr Eigenarten von ihr an. Sie entdeckt eine Welt mit Extrem-Emotionen, Sex, Dialekt und Anzüglichkeit. Aber auch einer mit mystischen wie religiösen Erscheinungen. Giovanna pendelt nun zwischen ihrer Familie, in der es viel Scheinmoral und Lügen gibt (der Vater geht fremd) und der schmutzigen Gegend unterhalb des Vomero. Vittoria ist hart und dramatisch, erzählt ihr vom wilden Sex. Giovanna ist fasziniert, analysiert anhand von Tonlagen ihre Gegenüber und macht eigene sexuelle Erfahrungen, die nicht immer gewaltfrei sind. Später wird sie in einem jungen Theologen eine neue Bezugsperson und Liebschaft finden und die Tante hinter sich lassen. Ihre Familie dagegen driftet auseinander, die schöne Fassade des Bildungsbürgertums blättert langsam ab, aber um die vielen Lügen und Abgründe herum versucht jeder, seine Identität und sein Leben als das Wahre herauszustellen. So hat die Bestseller-Autorin Elena Ferrante gleich mehrere Themen in ihrem neuen Werk clever und sprachgewaltig verstrickt: das Zerbrechen einer Familienfassade, eine feinfühlige und intensive „Coming-of-Age“ einer Frau und die gesellschaftlichen Schichtenunterschiede mit ihren jeweiligen Mustern, Wahrheiten und Lügen. Sehr schön sind viele literarische Bezüge eingewoben – Giovanna liest viel und lässt ihre Gedanken aus den Büchern in das Setting miteinfließen und reflektiert sich dabei ständig selbst, lotet ihre Grenzen aus. Kraftvoll, sinnlich und ehrlich lässt uns Ferrante tief in die Gefühle und Entwicklungen einer Frau gleiten – mit scharfer psychologischer Beobachtung von Mensch und angeblicher Moral. Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung.

  • Über das Drama des Erwachsenwerdens

    Am 31. August 2020 von anonym geschrieben.

    Wem die Bücher von Elena Ferrante schon bekannt sind, begibt sich mit dieser Geschichte auf vertrautes Terrain. Erneut ist sie in Neapel angesiedelt und spielen dortige Klassenunterschiede seiner Bewohner eine wichtige Rolle. Protagonistin ist die anfänglich 13jährige Giovanna, die einer intellektuellen bürgerlichen Mittelschichtfamilie entstammt. Zunächst erleben wir sie ganz in der Rolle eines gut geratenen und wohlerzogenen Kindes, das seine Eltern für perfekt hält. Mit fortschreitender Geschichte beginnt sie gegen ihre Eltern zu rebellieren, um dann mit 16 zur Erwachsenen zu werden, die ihre Eltern nicht mehr braucht. Interessant ist der Anstoß für diese Entwicklung – sie belauscht ein Gespräch ihrer Eltern, in dem der Vater sagt, Giovanna sei hässlich und werde seiner eigenen, mit ihm in Fehde lebenden Schwester Vittoria immer ähnlicher. Das ist Anlass für Giovanna, den Kontakt zu ihrer Tante zu suchen, die der Arbeiterklasse angehört und ihr erstmalig die Wurzeln ihres Vaters verdeutlicht. Giovanna ist zusehends fixiert auf Vittoria und dem Leser geht es bald wie ihr. Wessen Darstellung über die Vergangenheit soll sie glauben – der ihres geliebten Vaters oder der ihrer derben Tante, in deren Schicksal sie ihr eigenes erkennt? Wer von ihnen manipuliert? Und auch anderen Erwachsenen in ihrem Umfeld kann sie nicht mehr so recht trauen. Zunächst hat mich das Buch wirklich begeistert. Dann allerdings uferte es in einige Längen aus und waren schwer zu verstehende Diskussionen einiger intellektueller Romanfiguren mit Giovanna eingestreut, die ich als nicht recht passend zu einer Jugendlichen empfand. Daher dann auch „nur“ eine Vier-Sterne-Bewertung.

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