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Ich bleibe hier

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele.

Über den Autor

Das Leben wartet nicht<, gewann er den Premio Campiello, mit >Ich bleibe hier< war er nominiert für den Premio Strega. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.


Produktdetails

Autoren Marco Balzano
Mitarbeit Maja Pflug (Übersetzung)
Verlag Diogenes
 
Originaltitel Resto qui
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 24.06.2020
 
EAN 9783257071214
ISBN 978-3-257-07121-4
Seiten 288
Abmessung 148 mm x 185 mm x 23 mm
Gewicht 316 g
Thema Belletristik > Erzählende Literatur > Gegenwartsliteratur (ab 1945)

Kundenrezensionen

  • Sehr berührend

    Am 25. Juni 2020 von Nicnac geschrieben.

    Trina lebt mit ihrer Familie in Graun, einem idyllischem Bergdorf in Südtirol. Es gibt Pläne für einen Staudamm, der den schönen Ort von Trina zerstören würde. Die Angst ist gross das die Pläne umgesetzt werden. Doch das ist nicht das einzige Problem. Zwischen 1939 und 1943 werden die Bewohner aus dem schönen Tirol aufgefordert nach Deutschland auszuwandern. Trina will nicht von ihrer Heimat weg und muss deshalb under den Faschisten leiden. Ihr wird es auch untersagt als Lehrerin zu arbeiten.... Marco Balzano hat die Zeitgeschichte des schönen Südtirols sehr gut eingefangen und mit einer sehr berührenden Geschichte verbunden. Die Protagonisten sind sehr authentisch für die damalige Zeit und die Probleme die es da alle gab. Das Buch liest sich sehr gut und ich mag die Schreibweise von Marco Balzano sehr, der er kann einem richtig gut mitnehmen und berühren. Das Buchcover passt hervorragend zum Buch, denn es zeigt den Reschensee , der durch die Staumauer entstand und von einem gefluteten Dorf nur noch der Kirchturm aus dem See hervor lugt. Ich fand das Buch Super und kann es nur weiterempfehlen. Vor allem wenn man sich für die Zeitgeschichte vom schönen Südtirol interessiert.

  • Schlimme Zeiten

    Am 24. Juni 2020 von BR geschrieben.

    Ich selbst habe diese Kirchturmspitze im See vor vielen Jahren im Winter gesehen. Der Anblick ist beeindruckend und auch hier auf dem Cover ein Hinkucker. Marco Balzano hat diesen besonderen Anblick erst im Jahr 2014 zum ersten Mal gesehen. Ich finde es bemerkenswert, dass sich ein junger Autor daran macht, diesen historischen Hintergrund zu erforschen und ihn in Romanform aufzuarbeiten. Anhand der jungen Lehrerin Trina wird die Geschichte des Dorfes Graun erzählt. Die Bewohner haben wegen ihrer deutschen Sprache und der Lage direkt an der österreichischen Grenze wenig Bezug zu Italien und sind der Willkür und Gängelung durch die Faschisten ausgesetzt. Unmittelbar anschließend ist es der Nationalsozialismus, der das Dorf und die Familien entzweit. Aber der gravierendste und unfairste Eingriff geht vom Italienischen Staat und einer Großfirma aus, die den vorhandenen See in einen riesengroßen Stausee zur Stromgewinnung umwandeln will. Das Endergebnis sehen wir heute: Alt-Graun ist vollkommen verschwunden, die Kirchenspitze ragt wie ein Mahnmal aus der Wasseroberfläche. Alles an der Vorgehensweise der Firma war erbärmlich. Es gab keine Baugenehmigung, die Informationen an die Menschen gab es nur in einer ihnen fremden Sprache, die Bevölkerung wurde beschwichtigt und belogen, die späteren Entschädigungszahlungen waren nahezu wertlos. Die Grundstimmung der Erzählung ist traurig und deprimierend. Aber angesichts des harten Schicksals sehr stimmig. Ich bin froh darüber, dass solche Vorgehensweisen heute nicht mehr möglich sind und wir beispielsweise durch Demokratie und Pressefreiheit vielerlei Mittel hätten, uns zu wehren.

  • Interessante Geschichte über Reschen

    Am 23. Juni 2020 von Harakiri geschrieben.

    Wie oft fährt man sorglos über den Reschenpass? Sieht die Kirchturmspitze aus dem Wasser ragen und macht sich keine weiteren Gedanken über das Schicksal der damaligen Anwohner. Marco Balzano gibt diesen Anwohnern nun eine Stimme. Sein Roman beginnt im Italien des Jahres 1921. Trina und ihre Freunde leiden unter den Faschisten. Sie dürfen ihren Beruf nicht ausüben, weil sie weiterhin Deutsch sprechen. Trinas Leben nimmt eine jähe Wende als ihre Tochter verschwindet und kurz danach der Zweite Weltkrieg ausbricht. Trina und ihr Mann fliehen in die Berge und als sie zurückkommen ist er recht nichts mehr wie es war: der Bau des großen Staudamms hat begonnen und sie stehen vor der Wahl: wegziehen oder eine kleine Wohnung im neuen Dorf bekommen. Für Trina und Erich ist klar: Wir bleiben da. Wir bleiben da – nicht nur nach dem Bau des Staudammes. Auch schon vorher. Das Leben meint es nicht gut mit Trina und ihrer Familie. Doch sie lieben ihr Land und setzen alle Hebel in Bewegung, nehmen alles auf sich, um bleiben zu können. Das Buch ist in 3 Teile gegliedert: Bis zum Krieg, die Desertation Erichs und die damit verbundene Flucht und der Widerstand gegen den Staudamm, wobei letzterer mich gar nicht so gefesselt hat, wie die beiden Teile vorher. Zu klein waren die Chancen der Anwohner, gegen den Willen der Wirtschaft, diesen Damm zu bauen. Sicher, sie organisierten einiges, sogar eine Papstaudienz, aber irgendwie hat mich dieser Teil nicht mehr so mitgerissen, war nicht mehr so emotional wie die ersten beiden Teile. Fazit: Ein Roman vor dem Hintergrund des Lebens in Südtirol Mitte des 20. Jahrhunderts. Sehr eindringlich und interessant recherchiert.

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