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In einer Zeit, in der jeder permanent sendet und auf Empfang ist, stellt die Fähigkeit zur Entnetzung eine der wichtigsten Bedingungen für die Selbstbehauptung und Selbstbestimmung des Individuums dar. Die allseits gesteigerte Kommunikation und Konnektivität erzeugt ein ebenfalls gesteigertes Bedürfnis nach kommunikativem Rückzug und Verzicht. Ob aus Verdruss über den Verfall des politischen Diskurses oder als Reaktion auf den Zwang zur permanenten Entblößung, ob aus Angst vor den auf Dauerüberwachung programmierten Medien des technologischen Habitats oder als Versuch der Rückgewinnung von Kontrolle über das aus den Fugen geratene eigene Mediennutzungsverhalten: Jeder braucht heute Taktiken der Entnetzung, um den Herausforderungen des digitalen Zeitalters erfolgreich zu begegnen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Eine sehr kurze Geschichte des Medienverzichts
Gehetzt, gereizt, gestresst
Taktiken - eine Praxis von unten
Apostel der Entnetzung
Löscht euren Social-Media-Account!
Lernt Medien zu nutzen!
Macht mal Pause!
Konnektivitätsverzicht
Verzicht verhandeln
Verlust verlängern
Vernetzung verweigern
Digitale Selbstverteidigung
Verweigern der Sichtbarkeit
Reden und Schweigen
Dem Hass die kalte Schulter zeigen
Rückzug in die Echokammer
Die Generalisierung des Zweifels
Die Erschöpfung der Zuschauer
Die Theorie der Verschwörung
Vorbeugende Selbstfürsorge
Murphy's Moore's Law - freiwilliger Downgrade
Zocken, wenn's passt - eigene Regeln formulieren
Der Fernseher auf Rollen - sich selbst austricksen
Fazit
Nachwort
Anmerkungen
Literatur
Über den Autor / die Autorin
Guido Zurstiege, geboren 1968, ist Professor für Medienwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Zusammenfassung
In einer Zeit, in der jeder permanent sendet und auf Empfang ist, stellt die Fähigkeit zur Entnetzung eine der wichtigsten Bedingungen für die Selbstbehauptung und Selbstbestimmung des Individuums dar. Die allseits gesteigerte Kommunikation und Konnektivität erzeugt ein ebenfalls gesteigertes Bedürfnis nach kommunikativem Rückzug und Verzicht. Ob aus Verdruss über den Verfall des politischen Diskurses oder als Reaktion auf den Zwang zur permanenten Entblößung, ob aus Angst vor den auf Dauerüberwachung programmierten Medien des technologischen Habitats oder als Versuch der Rückgewinnung von Kontrolle über das aus den Fugen geratene eigene Mediennutzungsverhalten: Jeder braucht heute Taktiken der Entnetzung, um den Herausforderungen des digitalen Zeitalters erfolgreich zu begegnen.
Zusatztext
»Lesenswert für alle, die – ob zu Berufszwecken oder privat – zu viel auf dem Handy daddeln und gerne ihre Screentime verringern würden.«
Bericht
»Dieses giftgrüne Büchlein ist ein Vademecum für angehende Social-Media-Abstinente.« Jan Küveler DIE WELT 20191207