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Das Verzeihen - Essays zur Moral und Kulturphilosophie. Mit e. Vorw. v. Jürg Altwegg

Deutsch · Taschenbuch

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Beschreibung

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"In seinem Heimatland Frankreich wird Vladimir Jankélévitch heute als einer der zentralen Philosophen des 20. Jahrhunderts angesehen. Lange Zeit galt der Nachfahre jüdisch-russischer Einwanderer jedoch als 'heimatloser Philosoph', der nicht gewillt war, um die Gunst der öffentlichen Meinung zu buhlen. Jankélévitch war ein Philosoph des Engagements, nichts hat nachhaltiger seine Themenwahl bestimmt als seine Jahre in der Résistance. Er hat über den Tod geschrieben, über die Liebe und die Lüge - am eindringlichsten aber über das Verzeihen. Der Holocaust war für Jankélévitch ein Kulturbruch, der die Grenzen des Verzeihens definitiv überschritt; er blieb unversöhnt und untersagte sich nach dem Krieg jede Verbindung mit Deutschland. Die vorliegende Auswahl präsentiert das Denken eines unbequemen, ja fordernden philosophischen Schriftstellers. Eine Entdeckung."

Inhaltsverzeichnis

"Kein Vergessen, kein Verstehen, kein Verzeihen - Vladimir Janke le vitch und die Deutschen
Der Lebensphilosoph Georg Simmel
Theoretische Vernunft und praktische Vernunft
Die »Selbsttranszendenz«
Die Tragödie der Kultur
Fazit
Von der Lüge
1 Das lügenhafte Bewußtsein
Bewusstsein
Dauer
Der Andere
2 Ordo mendacil und über die Unaufrichtigkeit
Der Lügner ist oberflächlich, angespannt und einsam
Das Entschlüsseln der Lüge
3 Die Ordnung des Mißverständnisses und wie man sich davon befreit
Stillschweigender Pakt oder peinliche Lage
Die peinliche Lage ist negativ, prekär und ohne Liebe
Das Versehen, das Enfant terrible und der Tod
Hygiene des Logos
Von der Aufrichtigkeit
Das »Beinahe-Nichts«
Austerität und Dekadenz
Die dekadente Teratogonie: Monstren des Bewußtseins von Bewußtsein
Monstren des Extremismus: Menschenfressende Riesen und Zwerge
Monstren der Disjunktion: Köpfe ohne Körper, Körper ohne Kopf
Das Apogäum dauert nur einen Augenblick. Lähmung und Raserei
Die Futurition ist die Dekadenz
Es hat immer Dekadenz gegeben; alles ist Dekadenz
Der Fortschritt ist Dekadenz; die Dekadenz ist ein Fortschritt
Der Rückfall von Metaempirie in Empirie
»Hört nicht auf das, was sie sagen, achtet auf das, was sie tun.«
Verzeihen?
Das Unverjährbare
Hat man uns um Verzeihung gebeten?"

Über den Autor / die Autorin

Vladimir Jankélévitch, geb. 1903 in Bourges, entstammte einer jüdischen aus Odessa eingewanderten Intellektuellenfamilie. Unter dem Einfluss von Henri Bergson entwickelte er eine eigenständige Philosophie, die in der Musik eine große Rolle spielt. Aus dem Staatsdienst entlassen, trat er 1941 der Résistance bei und wurde 1947 wieder zum ordentlichen Professor für Moralphilosophie zunächst in Lille, dann in Paris ernannt. Sein weitgehend unbeachtet gebliebenes Werk findet neuerdings große Beachtung und wurde vielfach ins Deutsche übersetzt. Jankélévitch starb 1985.

Ralf Konersmann, geb. 1955, ist Professor für Philosophie und ihre Didaktik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Jürg Altwegg, geboren 1951 in Zürich, lebt heute bei Genf. Er studierte Romanistik, Germanistik und Geschichte; danach schrieb er über viele Jahre für Schweizer Zeitungen und für das Hamburger Wochenblatt Die Zeit. Seit 1986 ist er Kulturkorrespondent für die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Schwerpunkt Frankreich und Schweiz.

Zusammenfassung


"In seinem Heimatland Frankreich wird Vladimir Jankélévitch heute als einer der zentralen Philosophen des 20. Jahrhunderts angesehen. Lange Zeit galt der Nachfahre jüdisch-russischer Einwanderer jedoch als ›heimatloser Philosoph‹, der nicht gewillt war, um die Gunst der öffentlichen Meinung zu buhlen. Jankélévitch war ein Philosoph des Engagements, nichts hat nachhaltiger seine Themenwahl bestimmt als seine Jahre in der
Résistance
. Er hat über den Tod geschrieben, über die Liebe und die Lüge – am eindringlichsten aber über das Verzeihen. Der Holocaust war für Jankélévitch ein Kulturbruch, der die Grenzen des Verzeihens definitiv überschritt; er blieb unversöhnt und untersagte sich nach dem Krieg jede Verbindung mit Deutschland. Die vorliegende Auswahl präsentiert das Denken eines unbequemen, ja fordernden philosophischen Schriftstellers. Eine Entdeckung."

Produktdetails

Autoren Vladimir Jankélévitch
Mitarbeit Ral Konersmann (Herausgeber), Ralf Konersmann (Herausgeber), Jörg Altwegg (Vorwort), Jürg Altwegg (Übersetzung), Claudia Brede-Konersmann (Übersetzung)
Verlag Suhrkamp
 
Sprache Deutsch
Produktform Taschenbuch
Erschienen 01.01.2004
 
EAN 9783518293317
ISBN 978-3-518-29331-7
Seiten 293
Abmessung 108 mm x 17 mm x 177 mm
Gewicht 184 g
Serien suhrkamp taschenbuch wissenschaft
Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft
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Themen Geisteswissenschaften, Kunst, Musik > Philosophie > 20. und 21. Jahrhundert

Moral, Kulturphilosophie, Verzeihung, Verstehen, Frankreich, Themen der Philosophie

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