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Wie viel Gefühl verträgt eine Gesellschaft, die nach Gerechtigkeit strebt? Nicht viel, könnte man meinen und auf die Gefahren politischer Instrumentalisierung von Ängsten und Ressentiments verweisen. Emotionen, so eine verbreitete Ansicht, setzen das Denken außer Kraft und sollten deshalb keine Rolle spielen. Martha C. Nussbaum hingegen behauptet: um der Gerechtigkeit politisch zur Geltung zu verhelfen, bedarf es nicht nur eines klaren Verstandes, sondern auch einer positiv-emotionalen Bindung der Bürgerinnen und Bürger an die gemeinsame Sache. Manche sprechen von Hingabe, Nussbaum nennt es Liebe. Sie zeigt, welche Ausdrucksformen diese und verwandte politische Emotionen annehmen können und wie sie sich kultivieren lassen.
Inhaltsverzeichnis
Ein Problem in der Geschichte des Liberalismus
Gleichheit und Liebe: Rousseau, Herder, Mozart
Religionen der Menschlichkeit I: Auguste Comte, John Stuart Mill
Religionen der Menschlichkeit II: Rabindranath Tagore
Eine Gesellschaft mit hohen Zielen: Gleichheit, Inklusion, Verteilung
Mitgefühl: Bei Menschen und bei Tieren
Das radikale Böse: Hilflosigkeit, Narzißmus, Beschmutzung
Patriotismus lehren: Liebe und kritische Freiheit
Tragische und komische Feste: Mitgefühl wecken, Ekel überwinden
Die Feinde des Mitgefühls: Angst, Neid und Scham
Wie Liebe für Gerechtigkeit wichtig ist
Theorie der Emotionen, Emotionen in der Musik: Upheavals of Thought
Über den Autor / die Autorin
Martha C. Nussbaum, geboren 1947, ist Ernst Freud Professor of Law and Ethics an der University of Chicago. An derselben Universität lehrt sie außerdem in den Fächern Rechtswissenschaft, Theologie und Klassische Philologie. Neben zahlreichen Schriften zur Philosophie der Antike hat sie vor allem Arbeiten über moralphilosophische Themen veröffentlicht. Dabei behandelt sie oft Fragen am Schnittpunkt zwischen Ethik, öffentlicher Moral, Literatur und Problemen des Feminismus. 1993 hielt sie die renommierten Gifford Lectures über Themen der Moralphilosophie und der Philosophie der Psychologie.
Zusammenfassung
Wie viel Gefühl verträgt eine Gesellschaft, die nach Gerechtigkeit strebt? Nicht viel, könnte man meinen und auf die Gefahren politischer Instrumentalisierung von Ängsten und Ressentiments verweisen. Emotionen, so eine verbreitete Ansicht, setzen das Denken außer Kraft und sollten deshalb keine Rolle spielen. Martha C. Nussbaum hingegen behauptet: um der Gerechtigkeit politisch zur Geltung zu verhelfen, bedarf es nicht nur eines klaren Verstandes, sondern auch einer positiv-emotionalen Bindung der Bürgerinnen und Bürger an die gemeinsame Sache. Manche sprechen von Hingabe, Nussbaum nennt es Liebe. Sie zeigt, welche Ausdrucksformen diese und verwandte politische Emotionen annehmen können und wie sie sich kultivieren lassen.
Zusatztext
»N. gibt wichtige Anregungen für den toleranten Umgang mit anderen Religionen für Gesellschaftsformen des politischen Liberalismus und präzisiert damit ihre Gerechtigkeitstheorie.«
Bericht
»Ein inspirierendes Buch voller tiefschürfender Einsichten in die Rolle, die Emotionen im politischen Leben spielen.« Publishers Weekly