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Briefwechsel 1910-1954 - Eingel. u. komment. v. Johanna R. Döring-Smirnow. Vorw. v. Raissa Orlowa Kopelew

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Fast 45 Jahre haben Boris Pasternak und seine Cousine Olga Freudenberg miteinander korrespondiert. Ihr Briefwechsel begann mit einem Familienurlaub im Sommer 1910 und wurde, unterbrochen von den Wirren des Ersten Weltkriegs und der Revolution, bis kurz vor dem Tod Olga Freudenbergs im Jahre 1955 fortgesetzt. In dieser Zeit sind sie sich nur noch einige Male begegnet, und so fiel es den Briefen zu, ihre beiden Lebenswelten - in Moskau und Leningrad - zu verknüpfen.
In den Briefen wurde Olga Freudenberg zu Pasternaks Vertrauter: Er schrieb ihr als einer der ersten von seinen Plänen zu 'Doktor Schiwago', dessen Bedeutung sie sofort vorhersah. Er schrieb ihr von seinen Familienkrisen und seinen Schwierigkeiten mit den sowjetischen Behörden und der Zensur. Auch Olga Freudenberg geriet im Verlauf ihrer außergewöhnlichen akade-mischen Karriere mit den Behörden des Stalin-Regimes in Konflikt. 1936 wurde ihr Werk 'Poetik von Sujet und Gattung' bereits drei Wochen nach Erscheinen unter dem Vorwurf des »Formalismus« konfisziert. In ihren Tagebuchaufzeichnungen (von denen einige Auszüge in diesen Band auf-genommen wurden) beschreibt sie in erschütternden Details, wie sehr der stalinistische Terror auch in das akademische Leben eingriff. Das wohl finsterste Kapitel bilden die Briefe und Tagebuchaufzeichnungen Olga Freudenbergs während der 900 Tage der Leningrader Blockade, die sie als eine von wenigen überlebt hat.
Dieser Briefwechsel ist ein faszinierendes Zeugnis des Gedankenaustauschs zweier mutiger, frei denkender Menschen, die in einer Zeit gesellschaftlicher und menschlicher Erschütterung in ihrem Glauben an die Kultur und ihrer Liebe zur Kunst die Kraft zum überleben, zum Schreiben fanden.

Über den Autor / die Autorin

Boris Pasternak, geb. 10.2.1890, war bereits im Alter von 14 Jahren Schüler des Komponisten Alexander Skrjabin. Nach dem Abitur 1908 studierte er zunächst Jura, wechselte jedoch sehr bald zur historisch-philosophischen Fakultät über. Nach einem Auslandssemester im Sommer 1912 an der Philipps-Universität in Marburg beendete er 1913 in Moskau sein Studium. 1914 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Schon in den 20er Jahren zählte er zu den bedeutendsten modernen Lyrikern Russlands. Ab den 30er Jahren verdiente er seinen Lebensunterhalt überwiegend als Übersetzter, unter anderen von Werken William Shakespeares, Johann Wolfgang von Goethes, Heinrich von Kleists, Rainer Maria Rilkes und Ben Jonsons. Zunächst 'überaus dankbar, gerührt, stolz, erstaunt, beschämt', lehnte er den ihm 1958 zugesprochenen Nobelpreis ab, da die sowjetische Regierung ihm mit Ausbürgerung drohte. Trotz des Verzichts wurde der als 'Landesverräter' bezeichnete Pasternak aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Boris Pasternak starb am 30.5.1960 an Lungenkrebs in Peredelkino bei Moskau. Fast 30 Jahre nach Pasternaks Tod nahm 1989 sein Sohn den von ihm unfreiwillig abgelehnten Nobelpreis in Stockholm stellvertretend an.

Rosemarie Tietze, geb. 1944 in Oberkirch, studierte Theaterwissenschaft, Slawistik und Germanistik und arbeitet als Übersetzerin, Dolmetscherin und Dozentin.
2010 wurde sie mit dem Paul-Celan-Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.

Zusammenfassung

Fast 45 Jahre haben Boris Pasternak und seine Cousine Olga Freudenberg miteinander korrespondiert. Ihr Briefwechsel begann mit einem Familienurlaub im Sommer 1910 und wurde, unterbrochen von den Wirren des Ersten Weltkriegs und der Revolution, bis kurz vor dem Tod Olga Freudenbergs im Jahre 1955 fortgesetzt. In dieser Zeit sind sie sich nur noch einige Male begegnet, und so fiel es den Briefen zu, ihre beiden Lebenswelten - in Moskau und Leningrad - zu verknüpfen.


In den Briefen wurde Olga Freudenberg zu Pasternaks Vertrauter: Er schrieb ihr als einer der ersten von seinen Plänen zu ›Doktor Schiwago‹, dessen Bedeutung sie sofort vorhersah. Er schrieb ihr von seinen Familienkrisen und seinen Schwierigkeiten mit den sowjetischen Behörden und der Zensur. Auch Olga Freudenberg geriet im Verlauf ihrer außergewöhnlichen akade-mischen Karriere mit den Behörden des Stalin-Regimes in Konflikt. 1936 wurde ihr Werk ›Poetik von Sujet und Gattung‹ bereits drei Wochen nach Erscheinen unter dem Vorwurf des »Formalismus« konfisziert. In ihren Tagebuchaufzeichnungen (von denen einige Auszüge in diesen Band auf-genommen wurden) beschreibt sie in erschütternden Details, wie sehr der stalinistische Terror auch in das akademische Leben eingriff. Das wohl finsterste Kapitel bilden die Briefe und Tagebuchaufzeichnungen Olga Freudenbergs während der 900 Tage der Leningrader Blockade, die sie als eine von wenigen überlebt hat.


Dieser Briefwechsel ist ein faszinierendes Zeugnis des Gedankenaustauschs zweier mutiger, frei denkender Menschen, die in einer Zeit gesellschaftlicher und menschlicher Erschütterung in ihrem Glauben an die Kultur und ihrer Liebe zur Kunst die Kraft zum überleben, zum Schreiben fanden.

Produktdetails

Autoren Olga Freudenberg, Bori Pasternak, Boris Pasternak
Mitarbeit Johanna Renate Döring-Smirnov (Einführung), Raissa O. Kopelew (Einführung), Rosemarie Tietze (Übersetzung)
Verlag S. Fischer Verlag GmbH
 
Originaltitel Boris Pasternak - Perepiska s Ol'goj Frejdenberg
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 01.01.1986
 
EAN 9783100605078
ISBN 978-3-10-060507-8
Seiten 461
Gewicht 590 g
Illustration mit 20 Abb.
Themen Belletristik > Erzählende Literatur > Briefe, Tagebücher

Zweiter Weltkrieg, Briefwechsel (div.), Stalinismus, Zensur, Erster Weltkrieg, Pasternak, Boris, Freudenberg, Olga, Russland, 1930 bis 1939 n. Chr., UdSSR, Sowjetunion, 1950 bis 1959 n. Chr., 1920 bis 1929 n. Chr., Briefe, Briefwechsel, Oktoberrevolution, Leningrad, Boris Pasternak, eintauchen, Olga Freudenberg

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