Fr. 26.90

Lärm im Spiegel - Gedichte

Deutsch · Fester Einband

Versand in der Regel in 1 bis 2 Wochen

Beschreibung

Mehr lesen

Warum Gedichte? Erich Kästner gibt die Antwort: 'Dass jemand ausspricht, was ihn bewegt und bedrückt, ist nützlich.' In Lärm im Spiegel aus dem Jahr 1929 zeigt sich Kästner als Lyriker von Rang. Prädikat: absolut gegenwärtig und uneingeschränkt
gebrauchsfähig.

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. -
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

Über den Autor / die Autorin

Erich Kästner, geb. am 23.2.1899 in Dresden, studierte nach dem Ersten Weltkrieg Germanistik, Geschichte und Philosophie. Neben seinen schriftstellerischen Tätigkeiten war Kästner Theaterkritiker und freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen. Von 1945 bis zu seinem Tode am 29. Juli 1974 lebte Kästner in München und war dort u.a. Feuilletonchef der 'Neuen Zeitung'. 1957 erhielt er den Georg-Büchner-Preis.

Zusammenfassung

Warum Gedichte? Erich Kästner gibt die Antwort: 'Dass jemand ausspricht, was ihn bewegt und bedrückt, ist nützlich.' In Lärm im Spiegel aus dem Jahr 1929 zeigt sich Kästner als Lyriker von Rang. Prädikat: absolut gegenwärtig und uneingeschränkt


gebrauchsfähig.


Sachliche Romanze


Als sie einander acht Jahre kannten


(und man darf sagen: sie kannten sich gut),


kam ihre Liebe plötzlich abhanden.


Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.


Sie waren traurig, betrugen sich heiter,


versuchten Küsse, als ob nichts sei,


und sahen sich an und wussten nicht weiter.


Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.


Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.


Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier


und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. –


Nebenan übte ein Mensch Klavier.


Sie gingen ins kleinste Café am Ort


und rührten in ihren Tassen.


Am Abend saßen sie immer noch dort.


Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort


und konnten es einfach nicht fassen.

Produktdetails

Autoren Erich Kästner
Mitarbeit Rudolf Grossmann (Illustration)
Verlag Atrium Verlag
 
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 19.09.2014
 
EAN 9783855353989
ISBN 978-3-85535-398-9
Seiten 112
Abmessung 125 mm x 208 mm x 10 mm
Gewicht 194 g
Themen Belletristik > Erzählende Literatur > Gegenwartsliteratur (ab 1945)

Gedichte, Reime (dt.) div., Liebe, Deutsche Literatur, Lyrik, Deutschland, Erste Hälfte 20. Jahrhundert (1900 bis 1950 n. Chr.), Gedichte, Klassiker, Gefühle, Auswahl, Poesie, Gedichtband, Sammlung, Kästner, Lyrik einzelner Dichter, leichtlesen

Kundenrezensionen

Zu diesem Artikel wurden noch keine Rezensionen verfasst. Schreibe die erste Bewertung und sei anderen Benutzern bei der Kaufentscheidung behilflich.

Schreibe eine Rezension

Top oder Flop? Schreibe deine eigene Rezension.

Für Mitteilungen an CeDe.ch kannst du das Kontaktformular benutzen.

Die mit * markierten Eingabefelder müssen zwingend ausgefüllt werden.

Mit dem Absenden dieses Formulars erklärst du dich mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden.