vergriffen

Über den Klippen - Als ich Willy Brandt einmal zu Bett brachte

Deutsch · Fester Einband

Beschreibung

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Die amüsante Erzählung einer spontanen Reise im Jahre 1976 liest sich zunächst wie das Psychogramm eines Jung-68ers in der alten Bundesrepublik auf der Suche nach Freundschaft, Liebe und Identität. Doch dann kommt es zu einer außergewöhnlichen Begegnung mit Willy Brandt auf Gozo und alles wird anders Mit Ausnahme der immer wiederkehrenden Erfahrung: Das Private ist das Politische. Und umgekehrt.
In seinem autobiografischen Rückblick fängt Jürgen Kessler sehr poetisch die Hoffnungen ein, die damals eine ganze Generation auf Willy Brandt setzte.
Eine hinreißende Geschichte! Harald Martenstein

Über den Autor / die Autorin

Jürgen Kessler, geboren 1949 in Mainz, studierte Jura, Journalistik und Betriebswirtschaft in Berlin, Mainz und Wiesbaden und arbeitete von 1969 bis 2002 für Hanns Dieter Hüsch, mit dem er eine Künstler- und Tourneemanagement GmbH gegründet hatte. Seit 1998 ist er Geschäftsführer der Stiftung Deutsches Kabarettarchiv sowie Initiator der Sterne der Satire auf dem Romano-Guardini-Platz in Mainz.

Bericht

Willy Brandt auf Gozo Kabarettspezialist Jürgen Kessler erinnert sich Von Jan-Geert Wolff, AZ Mainz Mainz. Wenn sich jemand an eine historische Größe erinnert, birst er zumeist vor Mitteilungsdrang. Jürgen Kessler, Leiter des Mainzer Kabarettarchivs, nähert sich in seiner Erzählung Über den Klippen seinem Protagonisten jedoch mit viel Bedacht: Im Frühjahr 1976 wächst aus einer zufälligen Tresen-Bekanntschaft in Mainz der spontane Entschluss, nach Malta zu reisen. Beide Männer eint die Enttäuschung über die ältere Generation und die politische Entwicklung der eigenen Republik, aber auch die Verehrung derselben Autoren, Musiker und des Idols Willy Brandt. Und ausgerechnet ihm begegnen Kessler und sein Reisegefährte Manfred Geisert auf der Nachbarinsel Maltas, auf Gozo. Zwischenstopp in Italien Doch zwischen dieser und Mainz liegen einige Kilometer, die Kessler nutzt, um gemeinsam mit dem Leser in Erinnerungen einzutauchen: an die gemeinsame Zugreise gen Süden oder an eine Demonstration während eines Zwischenstopps in Italien: Pausenlos tauschten wir angesichts der roten Fahnen Erfahrungen aus. Vor allem solche, die uns haben schwarzsehen lassen in unserem Leben . Aber da gibt es eben auch diese Lichtgestalt, jenen Politiker, der Mut macht und Hoffnung weckt: Willy Brandt. Frieden schließen Und auf Gozo erfährt man, dass auch er auf dem Eiland weilt und bucht sich im gleichen Hotel ein, wird sogar seiner Entourage zugeschrieben. Doch bevor man dem Idol begegnet, wird malerisch geschildert, wie man am Strand philosophiert, streitet und wieder Frieden schließt. Erinnerungen werden wach an Hanns Dieter Hüsch, den Grandseigneur der Kleinkunst. Und dann: Auf einmal, nach halber Strecke, entdeckten wir ihn am Horizont. Gemächlich schritt er voran. Auf unserem Hinweg! Unverwechselbar seine Silhouette. Diesen Augenblick nur ja fest einprägen. Mit Willy Brandt über den Klippen! Sollte man ein Foto machen? Persönliche Tragweite Man begegnet dem Ex-Kanzler, speist und kommt schließlich an der Hotelbar ins Gespräch für den Autor ein Erlebnis, dessen persönliche Tragweite er fesselnd zu schildern versteht: Nicht lange und man war per Du. Es kommt zu weiterem Gedankenaustausch: Ich fragte ihn alles Mögliche, erging mich bis in rechtliche Details und sparte Kontroverses nicht aus, doch er blieb geduldig mit mir. Die Zeit fliegt dahin und der Vino Rosso fließt, bis man ins Hotel schwankt und Brandt von den Freunden ins Bett geleitet wird. Der Erzählung hat Jürgen Kessler ein Zitat des von ihm verehrten Hüsch vorangestellt: Wenn man sich keine Erinnerungen schafft, kann man sich auch nicht erinnern. 1976 schrieb der Autor seine Erlebnisse auf und ruft sie sich zum 100. Geburtstag Willy Brandts am 18. Dezember 2013 erneut ins Gedächtnis. Über den Klippen ist eine poetische und sehr persönliche Hommage an das Idol und ein Erinnern an die Hoffnung, die man seinerzeit mit diesem Politiker verknüpfte: Kessler gelingt dies leise und unaufdringlich, aber hörbar und in der Retrospektive berührend.

Produktdetails

Autoren Jürgen Keßler
Verlag Ed. TZ / Leinpfad
 
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 30.04.2013
 
EAN 9783942291569
ISBN 978-3-942291-56-9
Seiten 72
Abmessung 126 mm x 206 mm x 11 mm
Gewicht 178 g
Thema Belletristik > Erzählende Literatur

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