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Stasi konkret - Überwachung und Repression in der DDR

Deutsch · Taschenbuch

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Beschreibung

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Eine lückenlose Überwachung von Post und Telefon, ein Spitzel in jeder Kneipe, die Verstrahlung von Oppositionellen - es gibt nur wenig, was man der Stasi nicht zutraut. Doch was konnten Mielkes Männer wirklich?

Dass sie alles wussten, mithörten und kontrollierten, vermuteten viele Menschen in der DDR. Die Stasi selbst schürte diesen Mythos, um den Anpassungsdruck zu erhöhen. Nach 1989/90 ist das MfS zudem regelrecht dämonisiert worden. Ließ sich die Verantwortung für die SED-Diktatur auf diese Weise doch bequem auf einer einzigen ihrer Säulen abladen. Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt in diesem Buch die Geschichte der Stasi, zeigt, wer ihre Gründer waren und hinterfragt manche der scheinbaren Gewissheiten, die sich mit ihrem Bild verbinden. So liefert er etwa gute Argumente dafür, dass die Zahl der IM nur halb so hoch gelegen haben dürfte, wie gemeinhin angenommen, und dass die Intensität der Postkontrolle und der Einfluss im Westen überschätzt werden. Viel zu lange hat sich die Forschung an den Plänen, Begrifflichkeiten und Kategorien des MfS orientiert. Es wird Zeit für eine Geschichte von unten, die fragt, was die Stasi konkret tat. Die DDR wird nicht Stasi-, sondern vollkommen zutreffend SED-Diktatur genannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorspann

Vorwort

I. Geheimpolizei und Kommunismus
Ausgangsbedingungen: die sowjetische Besatzungsherrschaft
Souveränität ohne Selbständigkeit - Die schrittweise Übertragung derRegierungsgeschäfte an die DDR
Der Weg zur Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit
Der sowjetische Geheimpolizei- und Geheimdienstapparat in der SBZ
"Abwehr" und "Aufklärung": Praxis und Theorie in der Kommunistischen Partei
Nachkriegsentwicklungen der Politischen Polizei bis Ende 1948

II. Das MfS in der SED-Diktatur
Die ersten Rekrutierungen
Die Gründergeneration der ostdeutschen Geheimpolizei
Die "Russen-Gruppe"
Die "Häftlingsgruppe"
Die "Antifa-Gruppe"
Die Gruppe "unbeschriebener Blätter"
Prägungen der "Gründergeneration"
Die Ministerfrage
Das MfS und die sowjetischen Dienste
Das MfS vor dem 17. Juni 1953
Der Fall Karl Hamann: 1952-1956
Zwischen Volksaufstand und Mauerbau
Das MfS in der Endphase der Ära Ulbricht
Der Prager Frühling und die Folgen
Die Stasi unter Honecker
Staatssicherheit in der Praxis: ein Fallbeispiel
Von der "Liquidierung" zur "Einschränkung". Die Bekämpfung von Widerstandund Opposition

III. Tschekisten und Spitzel.Hauptamtliche und inoffizielle Mitarbeiter
Die hauptamtlichen Mitarbeiter
Die inoffiziellen Mitarbeiter

IV. Weltweit im Einsatz? Das MfS außerhalb der DDR
Wie ein Agent der Hauptverwaltung A ins Gefängnis kam

V. Opposition und Widerstand. Das "Liebesministerium" (G. Orwell) inAktion
Wahlen 1950
17. Juni 1953
AntikommunistischerWiderstand nach dem Aufstand
Mauerbau
Prager Frühling
Brüsewitz, Biermann, Bahro - Folgen
Polen
Keine Bilanz

VI. 1989/90 und die Folgen: Schlussbemerkungen
Nachspiele

Danksagung
Anmerkungen
Abkürzungsverzeichnis
Auswahlbibliographie
Bildnachweis
Personenregister


Über den Autor / die Autorin

Dr. phil. Ilko-Sascha Kowalczuk, geboren 1967, Historiker, war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit" und arbeitet seit mehreren Jahren als Projektleiter in der Forschungsabteilung der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Zusammenfassung

Eine lückenlose Überwachung von Post und Telefon, ein Spitzel in jeder Kneipe, die Verstrahlung von Oppositionellen - es gibt nur wenig, was man der Stasi nicht zutraut. Doch was konnten Mielkes Männer wirklich?

Dass sie alles wussten, mithörten und kontrollierten, vermuteten viele Menschen in der DDR. Die Stasi selbst schürte diesen Mythos, um den Anpassungsdruck zu erhöhen. Nach 1989/90 ist das MfS zudem regelrecht dämonisiert worden. Ließ sich die Verantwortung für die SED-Diktatur auf diese Weise doch bequem auf einer einzigen ihrer Säulen abladen. Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt in diesem Buch die Geschichte der Stasi, zeigt, wer ihre Gründer waren und hinterfragt manche der scheinbaren Gewissheiten, die sich mit ihrem Bild verbinden. So liefert er etwa gute Argumente dafür, dass die Zahl der IM nur halb so hoch gelegen haben dürfte, wie gemeinhin angenommen, und dass die Intensität der Postkontrolle und der Einfluss im Westen überschätzt werden. Viel zu lange hat sich die Forschung an den Plänen, Begrifflichkeiten und Kategorien des MfS orientiert. Es wird Zeit für eine Geschichte von unten, die fragt, was die Stasi konkret tat. Die DDR wird nicht Stasi-, sondern vollkommen zutreffend SED-Diktatur genannt.

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