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Briefwechsel

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Schmitt avancierte darüber zum »Kronjuristen des Dritten Reiches«, der 1936 allerdings kaltgestellt wurde. Jünger wahrte Distanz gegenüber den Nazis und wurde zum kritischen Beobachter und Chronisten der deutschen Verfehlung. Nach 1945 mußte sich Schmitt mit einem glanzlosen Dasein in provinzieller Abgeschiedenheit begnügen, während Jünger zu einem vielbeachteten, wenn auch vielfach angefeindeten Autor aufsteigen konnte. Gleichwohl hielten Jünger und Schmitt über all diese Jahre hinweg Kontakt und reflektierten ihr Verhalten während dieser verwerfungsreichen Zeit in einem kontinuierlich geführten Briefwechsel, der größtenteils erhalten ist und hier einschränkungslos wiedergegeben wird: über 400 Briefe, bemerkenswert nicht nur als Quelle biographischer und werkgeschichtlicher Informationen, sondern auch als Dokumente eines Versuchs, die Tragik der eigenen Geschichte durch Bezugnahme auf mythologische, literarische und historische Existenzmuster zu verstehen und aushaltbar zu machen.

Über den Autor / die Autorin

Ernst Jünger, geb. in Heidelberg am 29. 3. 1895, war Soldat in der Fremdenlegion, dann in der Reichswehr und der Wehrmacht. Er ist der Bruder von Friedrich G. Jünger. Seine Schriften 'In Stahlgewittern' (Tageb., 1920), 'Der Kampf als inneres Erlebnis' (Essay, 1922) und 'Feuer und Blut' (En., 1925) gelten als Verherrlichung von Soldatentum und Krieg. Später Schriften gegen Gewalt und Macht. Jüngers Teilzeitideologien sind bis heute ebenso umstritten wie seine literarischen Werke.

Carl Schmitt, geb. 1888 in Plettenberg, lehrte als Professor für Verfassungs- und Völkerrecht in Greifswald (1921), Bonn (1922), Berlin (Handelshochschule, 1926), Köln (1932) sowie an der Universität Berlin (1933-45). Seine Definitionen der Begriffe Politische Romantik und Politische Theologie, Souveränität, Diktatur, Legalität und Legitimität sowie des Politischen (Freund-Feind-Theorie) hatten starken Einfluss weit über die Grenzen Deutschlands und seines Faches hinaus. Der Autor verstarb 1985 in seinem Geburtsort.

Helmuth Kiesel habilitierte sich mit einer Arbeit über Alfred Döblins Exil- und Spätwerk und ist Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Heidelberg. Er ist einer der besten Kenner der literarischen Moderne in Deutschland.

Zusammenfassung

Schmitt avancierte darüber zum »Kronjuristen des Dritten Reiches«, der 1936 allerdings kaltgestellt wurde. Jünger wahrte Distanz gegenüber den Nazis und wurde zum kritischen Beobachter und Chronisten der deutschen Verfehlung. Nach 1945 mußte sich Schmitt mit einem glanzlosen Dasein in provinzieller Abgeschiedenheit begnügen, während Jünger zu einem vielbeachteten, wenn auch vielfach angefeindeten Autor aufsteigen konnte. Gleichwohl hielten Jünger und Schmitt über all diese Jahre hinweg Kontakt und reflektierten ihr Verhalten während dieser verwerfungsreichen Zeit in einem kontinuierlich geführten Briefwechsel, der größtenteils erhalten ist und hier einschränkungslos wiedergegeben wird: über 400 Briefe, bemerkenswert nicht nur als Quelle biographischer und werkgeschichtlicher Informationen, sondern auch als Dokumente eines Versuchs, die Tragik der eigenen Geschichte durch Bezugnahme auf mythologische, literarische und historische Existenzmuster zu verstehen und aushaltbar zu machen.

Vorwort

Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe

Bericht

"Ein Austausch hochgebildeter Seelen, die sich alle Mühe geben, möglichen Verstimmungen des Partners von vornherein aus dem Wege zu gehen. So sind diese mehr als 50 Jahre Briefwechsel, die übrigens sehr unterschiedlich auf die Lebensphasen verteilt sind, ein Dokument von zwei Symbolfiguren dieses Jahrhunderts, die sich immer suchten, aber nie ganz fanden. Es liegt nunmehr in einer von Helmuth Kiesel mustergültig betreuten Ausgabe vor, in der von den 832 Seiten fast die Hälfte den Fußnoten eingeräumt ist. Die sind auch nötig, denn beide Briefpartner reiten Steckenpferde, die nicht unbedingt zum Bildungsfundus auch des Gebildeten gehören. Schnell wird dabei ersichtlich, wie viel Ernst Jünger den Anregungen seines gelehrten Freundes verdankt. [...] 100-jährig notiert er: Carl Schmitt ist in meiner und ich bin in seiner Biografie unvermeidlich. Und: Carl Schmitts Briefe sind geistiges Hochland im Vergleich zu dem, was heute in Deutschland geboten wird . Das gilt ohne den Vergleich zu übernehmen auch für Jünger. Dieser Briefwechsel dokumentiert, was an Briefkultur in Deutschland verloren ging." Paul Noack, Die Welt, 09.10.1999

Produktdetails

Autoren Ida Coblenz, Paul Eisner, Otokar Fischer, Stefan George, Stefan u a George, Friedrich Gundolf, Jünge, Erns Jünger, Ernst Jünger, Rudolf Pannwitz, Schmitt, Car Schmitt, Carl Schmitt
Mitarbeit Rober Boehringer (Herausgeber), Robert Boehringer (Herausgeber), Elisabeth Höpker-Herberg (Herausgeber), Helmut Kiesel (Herausgeber), Helmuth Kiesel (Herausgeber), Georg P. Landmann (Herausgeber), Georg P Landmann u a (Herausgeber), Marie-Odile Thirouin (Herausgeber), Helmuth Kiesel (Nachwort)
Verlag Klett-Cotta
 
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 01.05.2012
 
EAN 9783608939408
ISBN 978-3-608-93940-8
Seiten 944
Abmessung 140 mm x 65 mm x 217 mm
Gewicht 1041 g
Illustration Personen- und Werkregister
Themen Belletristik > Erzählende Literatur > Briefe, Tagebücher

Briefwechsel (div.), Deutsche Literatur, Literaturgeschichte, Quelle, Recht, Literaturtheorie, Jünger, Ernst, Schmitt, Carl, 20. Jahrhundert (1900 bis 1999 n. Chr.), 20. Jahrhundert, Literarische Essays, Edition, Briefwechsel, Literaturwissenschaft: 1900 bis 2000, Briefsammlung, Essayistik, 1930-1983, Helmuth Kiesel

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