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Massengewalt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart als politische Praxis und gesellschaftliche Realität ist Gegenstand dieses Buches. Die These, dass Völkermord aus Intention nach ideologischen Prämissen entsteht, dass Genozid in Vorurteilen wurzelt, wird an den einschlägigen Ereignissen eines Jahrhunderts der Gewalt untersucht. Staatsverbrechen mit massenhafter Gewalt, politisch motivierte Vertreibung von Bevölkerungsgruppen mit allen Folgen für die Opfer sind jedoch nicht immer nach ihrer Intention und auch nicht wegen der Dimension des Leids Völkermorde. Aber auch Genozide, begangen aus dem ideologischen Vorsatz der Ausrottung von Menschen wegen ihrer ethnischen, sozialen, kulturellen oder religiösen Identität werden aus politischen und diplomatischen Gründen oft nicht als Völkermord wahrgenommen.
Sommario
1 Wolfgang Benz: Einleitung
2 Jürgen Zimmerer: Bevölkerungsökonomie, Rassenstaat und Genozid
in Deutsch-Südwestafrika
3 Annette Schaefgen: Von der treuen millet zum Sündenbock oder
Die Legende vom armenischen Dolchstoß
Der Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg
4 Svetlana Burmistr: Holodomor - der organisierte Hungertod
in der Ukraine 1932/1933
5 Bernward Dörner: Der Holocaust - Die "Endlösung der Judenfrage"
6 Peter Widmann: Der Völkermord an den Sinti und Roma und seine
ideologischen Voraussetzungen
7 Wolfgang Benz: Die Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa
8 Angelika Königseder: Das Pol-Pot-Regime in Kambodscha
9 Holm Sundhaussen: Von der "bescheidenen Rede" zum Massenmord
Der Zerfall Jugoslawiens und die Kriege der 1990er Jahre
10 Dominik J Schaller, "Die einzig plausible Lösung ist die Eliminierung
der Tutsi" Der Völkermord in Ruanda 1994
11 Juliane Wetzel, Darfur - Völkermord oder Bürgerkrieg ?
12 Yehuda Bauer, Holocaust und Genozid heute
Autorinnen und Autoren
Info autore
Wolfgang Benz, geboren 1941, ist Mitgründer und Mitherausgeber der Dachauer Hefte und war von 1969 bis 1990 Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in München. Er ist Prof. em. der Technischen Universität Berlin; Wolfgang Benz leitete bis März 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin. 1992 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis.
Riassunto
Massengewalt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart als politische Praxis und gesellschaftliche Realität ist Gegenstand dieses Buches. Die These, dass Völkermord aus Intention nach ideologischen Prämissen entsteht, dass Genozid in Vorurteilen wurzelt, wird an den einschlägigen Ereignissen eines Jahrhunderts der Gewalt untersucht. Staatsverbrechen mit massenhafter Gewalt, politisch motivierte Vertreibung von Bevölkerungsgruppen mit allen Folgen für die Opfer sind jedoch nicht immer nach ihrer Intention und auch nicht wegen der Dimension des Leids Völkermorde. Aber auch Genozide, begangen aus dem ideologischen Vorsatz der Ausrottung von Menschen wegen ihrer ethnischen, sozialen, kulturellen oder religiösen Identität werden aus politischen und diplomatischen Gründen oft nicht als Völkermord wahrgenommen.