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Der dem Kräftespiel der Welt, der Kirche und der eigenen psychischen Wirklichkeit ausgesetzte Mensch, der Widerstreit von Sein und Schein prägen in Inhalt und Form die historischen Novellen Meyers. Der scheinbar abwesende Autor lässt uns in den Novellen schicksalsschwere Konflikte in historisch entrücktem Zusammenhang nachvollziehen, Konflikte, in welche die Mächte der Welt, der Kirche und der psychischen Wirklichkeit den Einzelnen verstricken.
Zwar entführen uns das teilweise erfundene, zum Teil auf historisch Verbürgtes gestützte Geschehen und die Personen der Novellen in zurückliegende Jahrhunderte, der artistische gestaltende und ausfeilende Kunstverstand jedoch, der in ihnen am Werk ist, weist Meyer als Dichter jenes Ortes aus, an dem, zum Beispiel, auch Flaubert zu Hause ist: der Formwille lässt das Stoffliche in den Hintergrund treten. Dies macht Meyer dem formerfahrenen und -erprobten Leser des 20. Jahrhunderts zum Vertrauten und sichert ihm einen Platz im Bezirk der Weltliteratur.
Info autore
Conrad F. Meyer, geb. 1825 in Zürich, gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schweizer Dichtern des 19. Jahrhunderts. Er starb 1898 in Kilchberg bei Zürich.