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Angestoßen durch die aktuellen Hochschulreformen diskutieren Forscher, Politiker und Feuilletonisten eine Grundsatzfrage: Welchen Nutzen hat Wissenschaft für die Gesellschaft? Eine Debatte, bei der es um weit mehr als die viel zitierten knappen Kassen geht, aus denen Spitzenforschung angeblich nicht mehr zu bezahlen ist. Es geht auch um die Definition gesellschaftlichen Fortschritts, um die Deutungshoheit von sozialen Prozessen. Forschung muss gesellschaftliche Relevanz besitzen, darüber herrscht weitgehend Einigkeit nur: Wer definiert, was relevant ist? Der gesellschaftliche Nutzen mancher Forschungsergebnisse leuchtet unmittelbar ein: Die Relevanz von neuen medizinischen Technologien oder von Fortschritten in der Erforschung des Klimawandels ist evident. Weit schwerer ist dagegen zu kommunizieren, warum wir auch in Zahlentheorie und Altkirchenslavisch investieren sollten.In »Keine Wissenschaft für sich« beleuchten namhafte Forscher und Wissenschaftspolitiker das komplexe Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft. Sie fragen nach den Ansprüchen und Erwartungen, die Wissenschaft und Gesellschaft an einander stellen, diskutieren die Möglichkeit, Kriterien zur Überprüfung gesellschaftlicher Relevanz zufinden, und beleuchten das Zusammenspiel von Forschung und medialer Vermittlung.
Info autore
Dr. Annette Schavan, Jahrgang 1955, Politikerin. Sie lebt in Ulm und Berlin. Von 2005-2013 war sie Bundesministerin für Bildung und Forschung. Sie studierte Erziehungswissenschaften, kath. Theologie und Philosophie. Seit 2009 ist sie Honorarprof. der FU Berlin.