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Die Novelle 'Immensee' begründete Storms Ruhm als Dichter. Die Geschichte des gealterten Reinhard Werner, der auf eine ungelebte Jugendliebe und seinen entbehrungsreichen Lebensweg zurückblickt, mischt Romantisches mit Elementen des Biedermeier, enthält aber auch moderne, realistische und impressionistische Passagen. Das Werk besticht durch die intensive Schönheit der Ausdruckskraft seiner lyrischen Motive. Insbesondere gilt für 'Immensee' Storms Bekenntnis in einem Brief an Erich Schmidt vom 1. März 1882: »Meine Novellistik ist aus meiner Lyrik erwachsen.«
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Theodor Storm, geb. am 14. September 1817 in Husum. Der Rechtsanwalt wurde 1852 von den Dänen wegen politischer Opposition ausgewiesen und kehrte 1864 als Landvogt in seine nun deutsch gewordene Heimatstadt zurück. Ab 1879 war Storm Amtsgerichtsrat. Er starb am 4. Juli 1888 in Hademarschen. Storm gilt als einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus. In seinem Werk ist Storm thematisch den Menschen und der Landschaft seiner Heimat zugewandt und als Künstler der Spätromantik verpflichtet, besonders in seiner liedhaft-innigen, formstrengen Natur- und Bekenntnislyrik. Seine Hauptleistung aber liegt in der Novelle. 58 solcher Novellen umfasst sein Werk, das von lyrisch gestimmten und wehmütig verklärenden Texten bis zu realistischen, stark handlungsbetonten Schicksals- und Chroniknovellen reicht. Immer wieder stellt Storm dabei die menschlichen Leidenschaften und den Kampf des einzelnen gegen überlegene Mächte mit herber, oft tragischer Gefasstheit dar.
Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre ist Leiter des Antoniter-/Strigelmuseums und der MEWO Kunsthalle in Memmingen, Dozent für Neuere deutsche Literatur an der Universität München und Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen.