Ulteriori informazioni
Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass Frauen nur innerhalb bestimmter Bereiche einer Gesellschaft wirkten und nur bedingt am künstlerisch-literarischen Leben, an Bildung und Geselligkeit teilhaben konnten. Der Blick auf Weimar-Jena zwischen 1770 und 1830 erschließt jedoch ein anderes, deutlich facettenreicheres Bild: Hier hatte eine bemerkenswerte Anzahl von Frauen Teil am künstlerisch-literarischen Leben, an Bildung und Geselligkeit. Sie betätigten sich als Leserin, Rezipientin, Briefschreiberin, Schriftstellerin, Künstlerin und Organisatorin von bzw. Teilnehmerin an Geselligkeitskreisen.Möglich wurde dies nicht zuletzt durch die besondere Kommunikationssituation in Weimar und Jena: Untereinander, mit Verlegern, anderen Schriftstellern und Herausgebern von Zeitschriften gelang es den Frauen, zahlreiche Beziehungsgeflechte zu knüpfen, die der Umsetzung der eigenen Ziele dienten.Am Beispiel von Sophie Mereau, Johanna Schopenhauer und Henriette von Egloffstein, die nach Weimar und Jena kamen, um ein selbstbestimmtes Leben in Schriftstellerkreisen, in der Gesellschaft und am Hof führen zu können, zeigt die Studie, wie und warum es den Frauen gelang, in Weimar-Jena ihre Lebensentwürfe umzusetzen.
Riassunto
Die Faszination, die von Frauen ausgeht, die mit oder neben Männern wie Goethe, Schiller, Wieland und Herder lebten, ist nach wie vor ungebrochen. Die Beschäftigung mit den Frauen Weimar-Jenas, die mit eigenen literarischen, schauspielerischen, musikalischen oder Werken der bildenden Kunst, aber auch durch die von ihnen frequentierten und unterhaltenen Geselligkeitskreise auf sich aufmerksam machten, befindet sich jedoch noch in den Anfängen.
Im vorliegenden Band stehen mit Sophie Mereau, Johanna Schopenhauer und Henriette von Egloffstein drei ambitionierte Frauen im Zentrum, die versuchten, ihre Lebensentwürfe umzusetzen und dabei ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Studie fragt danach, inwiefern diese drei Frauen, die sich zwischen 1793 und 1829 in Weimar bzw. Jena aufhielten und auf literarisch-künstlerischem bzw. geselligem Gebiet auf sich aufmerksam machten, persönliche Vorhaben umsetzen konnten, welche Handlungsspielräume sie während ihrer Anwesenheit in Weimar bzw. Jena nutzten und wovon sie dabei beeinflusst wurden.