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Das Werk des Formgestalters Karl Clauss Dietel nimmt innerhalb der Designforschung eine besondere Stellung ein, da es ein konsistentes Verständnis nachhaltiger, modularer und nutzer:innenorientierter Gestaltung formuliert, das weit über seinen Entstehungskontext hinausweist. Zentral ist dabei das offene Prinzip , das auf Austauschbarkeit, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Ressourceneffizienz und langfristige Adaptierbarkeit von Produkten zielt und damit wesentliche Leitlinien heutiger Diskurse zu Open Design, Maker Culture und ökologischer Resilienz antizipiert.Trotz der häufig kontextgebundenen Rezeption blieb die theoretische Tragweite des offenen Prinzips sowie die gestalterische Qualität lange unterbelichtet. Das vorliegende Buch unternimmt daher eine systematische Analyse von Dietels Gestaltungsphilosophie, ihrer methodischen Grundannahmen und ihrer Anschlussfähigkeit an gegenwärtige Debatten der Designtheorie und -praxis. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern das offene Prinzip als frühe konzeptionelle Vorform nachhaltiger und partizipativer Gestaltungspraktiken verstanden werden kann. Durch diese Relektüre wird Dietels Designauffassung nicht primär als historisches Artefakt im Kontext des Designs in der DDR, sondern als relevanter theoretischer Beitrag ausgewiesen, der Impulse für aktuelle wie zukünftige Herausforderungen in Gestaltung, Gesellschaft und Umwelt liefert.
Sommario
Einleitung.- Dietel und das Design in der DDR.- Das offene Prinzip - die offene Form.- Das offene Prinzip revisted.- Schluss.
Info autore
Dr. Tobias Held ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der MSD - Münster School of Design der Fachhochschule Münster. Er studierte Design an der Hochschule Anhalt (Dessau) und der Münster School of Design. 2022 wurde er mit seiner Design- und Medienforschung zu sozio-interaktiven Potentialen der Videotelefonie im Kontext von Nähe und Verbundenheit an der Bauhaus-Universität Weimar promoviert.