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Die Ich-Erzählerin reist mit ihrem Vater in ein südeuropäisches Land. Ziel der Reise ist eine Pension in einer verlorenen Gegend, wo ihre Halbschwester lebt. Sie hat die uneheliche Tochter des Vaters noch nie gesehen. Um seine Ehe nicht zu gefährden, hatte der Vater keinen Kontakt zu Maries Mutter. In der abgeschiedenen Pension, die Maries Mutter betreibt, und in der noch Maries Halbbruder Fabian, eine Frau und ein Mann wohnen, geraten die Neuankömmlinge in ein Machtspiel, das durch ihre Ankunft aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Eine Vereinigung der Familienhälften scheint unmöglich, die Atmosphäre feindlich. Die Isoliertheit, in die sich Vater und Tochter auf diesem Grundstück begeben haben, wird zur Falle. Die Erzählerin fürchtet, ihren über die Grenzen des Familiären hinaus geliebten Vater an Marie zu verlieren. Die emotionale Bedrohlichkeit der Situation spiegelt sich in der bis zur Unheimlichkeit gesteigerten Wahrnehmung der Ich-Erzählerin. Am Schluß verläßt sie die Gegend, allein. Ob ihr die Ablösung vom Vater geglückt ist, bleibt offen.
Info autore
Nora Bossong, geboren1982, lebt in Berlin und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Stipendium der Stiftung Niedersachsen und dem Bremer Autorenstipendium. Für ihren Debütroman "Gegend" erhielt sie das Leipziger Literaturstipendium und das Prosawerk-Stipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung.
Riassunto
Der Debütroman der vielfach ausgezeichneten Autorin.
Die Erzählerin reist mit ihrem Vater in ein südeuropäisches Land. Ziel der Reise ist eine Pension in einer verlorenen Gegend, wo ihre Halbschwester lebt. Sie hat die uneheliche Tochter des Vaters noch nie gesehen. Um seine Ehe nicht zu gefährden, hatte der Vater keinen Kontakt zu Maries Mutter. In der abgeschiedenen Pension, die Maries Mutter betreibt, und in der noch Maries Halbbruder Fabian, eine Frau und ein Mann wohnen, geraten die Neuankömmlinge in ein Machtspiel, das durch ihre Ankunft aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Eine Vereinigung der Familienhälften scheint unmöglich, die Atmosphäre feindlich. Die Isoliertheit, in die sich Vater und Tochter auf diesem Grundstück begeben haben, wird zur Falle. Die Erzählerin fürchtet, ihren über die Grenzen des Familiären hinaus geliebten Vater an Marie zu verlieren. Die emotionale Bedrohlichkeit der Situation spiegelt sich in der bis zur Unheimlichkeit gesteigerten Wahrnehmung der Ich-Erzählerin. Am Schluß verläßt sie die Gegend, allein. Ob ihr die Ablösung vom Vater geglückt ist, bleibt offen.
Nora Bossong zeichnet in »Gegend« eindringliche Portraits eines beunruhigenden Kammerspiels, sprachlich sparsam gearbeitet, aber von einer Sogwirkung, die sich nicht nur aus dem Stoff ableiten lässt. Ein lakonischer Ton, der auf geglückte Weise im Widerspruch zur Spannung steht, die er erzeugt.
Testo aggiuntivo
»Trotz der sprachlichen Klarheit bleiben Nora Bossongs Figuren und ihre Beweggründe aber unscharf - es gibt fast keine Kausalitäten in dem Roman, ein Ereignis folgt auf das andere, ohne dass deutlich würde, ob es nun damit unmittelbar in Verbindung steht oder nicht. Keine Verwunderung, nicht bei der Erzählerin, nicht bei den anderen Personen, und mit fortschreitender Lektüre auch immer weniger beim Leser – man nimmt die Dinge, wie sie kommen, auch wenn man ahnt, dass sie von Dramatik und sogar Tragik sein könnten. Ein wenig erinnert der Ton, in dem Nora Bossong ihre abgründige Geschichte erzählt, an denjenigen des Alten Testaments: So wie dort die Geschichte von Lot und seinen Töchtern in ihrer bloß scheinbaren Logik unkommentiert präsentiert wird, ebenso lakonisch berichtet Bossongs Roman mit seiner sentimentalen und stilistischen Verknappung von dem namenlosen Vater und seinen Töchtern.« (taz)