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Ausgezehrt sein, nach Hilfe suchen, sich verletzt fühlen, auf schwachen Beinen stehen - diesen existenziellen Gefühlen und emotionalen Kämpfen widmet sich Sirka Elspaß in ihren neuen Gedichten: von der alltäglichen Beobachtung, »wie oft da keine sorge / steht im chatverlauf«, bis hin zum Schutzengel, der hinwirft, nicht mehr erreichbar ist, »sogar die mailbox hat er ausgemacht«. Der Blick fällt auf den eigenen Körper, das eigene prekäre Sein, bevor er sich dem Außen zuwendet, der Natur, den Tieren, allen voran den Vögeln am Himmel. Wehklagen und helle Harmonien, Zetern und Lachen wechseln sich ab, während über allem die Suche nach Trost schwebt: »ich suche / sie immer die engel / den trost per boten«.
Sirka Elspaß Suche nach Trost ist genau das: tröstlich. Bei aller Verletzlichkeit, allem Schmerz wirkt ihre Poesie schwebend leicht. So helfen die Gedichte über die wunden Punkte des In-der-Welt-Seins hinweg. Denn hungern beten heulen schwimmen zeigt uns, dass es weitergeht, dass wir nicht allein sind - und manchmal reicht dafür ein kleiner Moment, eine humorvolle Beobachtung, ein versöhnlicher Vers.
Sommario
hungern
beten
heulen
schwimmen
I hungern
ich habe sünden begangen aus heimweh
meinst du mich wenn du sprichst
von der geburt bis zum umfallen
du sitzt in deinem körper
nimm einen bissen
leuten die man nicht leiden kann gibt man das merkwürdigste besteck
live laugh ach vergiss es
neben all den zirpenden grillen im gras
mein kopf ist ein nest aus schlamm
du kannst es nachlesen
wir haben vieles falsch gemacht
heulsusen unite
hier eine pause
mir einer zuneigung sicher sein
drückst du sanft meine hand zum gruß
II beten
ich schreibe dir eine kurznachricht
herzlichen glückwunsch Sie haben die ohnmacht erkannt
die schmutzwäsche die schmutzwäsche
sind wir endlich da
bevor ich verbittere
Info autore
Sirka Elspaß, geboren 1995 in Oberhausen, hat Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studiert. Ihr erster Gedichtband,
ich föhne mir meine wimpern
, erschien 2022. Er war u. a. für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises nominiert, eine der Lyrik-Empfehlungen 2023 und stand auf der ORF-Bestenliste. 2024 wurde Sirka Elspaß für
ich föhne mir meine wimpern
mit dem Orphil-Debütpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet.
Riassunto
Ausgezehrt sein, nach Hilfe suchen, sich verletzt fühlen, auf schwachen Beinen stehen – diesen existenziellen Gefühlen und emotionalen Kämpfen widmet sich Sirka Elspaß in ihren neuen Gedichten: von der alltäglichen Beobachtung, »wie oft da keine sorge / steht im chatverlauf«, bis hin zum Schutzengel, der hinwirft, nicht mehr erreichbar ist, »sogar die mailbox hat er ausgemacht«. Der Blick fällt auf den eigenen Körper, das eigene prekäre Sein, bevor er sich dem Außen zuwendet, der Natur, den Tieren, allen voran den Vögeln am Himmel. Wehklagen und helle Harmonien, Zetern und Lachen wechseln sich ab, während über allem die Suche nach Trost schwebt: »ich suche / sie immer die engel / den trost per boten«.
Sirka Elspaßʼ Suche nach Trost ist genau das: tröstlich. Bei aller Verletzlichkeit, allem Schmerz wirkt ihre Poesie schwebend leicht. So helfen die Gedichte über die wunden Punkte des In-der-Welt-Seins hinweg. Denn
hungern beten heulen schwimmen
zeigt uns, dass es weitergeht, dass wir nicht allein sind – und manchmal reicht dafür ein kleiner Moment, eine humorvolle Beobachtung, ein versöhnlicher Vers.
Testo aggiuntivo
»Es gelingt Sirka Elspaß, die vier Tätigkeiten Hungern, Beten, Heulen und Schwimmen derart miteinander zu verzwirnen, dass sie zum Existenzfaden werden. ... [B]esser lässt sich der vielschichtige Überlebenskampf nicht zur poetischen Sprache bringen.«
Relazione
»Verse wie Pflaster für die Seele.« myself 20251209