Descrizione
Dettagli sul prodotto
| Autori | Theresia Graw |
| Editore | Ullstein Extra |
| Lingue | Tedesco |
| Formato | Tascabile |
| Pubblicazione | 27.06.2024 |
| EAN | 9783864932069 |
| ISBN | 978-3-86493-206-9 |
| Pagine | 512 |
| Dimensioni | 135 mm x 40 mm x 200 mm |
| Peso | 525 g |
| Categorie |
Narrativa
> Antologie miste
historisch, Unterhaltung, starke Frauen, Saga, Kleinstadt, Gretchen, Ostwestfalen-Lippe, britische Besatzungszone, Besatzer, Ostwestfalen, Erzählerisches Thema: Vertreibung, Exil, Migration, Liebe gegen Hindernisse, leichtlesen, stay away, ca. 1940 bis ca. 1949, ca. 1950 bis ca. 1959, Felicitas Fuchs, Tommys, Mütter-Trilogie |
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Geteilte Stadt
Der 2.Weltkrieg geht zu Ende und Bad Oeynhausen ist unzerstört. Damit es auch in den letzten Kriegstagen so bleibt, fährt der Arzt der Stadt mit einer weißen Flagge zu den Engländern und übergibt die Stadt. Damit ist der Krieg für die Bewohner zu Ende. Die leiden jedoch auch. Die Innenstadt des Kurbades wird zum Hauptquartier der englischen Armee, damit aber zugleich zu einer großen Sperrzone. Die Einwohner werden quasi enteignet, müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen und sich irgendwo ein neues Quartier suchen. Viele landen in den Baracken am Stadtrand. So auch Anne mit ihrer Schwester und deren Familie. Das mondäne Familienhotel wird Offiziersclub. Und das Leben wird nicht leichter.
Das Buch ist eine sehr gelungene Mischung aus historischem Roman, Familiengeschichte, aber auch Liebesroman. Wie sicher sehr viele hatte ich nie davon gehört, dass die Stadt wie Berlin quasi geteilt war. Und vor allem, wie lange dieser Zustand angedauert hat. Die verschiedenen Ansichten der Menschen der damaligen Zeit sind gut beschrieben. Sowohl die der Deutschen wie auch der Engländer. Man merkt im Laufe des Buches, wie sich beide zumindest leicht annähern und mehr Verständnis füreinander zeigen. Aber auch, wie schwer es im offiziellen wie privaten Leben war, überhaupt zu überleben und vorwärts zu kommen und gleichzeitig, wie schwer es für die Engländer war, die Deutschen in einer Art akzeptieren zu können. Das alles ist interessant beschrieben und sehr gut lesbar, sodass ich eine Leserempfehlung ausspreche -
Andere Sicht
Bad Oeynhausen 1945: Der Krieg geht gerade zu Ende. Anne lebt zusammen mit ihrer Mutter im ehrfürchtigen Hotel Margarethenhof. Das heißt, ehrfürchtig war es einmal. Nun dient es als Unterkunft von Flüchtlingen aus den nahen Großstädten. Doch jetzt, wo der Krieg fast vorbei ist, kann es nur noch ein paar Monate dauern, bis Anne das Hotel wieder im alten Glanz eröffnen kann. Aber aus ihren Träumen soll nichts werden. Die britischen Besatzer machen Bad Oeynhausen zu einem Sperrbezirk und richten in der Stadt ihr Hauptquartier ein. Deutsche dürfen die Stadt vorerst nicht betreten. So zieht Anne zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Iris samt Kindern in eine Baracke vor den Toren der Stadt.
Auch Rosalie, ehemals die beste Freundin von Anne, ergeht es nicht viel besser. Sie hat im Krieg ihre gesamte Familie verloren und findet Unterschlupf auf einem kleinen Bauernhof weit außerhalb von Bad Oeynhausen.
Während die ehemaligen Bad Oeynhausener im Dreck leben und kaum etwas zu essen haben, leben die britischen Besatzer im Sperrbezirk in Saus und Braus. Die ersten Deutschen finden bei ihnen einen sehr gut bezahlten Job und können sich nebenbei heiß ersehnte Dinge beschaffen. Doch darf man für den ehemaligen Feind arbeiten? Für den Feind, den man immer noch so hasst? Und was macht man, wenn das Herz ganz eigene Wege geht?
Ich habe schon einige Bücher gelesen, die um die Stunde Null spielen. Meistens spielten sie in Großstädten wie Berlin, Dresden, Hamburg oder Köln. Dieses Buch war ganz anders. Beleuchtet es doch das Verhältnis zwischen Besatzern und Deutschen. Und dass Bad Oeynhausen das Hauptquartier der Briten war und zur Sperrzone erklärt wurde, war mir auch ganz neu. Ich habe viel Neues dazugelernt. Man markt dem Buch deutlich an, dass der Inhalt sauber recherchiert wurde.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Anne und von Rosalie erzählt. Beide erleben das Geschehen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Theresia Graw schildert alles so eindrücklich, dass man meint, den Hunger und die Kälte am eigenen Leib zu erfahren. Ihr Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Fazit: Eine wärmste Leseempfehlung von mir! -
Spannende, authentische Geschichte aus der Zeit der englischen Besatzung Deutschlands
Buchinhalt:
Als nach Kriegsende 1945 die englischen Besatzer in Bad Oeynhausen einmarschieren, ändert sich schlagartig das Leben der Bewohner. Der Stadtkern wird mit Stacheldraht abgeriegelt, die Engländer beschlagnahmen viele Häuser, um ihr Hauptquartier auf deutschem Boden zu errichten. Darunter ist auch das Familienhotel von Anne, die sich nichts sehnlicher wünscht, als dieses selbst wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.
Annes Freundin Rosalie hingegen arrangiert sich sehr schnell mit den Briten und träumt davon, einen Offizier zu heiraten , um der Armut und dem Hunger der Nachkriegszeit zu entfliehen....
Persönlicher Eindruck:
In Don't Kiss Tommy ist Autorin Graw erneut gelungen, eine authentische Erzählung und Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte lebendig zu machen. Schauplatz ist die Kurstadt Bad Oeynhausen, in der die Engländer das Hauptquartier ihrer Besatzungszone einrichten und die Bewohner vieler Häuser auf die Straße setzten. So auch Anne, Tochter aus reichem Hause und Erbin des Hotels Margarethenhof, sowie Rosalie, ehemaliges Zimmermädchen ebendort.
Während Anne ihr Hotel (in dem sich jetzt der Offiziersclub befindet) nicht kampflos aufgeben will und die englischen Besatzer zutiefst verabscheut, versucht Rosalie das Beste daraus zu ziehen und arbeitet schließlich bei den Engländern als Kellnerin. Einen adretten Offizier zu angeln und durch Heirat der Armut zu entfliehen ist ihre Absicht.
Spannend und mitreißend erzählt Graw aus dem Alltag der Menschen der unmittelbaren Nachkriegszeit, dem Elend und Hunger, den aufkeimenden Hoffnungen, Verrat auf der einen und Ehrgefühl auf der anderen Seite. So kommt es im Laufe der Handlung zu einem Umdenken sowohl bei Anne als auch bei Rosalie.
Männliche Hauptfigur ist der Colonel Michael Hunter, der im Führungsstab des britischen Hauptquartiers schließlich Annes Chef wird. Langsam aber sicher überwinden beide Seiten ihre Ressentiments gegenüber dem jeweiligen Anderen. Wie der Titel nicht verschweigt, kommt es zu einer Liebesgeschichte, doch die ist nicht plump und kitschig, sondern authentisch und ehrlich wachsend.
Gut gefallen hat mir die Hintergrundrecherche, die zweifelsfrei nötig ist, einen fundierten historischen Roman dieser Epoche zu schreiben. Es ist jederzeit nachvollziehbar und authentisch und als Leser taucht man schon nach wenigen Seiten ein in eine Vergangenheit, die noch gar nicht so lange her ist.
nsgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Es ist ein Soloband, kein Mehrteiler und im Epilog löst die Autorin alle offen gebliebenen Fragen letztendlich befriedigend auf.
Eine Leseempfehlung für alle, die historische Romane der deutschen Kriegs- und Nachkriegszeit mögen – mitreißend und berührend.
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