Ulteriori informazioni
Die "Frau ohne Schatten" ist ein Hauptwerk Hofmannsthals, in dem sich sämtliche Motive seines Schaffens verbinden. Die Erzählung erscheint originalgetreu nach dem Erstdruck von 1919.
Hofmannsthal erzählt im Ton von "Tausendundeine Nacht" von der Tochter des Geisterkönigs Keikobad. In Gestalt einer Gazelle wurde sie vom Kaiser auf der Jagd erbeutet. Er nimmt sie zur Frau und verbringt zwölf Monate lang die Nächte mit ihr: aber sie wirft noch keinen Schatten, ist also noch nicht Mutter und somit auch noch kein Mensch. Den Unfruchtbaren trifft deshalb der Fluch der Versteinerung.
Nur seine Frau ist in der Lage, ihn zu erlösen, indem sie einen Schatten erwirbt und damit zur Mutter und zum Menschen werden kann. Die Erlösung gelingt, indem die Kaiserin sich durch List den Schatten der Frau eines Färbers erwirbt. Grundlage der emanzipatorischen Erzählung ist das gleichnamige Opernlibretto. Hugo von Hofmannshal arbeitete seit 1913 an der Prosafassung des Stoffs, die erst 1919 erschien.
Info autore
Hugo von Hofmannsthal, geb. 1874 in Wien, gestorben 1929 in Rodaun gestorben, studierte Jura und romanische Philologie. Ab 1906 arbeitete er häufig mit Richard Strauss zusammen und schrieb Libretti für einige Opern (Elektra, Der Rosenkavalier u.a.). Berühmt wurde er auch durch sein modernes Mysterienspiel 'Jedermann'.
Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre ist Leiter des Antoniter-/Strigelmuseums und der MEWO Kunsthalle in Memmingen, Dozent für Neuere deutsche Literatur an der Universität München und Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen.