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Die vorliegende Sammlung kurzer Prosatexte zählt zu den wenigen Buchveröffentlichungen, die Kafka zu seinen Lebzeiten beaufsichtigte. Seinem Wunsch nach einer großen Schrift tragen wir deshalb auch in unserer Ausgabe, originalgetreu nach dem Leipziger Erstdruck von 1913, Rechnung.
Franz Kafkas "Betrachtung" ist eine Sammlung kurzer Prosastücke, die erstmals 1913 in Leipzig erschienen ist. Das Buch enthält achtzehn kleine Arbeiten, die zwischen 1904 und 1912 entstanden sind, und von denen ein Großteil bereits vorher in Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt worden war. Einige davon sind selbstständige Schöpfungen, andere wurden von Kafka selbst aus der erst posthum veröffentlichten frühen Novelle "Beschreibung eines Kampfes" herausgelöst.
Die in ihrer Kunstform vollendeten Texte, die fast stets aus der Perspektive eines Ich-Erzählers Begebenheiten und Erinnerungen beschreiben, entfalteten schon bei ihrem ersten Erscheinen eine so große Wirkung und Verbreitung, dass bereits 1915 eine zweite Auflage notwendig wurde.
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Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.
Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre ist Leiter des Antoniter-/Strigelmuseums und der MEWO Kunsthalle in Memmingen, Dozent für Neuere deutsche Literatur an der Universität München und Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen.