Fr. 41.50

Ferdinand Tönnies und Rudolf Goldscheid - Zur Aktualität frühmoderner Soziologen

Tedesco · Tascabile

Spedizione di solito entro 4 a 7 giorni lavorativi

Descrizione

Ulteriori informazioni










Durch den Nationalsozialismus wurden im soziologischen Denken Mitteleuropas Diskursfäden zerschnitten, die erst heute wieder neu geknüpft werden. Von einer "verschütteten Soziologie" wird deshalb zu Recht gesprochen (Fechner und Claas 1997). Vieles von dem, was die frühen Soziologen dachten, stellt sich in einer Zeit neuen, aber durchaus vergleichbaren Krisengeschehens als überaus aktuell dar, insbesondere ihre grundsätzliche Frage nach Ziel und Aufgabe einer Soziologie, die sich mit gesellschaftlichen Anliegen und Problemen konfrontiert sieht, wie sie nicht nur von Rudolf Goldscheid oder Ferdinand Tönnies, aber von ihnen in besonders eindringlicher Weise thematisiert wurden.

Wenn Ferdinand Tönnies zum Beispiel den fiktionalen Status der "Gesellschaft" betont, eine Sozialformation, die nicht wie die der "Gemeinschaft" auf konkreter leibhaftiger Anschauung, sondern auf den abstrakten, von körperlicher Befindlichkeit losgelösten Gedankenleistungen ihrer Akteure beruht, nimmt er nicht nur Diskussionen über den Status der "Gesellschaft als imaginäre Institution" (Castoriadis 1990) vorweg und eröffnet Perspektiven einer Soziologie der verteilten, von jeglicher Biologie abgelösten künstlichen Intelligenz (Hansmann et al. 2003, Baecker 2014), sondern provoziert in diesem Zusammenhang die weitergehende Frage, ob und inwieweit gemeinschaftliche Lebensformen innerhalb gesellschaftlicher Systemimperative dadurch ermöglicht werden können (Boden 1993), dass intelligente Technologien gesellschaftliche Syntheseleistungen übernehmen (Kurzweil 1993), um menschliche Lebens- und Arbeitszusammenhänge von wenig artgerechten Verhaltenszumutungen zu entlasten (Wuketits 2012).

Oder wenn, um ein weiteres Beispiel zu nennen, Rudolf Goldscheid auf die Notwendigkeit einer deliberativen "Ethik des gesellschaftlichen Gesamtwillens" im "Zeitalter der Biotechnik" verweist, dann nimmt er implizit Diskurse über "Risikogesellschaft" (Beck 1986), "Biopolitik" (Agamben 1995, Foucault 2004) und "Verantwortungsethik" (Jonas 1984) vorweg, die gerade jetzt, in Zeiten des Klimawandels und der Corona-Seuche, von ungeahnt aktueller Bedeutung sind.

Dettagli sul prodotto

Autori Arno Bammé
Editore Metropolis Verlag
 
Lingue Tedesco
Formato Tascabile
Pubblicazione 31.08.2021
 
Pagine 222
Dimensioni 133 mm x 207 mm x 17 mm
Peso 288 g
Categorie Scienze sociali, diritto, economia > Sociologia > Teorie sociologiche

Gemeinschaft, Biotechnik, Soziologiegeschichte, Biopolitik, Risikogesellschaft, auseinandersetzen

Recensioni dei clienti

Per questo articolo non c'è ancora nessuna recensione. Scrivi la prima recensione e aiuta gli altri utenti a scegliere.

Scrivi una recensione

Top o flop? Scrivi la tua recensione.

Per i messaggi a CeDe.ch si prega di utilizzare il modulo di contatto.

I campi contrassegnati da * sono obbligatori.

Inviando questo modulo si accetta la nostra dichiarazione protezione dati.