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Bohemiens im böhmischen Blätterwald - Die Zeitschrift 'Moderní revue' und die Prager Moderne. Habilitationsschrift

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Die 'Moderní revue pro literaturu, umení, a zivot' (Moderne Revue für Literatur, Kunst und Leben), die zwischen 1895 und 1924 fast dreißig Jahre lang monatlich erschien, war eine zentrale Institution der Prager Moderne und ein Katalysator der Modernisierung und Internationalisierung der tschechischen Kultur um 1900. Ihr aufwendiges und experimentelles Layout markiert den Beginn einer bibliophilen Tradition in Böhmen. Nach dem Ersten Weltkrieg allerdings verteidigt die Zeitschrift anachronistische Standpunkte und endet politisch als Organ der extremen Rechten - ein Prozess, der exemplarisch für die Wandlungen der Moderne stehen kann, für ihre prekäre Situation am Vorabend des Faschismus.

Die vorliegende Studie rekonstruiert den Fall der 'Moderní revue' unter angemessener Berücksichtigung historisch-soziologischer, ästhetischer, semiotischer und intermedialer Aspekte, dabei auch und gerade ihrem medialen Eigensinn Rechnung tragend, ihrem Charakter als einem komplexen 'Text'.

Riassunto

Die ‚Moderní revue pro literaturu, umění, a život‘ (Moderne Revue für Literatur, Kunst und Leben), die zwischen 1895 und 1924 fast dreißig Jahre lang monatlich erschien, war eine zentrale Institution der Prager Moderne und ein Katalysator der Modernisierung und Internationalisierung der tschechischen Kultur um 1900. Ihr aufwendiges und experimentelles Layout markiert den Beginn einer bibliophilen Tradition in Böhmen. Nach dem Ersten Weltkrieg allerdings verteidigt die Zeitschrift anachronistische Standpunkte und endet politisch als Organ der extremen Rechten – ein Prozess, der exemplarisch für die Wandlungen der Moderne stehen kann, für ihre prekäre Situation am Vorabend des Faschismus.

Die vorliegende Studie rekonstruiert den Fall der ‚Moderní revue‘ unter angemessener Berücksichtigung historisch-soziologischer, ästhetischer, semiotischer und intermedialer Aspekte, dabei auch und gerade ihrem medialen Eigensinn Rechnung tragend, ihrem Charakter als einem komplexen ‚Text‘.

Die Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Otokar-Fischer-Preis 2020 für die beste deutschsprachige germanobohemistische Arbeit. Die Jury würdigt damit die materialreiche und komplexe Analyse eines ästhetisch wie kulturpolitisch brisanten Mediums im Wandel der Zeit.

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