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Die Integration und die Bildung von Minderheiten zählen zu den drängendsten Herausforderungen in modernen Gesellschaften. Besonders geeignet erscheint eine weltweit einzigartige Schule, die Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB), die die durchgängige Zweisprachigkeit der Schülerinnen und Schüler durch duale Immersion realisiert. Neben Deutsch wird in den Klassen jeweils eine von neun Partnersprachen (Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch) als gleichberechtigte Unterrichtssprache verwendet. Die Klassen setzen sich aus deutschsprachig, partnersprachig oder bilingual aufgewachsenen Schülerinnen und Schülern zusammen.
In der EUROPA-Studie, der hier vorgestellten vergleichenden Evaluation dieses Schulmodells, kann ein positives Fazit gezogen werden:
-An der SESB werden in einer Zweitsprache Kompetenzen erworben, die weit über den im üblichen Fremdsprachenunterricht erreichbaren Leistungen liegen.
-Annähernd die Hälfte der Schülerinnen und Schüler beherrscht die nichtdeutsche Partnersprache auf dem Niveau eines Native Speaker.
-An der SESB zeigen sich adäquate Leistungen in der Erstsprache, in Mathematik und den Naturwissenschaften.
-An der SESB sind die Kompetenzen im Englischen deutlich höher.
-An der SESB zeigt sich eine spezifische Art der Integration, die der doppelten Bindung vieler Schülerinnen und Schüler an zwei Kulturen entspricht.
Info autore
Olaf Köller, geb. 1963, studierte Psychologie an der Universität Kiel. Nach Abschluß des Studiums arbeitete er zunächst am Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel und wechselte dann an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, wo er bis 2002 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Forschungsgruppenleiter tätig war. Im Jahr 2002 den Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. 2004 wurde Olaf Köller Gründungsdirektor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) und Professor für Empirische Bildungsforschung an der Humboldt- Universität zu Berlin. Nach fünfjähriger Tätigkeit wechselte er im Herbst 2009 an das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften. Dort ist er aktuell Leiter der Abteilung Erziehungswissenschaft und Pädagogisch-Psychologische Methodenlehre. Gleichzeitig hält er eine Professur für Empirische Bildungsforschung an der CAU. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Lehr-Lern-Forschung.