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Leon Battista Alberti (1404-1472) zählt zu den originellsten, kreativsten und aufregendsten Gestalten der italienischen Renaissance. Für Jacob Burckhardt verkörperte er das Ideal des Universalgelehrten, des "uomo universale", der in Literatur, Malerei und Mathematik genauso bewandert war wie in Architektur und Musik. Wenn das Alberti-Bild seit Burckhardt auch differenzierter geworden ist, bleiben Albertis Hauptverdienste doch unbestritten. So verfasste er den ersten "modernen" Traktat über Malerei und das erste "moderne" Handbuch klassischer Architektur, die beide enormen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen haben sollten. Er erweckte die vergessene Ästhetik der antiken Architektur zu neuem Leben und dokumentierte als kenntnisreicher und eleganter Kommentator die künstlerische Revolution in seiner Heimatstadt Florenz zu Beginn der Renaissance. Außerdem diente er mehreren bedeutenden Herrschern - darunter auch Papst Nikolaus V. - als Berater in ästhetische n Belangen. Alberti war aber stets auch mehr als bloß ein Chronist und Ratgeber: Er praktizierte selbst, was er predigte. So verbinden sich mit seinem Namen spektakuläre Fortschritte auf den Gebieten der Malerei und der Ingenieurskunst, und als Architekt zeichnet er für einige der herausragendsten Bauwerke Italiens verantwortlich, wie etwa die Fassade von Santa Maria Novella in Florenz oder San Francesco in Rimini. Anthony Grafton, ein ausgewiesener Kenner der Renaissance, legt nun die erste große kulturgeschichtliche Biografie Albertis vor. Sie bringt dem Leser die ganze beeindruckende Bandbreite dieses Renaissancemenschen nahe: Alberti, den Literaten, den Kunsttheoretiker, den Antikenkenner, den Baumeister und Stadtplaner. Das Ergebnis ist das Porträt eines schillernden und überaus ungewöhnlichen Intellektuellen, ein farbiges Tableaux der damaligen Zeit, der Städte, Höfe und Menschen, die für Albertis Leben und Wirken von Bedeutung waren.