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Deviante Jugendliche - Individualisierung, Geschlecht und soziale Kontrolle

Tedesco · Tascabile

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Ausreißen ist zunächst ein "normales" Problemlösungsverhalten und keine "deviante" Form der Lebensbewältigung von Jungen und Mädchen. Die Ablösung von kindlichen Bindungen und die Dynamik der Verselbständi gung im Jugendalter verlaufen nur selten reibungslos; sie eskalieren zeit weise in krisenhaften Auseinandersetzungen mit den direkten Bezugs personen. Das Weglaufen von Jungen erscheint dabei weniger mit Devi anzdefinitionen verbunden zu sein als das Ausreißen der Mädchen. Laufen Jungen aus dem Elternhaus fort, wird ihnen dieses Verhalten im Rahmen ihrer Geschlechtsrolle noch zugebilligt. Die Suche nach Unbekanntem und die Auseinandersetzung mit Neuem verspricht der männlichen Existenz Freiheit und Unabhängkeit. Das Ausbrechen, das Hinausgehen "ins feind liche Leben", gehört zum männlichen Prinzip. So läßt sich "Weglaufen" von Jungen mit den Forderungen an das soziale Geschlecht des Mannes durchaus in Einklang bringen. Laufen Mädchen von ihrem Zuhause fort, so erfolgt oft sehr schnell auch eine Devianzdefinition. Das Ausbrechen aus dem "behüteten" sozialen Nahraum der Familie heißt für Mädchen immer auch "Abweichung" vom weiblichen Prinzip. Die dem sozialen Geschlecht der Frau idealtypisch zugeordneten Eigenschaften wie z. B. Passivität, Zerbrechlichkeit, Emotionalität und die "Verletzbarkeit" weiblicher Sexualität definieren das "draußen" als männlichen, für Frauen äußerst bedrohlichen Ort. Diese archetypischen Strukturen des sozialen Geschlechts sind auch in den individualisierten Lebenswelten heutiger Jugendgenerationen noch enthalten. Auch hier gilt der Grundsatz, daß sich Altes nicht nur verwandelt, sondern auch in Neuem fortbesteht.

Sommario

1. Ausgangstage und Fragestellung.- 2. Individualisierung im zweigeschlechtlichen System sozialer Ungleichheit: Zwänge, Spielräume, Chancen.- 2.1 Zur Relativierung sozialer Benachteiligung: Freisetzung und neue Abhängigkeiten.- 2.2 Zur "halbierten" Individualisierung von Frauen: Aufbruch und Stagnation.- 2.3 Zur Indidivualisierung von Jugend: Ungleichzeitigkeiten und Widersprüche.- 2.4 Zusammenfassung.- 3. "Abweichendes Verhalten" von Jugendlichen in geschlechtstypischer Perspektive: Freisetzung und traditionelle Benachteiligung.- 3.1. Zur Verortung von Jugendevianz: Konformität und Abweichung, Normen und Sanktionen.- 3.2 Abweichendes Verhalten im Jugendalter: Aspekte und Zusammenhänge.- 3.3 Zur Praxis institutionalisierter "Hilfen" und "Strafen".- 4. Geschlechtstypische Lebensbewältigung unter dem Zwang der Individualisierung: Interpretation, Resümee und Ausblick.- 4.1 Zur Normalitätsperspektive: Desorientierung und Lebensbewältigung.- 4.2 Zur Perspektive sozialer Kontrolle: Geschlechtstypische Selektion und Sanktionierung.- 4.3 Zur biografischen Perspektive: Geschlechtstypische Begrenzungen und Lebensbewältigung.- 4.4 Ausblick.- Anmerkungen.- Literatur.

Riassunto

Ausreißen ist zunächst ein "normales" Problemlösungsverhalten und keine "deviante" Form der Lebensbewältigung von Jungen und Mädchen. Die Ablösung von kindlichen Bindungen und die Dynamik der Verselbständi gung im Jugendalter verlaufen nur selten reibungslos; sie eskalieren zeit weise in krisenhaften Auseinandersetzungen mit den direkten Bezugs personen. Das Weglaufen von Jungen erscheint dabei weniger mit Devi anzdefinitionen verbunden zu sein als das Ausreißen der Mädchen. Laufen Jungen aus dem Elternhaus fort, wird ihnen dieses Verhalten im Rahmen ihrer Geschlechtsrolle noch zugebilligt. Die Suche nach Unbekanntem und die Auseinandersetzung mit Neuem verspricht der männlichen Existenz Freiheit und Unabhängkeit. Das Ausbrechen, das Hinausgehen "ins feind liche Leben", gehört zum männlichen Prinzip. So läßt sich "Weglaufen" von Jungen mit den Forderungen an das soziale Geschlecht des Mannes durchaus in Einklang bringen. Laufen Mädchen von ihrem Zuhause fort, so erfolgt oft sehr schnell auch eine Devianzdefinition. Das Ausbrechen aus dem "behüteten" sozialen Nahraum der Familie heißt für Mädchen immer auch "Abweichung" vom weiblichen Prinzip. Die dem sozialen Geschlecht der Frau idealtypisch zugeordneten Eigenschaften wie z. B. Passivität, Zerbrechlichkeit, Emotionalität und die "Verletzbarkeit" weiblicher Sexualität definieren das "draußen" als männlichen, für Frauen äußerst bedrohlichen Ort. Diese archetypischen Strukturen des sozialen Geschlechts sind auch in den individualisierten Lebenswelten heutiger Jugendgenerationen noch enthalten. Auch hier gilt der Grundsatz, daß sich Altes nicht nur verwandelt, sondern auch in Neuem fortbesteht.

Dettagli sul prodotto

Autori Brigitte Ziehlke
Editore VS Verlag für Sozialwissenschaften
 
Lingue Tedesco
Formato Tascabile
Pubblicazione 01.01.2014
 
EAN 9783322925411
ISBN 978-3-32-292541-1
Pagine 241
Dimensioni 148 mm x 212 mm x 15 mm
Peso 323 g
Con la collaborazione di Brigitte Ziehlke
Illustrazioni 241 S. 7 Abb.
Categorie Scienze sociali, diritto, economia > Scienze sociali, tematiche generali

Soziologie, Sexualität, Konformität, Struktur, Institution, Männlichkeit, B, Jugendliche, Identität, Sociology, Society, Individualisierung, soziale Kontrolle, Social Sciences, auseinandersetzen, Kriminelle Karriere, Social Sciences, general

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