Read more
Stumme Tränen, aufschießende Freude, schmerzliche Trennungen und aufgeschlagene Kinderknie - die Bildkraft früher Lebensszenen holt uns auch als Erwachsene immer wieder ein. Nie mehr leben wir so den Augenblick, nie mehr sind wir so sehr das, was wir fühlen. Das alte Kinderspiel Himmel & Hölle, das ganze Kinderleben schwankt zwischen diesen beiden Möglichkeiten, das ausgewogene Mittelmaß bleibt eine Erfindung der Erwachsenen. Und so ziehen uns auch die Texte zu Kindheit und Jugend mitten hinein in den Strudel erinnerter Gefühle, hochemotional und phantasiegeladen, aber auch beklemmend und eindringlich in ihrer Erstmaligkeit.
Über Generationen hinweg ist die familiäre Wucht der frühen Bindungen für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller ein Lebensthema, das nicht selten ein ganzes Werk beeinflußt. Und immer wieder stehen der Unsicherheit der Jugend die vielen Erwartungen gegenüber, mit denen Eltern und Erzieher die Zögernden und Zaudernden ins Gelobte Land der Erwachsenen führen wollen. Die Rollenbilder wechseln, das jugendliche Niemandsland bleibt, in dem jeder Heranwachsende erst seine eigenen Schritte finden muß.
About the author
Dr. phil. Andrea Stoll studierte Germanistik, Philosophie und Publizistik in Mainz und Wien. Seit 1992 ist sie als freie Autorin und Herausgeberin für Verlage, Filmproduktionen und Fernsehsender tätig. Sie hat zahlreiche Aufsätze und Bücher zu Literatur und Film veröffentlicht. Von 1992-2007 war sie als Dozentin für Literatur und Drehbuchentwicklung an der Salzburger Universität tätig. Die gesellschaftspolitischen Themen ihrer Filme begeistern gleichermaßen die Kritik wie ein Millionenpublikum, ihre biographischen Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.