Read more
Die Liebe ist ein Kriegsdienst: Bettina Bolls fünfter FallGregor Krampe, Literatur-Experte, hat für Medienrummel wenig übrig. Als Talkshowgast vor laufender Kamera mit dem angeblichen Vorleben seines Vaters konfrontiert zu werden, entspricht so gar nicht seiner Vorstellung von seriöser Unterhaltung. Aber seriös war sein Vater ja noch nie ...Kriminalkommissarin Bettina Boll ist bloß eine Halbtagskraft mit zwei Kindern. Doch da kommt unverhofft ihre große Chance: Die Einsatzleiterin des BKA will sie bei einer Aufsehen erregenden Ermittlung dabeihaben. Es geht um ein geheimnisvolles Buch - und einen Mordversuch. Verdächtigt wird der Sohn des Opfers, ein malencholischer Kettenraucher, den Bettina aus dem Fernsehen kennt. Sie soll ihn anzapfen, aber der Kerl interessiert sich nur für staubige alte Wälzer. Seltsam ist allerdings, dass ihn anscheinend noch jemand beschattet. Was steckt wirklich hinter all der Aufregung um eine Ausgabe mittelalterlicher Psalmen?
About the author
Monika Geier, Jahrgang 1970, wurde in Ludwigshafen am Rhein geboren, ist Diplomingenieurin für Architektur, freie Künstlerin und Schriftstellerin. Für "Wie könnt ihr schlafen" erhielt sie den renommierten deutschen Krimipreis "Marlowe".
Report
"Vier Krimis hat Monika Geier bisher geschrieben. In diesem fünften hat sie ihren Sound zur Vollendung gebracht. Gewisse Gespreiztheiten der Formulierung und Überdrehtheiten des Plots, die manche Passagen der vorausgegangenen Bücher etwas weniger genießbar machten, sind verschwunden. Hier ist alles ganz leicht und elegant, bissig, aber nie verbissen, böse, aber nicht bösartig. Bettina Boll hat sich zu einer wirklich zeitgenössischen Miss Marple weiterentwickelt: immer ein wenig unbeholfen, aber tapfer jeden Gegner angreifend, sehr schlau, intuitiv, allein durch ihre Existenz jede Art von Chauvinismus diskriminierend. Natürlich ist sie als Frau von heute nicht asexuell wie das Vorbild (und die schwachen TV-Imitationen), überhaupt weniger verkniffen, nur ein ganz klein bisschen anders, voller Staunen über all diese merkwürdigen Riten der Gesellschaft und erst recht die der Society. Das sind die glaubwürdigen Voraussetzungen dafür, dass Verbrecher sie unterschätzen. Ihrem Scharf- und Spürsinn widersteht kein Rätsel und kein Geheimnis, sei es nun das einer gekränkten Familie oder einer lange zurückliegenden BKA-Operation. Und ganz nebenbei fällt mir bei allem Loben ein, worauf sich die Herzen aller Mädchen ausrichten könnten: auf diesen einzigartigen Vector W8, der seine Spur durch die Pfalz der Monika Geier zieht. Er war eines der Lieblingsfahrzeuge von Sean Connery." (Tobias Gohlis/ARTE, 25.3.09)