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Er kam aus der Provinz nach Paris und blieb dort immer ein Außenseiter. Als Dichter und Denker jedoch scharte Charles Péguy (1873-1914) eine verschworene Gemeinde um sich. In jüngerer Zeit zählten dazu ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aus Philosophie und Literatur: Gilles Deleuze, Alain Finkielkraut, Bruno Latour und Thomas Bernhard imponierte die Unabhängigkeit dieses Intellektuellen aus Frankreich. Seine Dramen und seine Prosa betreiben eine radikale Kritik der Moderne, als Herausgeber einer eigenen Zeitschrift musste er keine Kompromisse eingehen. Von Péguy kann man lernen, ohne Rücksicht auf irgendeinen Zeitgeist zu denken. Es wird Zeit, ihn auch hierzulande zu entdecken.
About the author
Joseph Hanimann , geb. 1952 in Chur, ist ein in Paris lebender Kulturkorrespondent und Essayist. Seine Artikel und Reportagen erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Heute schreibt er für die Süddeutsche Zeitung. 2011 erhielt er den renommierten "Berliner Preis für Literaturkritik".
Report
"Die realpolitischen und geistesgeschichtlichen Hintergründe der Zeit blendet Hanimann immer wieder mit leichter Hand in seine dichte, sehr farbig geschriebene Biografie ein." Michael Stallknecht, Neue Zürcher Zeitung, 03.06.17 "Joseph Hanimann gelingt es, die Vielfalt dieses Denkens und die meist polemischen Auseinandersetzungen mit Zeitgenossen aus Politik, Literatur und Wissenschaft vorzustellen und in ihren historischen, institutionellen und politischen Rahmen einzuordnen." Gerald Stieg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.17