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Das Wolfszahn-Amulett ihrer syrischen Kinderfrau, die Streiche, Kämpfe und Freundschaften in der jüdischen Schule, das jährliche Wettschwimmen im Tigris, die Gesänge der Beduinenfrauen im Soukh, der Duft nach Orangenschalen auf dem Herd im Winter: Linas Alltag im Bagdad der sechziger Jahre ist voller Gerüche, Geschichten, Sprachen und Geräusche. Doch je älter sie wird, desto deutlicher bemerkt sie die Zeichen der Veränderung: arabische Männer, die eine mit Hose bekleidete Frau beschimpfen, weil sie auf der Straße ein Lied singt. Die leeren Bänke in der Schule, wenn wieder eine Freundin über Nacht ins Ausland verschwunden ist. Als Flugblätter in arabischer Sprache vom Himmel regnen und den glorreichen Sieg der Revolution verkünden, weiß auch Lina, daß sich das weltoffene Bagdad vor den grauen VW-Käfern der Geheimpolizei fürchten muß ... Die sprachmächtige Beschwörung einer vergessenen Welt voller Lebensfreude und Phantasie und zugleich der literarische Triumph übe r die Melancholie der Erinnerung: Mona Yahias preisgekrönter Roman ist voller Einsicht und Witz, brillant und poetisch, und läßt an der Sehnsucht der Autorin nach ihrer Heimat keinen Zweifel.
About the author
Mona Yahia, 1954 in Bagdad geboren, emigrierte 1971 mit ihrer Familie nach Israel, leistete dort ihren Militärdienst, studierte Psychologie und französische Literatur, arbeitete bis 1985 in Tel Aviv als Psychologin, studierte Kunst in Kassel und lebt heute als freie Autorin in Köln.
Susanne Aeckerle, geb. 1942 in Lindau/Bodensee. 1975 Mitbegründerin des ersten deutschen Frauenbuchladens in München. Später Geschäftsführerin eines Schallplattenvertriebs und Herausgeberin einer Frauenmusikzeitschrift. Von 1981-90 Redakteurin und Chefin vom Dienst bei der Zeitschrift ''Emma'. Sie lebt heute als Übersetzerin, Herausgeberin und freie Lektorin in München.