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"Walser-Debatten" und "Grass-Geständnis" belegen es: die Öffentlichkeit ist hellhörig, wenn es um Antisemitismus-Verdacht in der Literatur geht. Jetzt ist auch die Literaturwissenschaft aufgefordert, gezielt Judenbilder und deren Verwendung in der deutschsprachigen Literatur seit 1945 zu untersuchen. Dabei geht es nicht um eine kriminalistische "Überführung" von Schriftstellern, sondern um die Funktion und Verwendung ihrer Texte in einem Diskurs, der das Literarische überschreitet. Erstmals rollt der Band das gesamte Thema systematisch auf.
Über den Autor / die Autorin
Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal ist Professor im Fach Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
Dr. phil. Matthias N. Lorenz lehrte am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg, seit 2006 Wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld.
Zusammenfassung
"Walser-Debatten" und "Grass-Geständnis" belegen es: die Öffentlichkeit ist hellhörig, wenn es um Antisemitismus-Verdacht in der Literatur geht. Jetzt ist auch die Literaturwissenschaft aufgefordert, gezielt Judenbilder und deren Verwendung in der deutschsprachigen Literatur seit 1945 zu untersuchen. Dabei geht es nicht um eine kriminalistische "Überführung" von Schriftstellern, sondern um die Funktion und Verwendung ihrer Texte in einem Diskurs, der das Literarische überschreitet. Erstmals rollt der Band das gesamte Thema systematisch auf.
Bericht
"Der Ansatz des Bandes, durch eine individuelle Textanalyse dem Phänomen des Literarischen Antisemitismus näher zu kommen, scheint sinnvoll. Ein generell anwendbares Prüfverfahren, sozusagen ein Anti-Antisemitismus-TÜV, entsteht dabei natürlich nicht. Der Band bietet mit seinem breiten Themen- und Diskursspektrum vielfältige Aufschlüsse über eine durch Literatur geprägte Erinnerungspolitik." (FAZ)