Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Lisa Ridzén |
| Mitarbeit | Ulla Ackermann (Übersetzung) |
| Verlag | BTB |
| Sprachen | Deutsch |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 21.01.2026 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783442762965 |
| ISBN | 978-3-442-76296-5 |
| Anzahl Seiten | 384 |
| Abmessung (Verpackung) | 14.5 x 22 x 3.8 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 560 g |
| Originaltitel | Tranorna flyger söderut |
| Themen |
Tod |
Kundenrezensionen
-
Berührend und lebensverändernd!
Bos Geschichte hat mich ganz tief ins Herz getroffen.
Auf dem Cover heißt es: »Eines dieser Bücher, die dich zum Lachen und Weinen bringen...«. Das kann ich so allerdings nicht bestätigen. Ich habe durchaus geweint - seitenweise zu Beginn und am Ende und immer wieder auch dazwischen - zum Lachen fand ich das Buch aber nie.
Der Qualität tut das keinen Abbruch! Im Gegenteil: Am liebsten würde ich mehr als 5 Sterne geben. Selten, wenn überhaupt je zuvor, ist mir ein Buch so sehr unter die Haut gegangen. Und dabei passiert tatsächlich gar nicht so viel.
Bos Geschichte ist eigentlich nicht besonders, für seine Generation wohl eher ziemlich durchschnittlich. Aber gerade dadurch, gerade durch die Erkenntnis »Das könnte ich sein. Das werde vielleicht eines Tages ich sein.« berührt einen das Gelesene schockierend intensiv.
Das Alter mit vielen seiner unschönen Nebenerscheinungen macht der Hauptfigur sehr zu schaffen. Seine Hilflosigkeit, seine schwindende Kraft, seine ständige Müdigkeit - mit den Pflegekräften und auch dem eigenen Sohn kann er in Gesprächen einfach nicht mehr mithalten, er kann sich nicht mehr durchsetzen, seinen Standpunkt nicht mehr erklären. Dieses Gefühl hat Lisa Ridzén absolut greifbar auf Papier gebannt.
Ich empfehle den Roman deshalb wirklich jedem. Lass dich von dieser Literatur gewordenen Empathie zu einem freundlicheren, bewussteren, versöhnlicheren Miteinander motivieren und stärke deine Dankbarkeit für Dinge, die dir selbstverständlich erscheinen. -
Leben und Tod
Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.
Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.
In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.
Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!). -
Das wahre Leben
Die Geschichte wird aus der Sicht von Bo erzählt, der mit 89 Jahren alleine mit seinem Hund Sixten lebt und täglich von einem Pflegedienst betreut wird. Bo‘s Ehefrau ist an Demenz erkrankt und lebt in einem Pflegeheim. Hans, der gemeinsame Sohn meint, dass Bo mit Sixten überfordert ist und will den Hund ohne sein Einverständnis woanders unterbringen.
Ich kann mich an kein Buch erinnern, welches mich emotional so aufgewühlt hat, wie "Wenn die Kraniche nach Süden ziehen". Als Hundebesitzerin konnte ich mich so gut in Bo reinversetzen und seine Wut auf seinen Sohn, seinen Schmerz und die Enttäuschung regelrecht spüren und verstehen. Bo‘s Lage spiegelt das wahre Leben wieder und das macht das Buch aus. Das Leben als alter Mensch ist nicht einfach und hier wird nichts beschönigt, sondern die Realität erzählt. Einsamkeit, Verlust der Eigenständigkeit, aber auch Freundschaften und Familie sind die zentralen Themen. Emotionale Rückblicke und kleine Ausschnitte aus dem Pflegetagebuch runden die Erzählung von Bo‘s Alltag ab. Die Erzählung ist still und doch reißt sie oft tiefe Wunden ins Herz. Ich musste so oft darüber nachdenken, wie es mir später wohl im Alter ergeht. Bo steht stellvertretend für viele alte Menschen und die Autorin hat aus meiner Sicht deren Gefühlswelt perfekt wiedergegeben.
Diese Geschichte hat mich zum Weinen, zum Lachen und zum Nachdenken gebracht. Kurzum, ich wurde bestens unterhalten und werde bestimmt noch oft an Bo und Sixten denken. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für dieses tolle Buch. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass es nicht nur eine warmherzige und berührende Geschichte ist, sondern auch eine traurige. -
Eine traurige und ergreifende Lebensgeschichte
Bo ist bereits 89 Jahre befindet sich in seinem letzten Lebensabschnitt und lebt gemeinsam mit mit seinem Hund Sixten in einem recht abgelegenem Teil Nordschwedens. Seine Frau ist dement, lebt im Heim und sein Sohn Hans besucht ihn nur selten. Hans denkt, dass Bo sich nicht mehr angemessen um Sixten kümmern kann und will ihm den Hund wegnehmen. Aber Bo braucht Sixten. Er beginnt sein Leben zu überdenken, erinnert sich an seine Jugend und die Momente, die für ihn wichtig waren.
Das Buch steckt voller Leben und Menschlichkeit. Es schildert das trostlose Leben von Bo in der Gegenwart, zeigt die schwierige Beziehung zwischen ihm und seinen Sohn und lässt Momente der Vergangenheit lebendig werden.
Es gab Szenen, in denen mir die Tränen kamen, aber auch solche, in denen ich schmunzeln musste und leise vor mich hingelacht habe.
Lisa Ridzén hat die volle Bandbreite aller Emotionen, die das Leben bietet in ihr Buch gepackt und mich damit sehr berührt.
Es ist ein Buch über das Leben, das Älter werden, die Herausforderungen, denen wir uns dabei stellen müssen und gleichzeitig auch ein Bild unserer Gesellschaft.
Dieser Roman hallt nach und er wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
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