Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Stephan Schäfer |
| Verlag | park x ullstein |
| Sprache | Deutsch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erschienen | 30.10.2025 |
| EAN | 9783988160188 |
| ISBN | 978-3-9881601-8-8 |
| Seiten | 176 |
| Abmessung | 122 mm x 28 mm x 192 mm |
| Gewicht | 254 g |
| Themen |
Belletristik
> Erzählende Literatur
> Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Leben, Literarische Essays, Balance, Hamsterrad, LITERARY COLLECTIONS / Essays, auseinandersetzen |
Kundenrezensionen
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Momente sammeln
Das Buch liest sich schon angesichts seiner Kürze recht schnell. Es ist eine Aneinanderreihung kleiner Erlebnisse, von Zusammentreffen mit Leuten, von Augenblicken im Alltag, die uns der namenlose Erzähler aus seinem Leben schildert, nachdem er eine lebensbedrohliche Sepsis knapp überlebt hat. So geht es etwa um kleine Ausflüge, Besuche von Angehörigen, Unternehmungen mit alten und neuen Freunden. Die Krankheit hat ihn veranlasst, achtsamer und nachdenklicher in der Gegenwart zu leben. Und dazu will er auch den Leser bringen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, ist aber angesichts des schnelllebigen Alltags nicht immer realisierbar. Ich kenne bereits den vorigen Roman des Autors, „25 letzte Sommer“, der stilistisch ähnlich ist. Richtig warm werden kann ich mit beiden Büchern nicht, was wohl auch daran liegt, dass sie zu kurz sind und keine zusammenhängende Geschichte erzählt wird.
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Aufmerksamkeit
Die Geschichte beginnt während einer geplanten Abreise der Familie in den Urlaub. Wie schon im Klappentext verraten kommt überraschend eine Sepsis wegen eines Schnittes in den Finger dazwischen. Beim Weitererzählen sind wir dann nach den Behandlungen und es ist klar, dass es ziemlich heikel war und der Protagonist richtig Glück hatte.
Ab da lesen wir viele kleine Episoden jeweils mit einer Überschrift, einem Thema wie z.B. “Die Schaukel“. Dabei betrachtet er kleine Ereignisse und Alltägliches ebenso wie Beziehungen zu anderen Menschen, innerhalb der Familie und langjährigen Freunden. Alles geprägt von der Sichtweise nach dieser lebensgefährlichen Sepsis. Er versucht nun, wichtige Momente auch in kleinen Dingen zu erkennen.
Bei diesem Hörbuch fand ich die Lesart von Götz Otto gut, ohne übertriebene Betonungen, den männlichen Erzähler gut dargestellt. Obwohl ich ihn als Schauspieler kenne, hätte ich ihn an seiner Sprechstimme nicht erkannt. -
Was ist wirklich wichtig im Leben
Das Buch „ Jetzt gerade ist alles gut“ von Stephan Schäfer umfasst 171 Seiten und ist in kurze Kapitel unterteilt, was mit sehr gut gefallen hat.
Die Geschichte wird in der „ ich“ Perspektive erzählt. Der Erzähler hat am Anfang des Buchs einen kleinen Unfall, er schneidet sich an einem Messer. Nichts wildes, dass passiert jedem mal. Leider hatte es bei ihm fatale Folgen. Bakterien kamen in die Wunde und das ganze wurde sogar Lebensbedrohlich. Auch besteht noch die Möglichkeit dass eine Amputation vorgenommen werden muss.
Durch diesen Vorfall überdenkt der Erzähler sein Leben neu. Was ist ihm wichtig im Leben, warum tun wir Sachen so selten die uns so wichtig sind. Er bekommt einen neuen Blick auf das Leben , überdenkt vieles und daran kann der Leser in den kurzen Kapiteln teilhaben. Alles ist sehr gut verständlich geschrieben.
Es ist ein Buch um in sich zu gehen, um nachzudenken und auch um raus zu finden, was einem wichtig ist und manche Blickwinkel auf Dinge zu ändern. In der heutigen, schnelllebigen Zeit wo viele einfach nach Arbeit und Haushalt keine Energie mehr haben, was schönes zu machen, ist dieses Buch eine wichtige Message, um zufriedener und glücklicher weiter zu Leben. Mir hat es sehr gut gefallen und ich kann es weiter empfehlen. -
Worauf es im Leben wirklich ankommt
Jetzt gerade ist alles gut hat 176 Seiten. Optisch hat es mich sofort angesprochen, es ist sehr schön gestaltet: die dezenten Farben, das bildhafte Hardcover und das Lesebändchen sind ein echter Hingucker. Der Leser wird überrascht werden, wie viele kleine Momente unser Leben bereichern können, aber nur dann, wenn wir es intensiv und mit allen Sinnen bewusst aufnehmen.
Unser Protagonist steht mitten im Leben, ist täglich aktiv, treibt regelmäßig Sport, ernährt sich gesund und lebt nach seiner Meinung gewissenhaft. Eines Tages passiert ein kleiner Vorfall, ein Schnitt am Finger. Ein paar Stunden später sieht das Leben komplett anders aus, eine Blutvergiftung bahnt sich an. Er muss ins Krankenhaus, eine OP eventuell sogar eine Amputation stehen bevor. Die existentielle Bedrohung bringt eine neue Frage in sein Leben. Wenn sich von jetzt auf gleich alles verändern kann, wieso nehmen wir alles in unserem Leben so selbstverständlich hin und vertagen so Vieles auf später? Als er entlassen wird, wird er zum Sammler kostbarer Momente. In Liebe, Familie, Freundschaft und Natur sucht er nach dem, was wirklich zählt. Er genießt die kleinen Augenblicke intensiver und nimmt das Leben bewusster wahr.
Auch als Leser hält man inne und überlegt, wie man selbst gerade so durchs Leben geht. Was wäre wenn? Wie würde ich mich verhalten, was würde ich ändern wollen? In den kurzen Geschichten bekommt der Leser Impulse, das kleine Glück mit anderen Augen zu sehen und es zu erleben. Weil wir alle wissen, dass nicht alles so selbstverständlich ist und nicht alles so für immer bleibt. Jeder Tag bringt etwas Neues mit sich. Die kurzweiligen Erzählungen sollen uns daran erinnern, dass wir nicht immer einen Schicksalsschlag brauchen, um etwas wertzuschätzen und bewusster erleben zu wollen. Der Schreibstil ist leicht, locker und flüssig, er hat mir gut gefallen. Es beinhaltet eine besondere Botschaft für das weitere Leben. Es regt zum Nachdenken an, hallt nach und bleibt in Erinnerung. Dadurch kann man es immer wieder zur Hand nehmen, wenn man mal wieder eine Erinnerung braucht, worauf es im Leben wirklich ankommt. Von mir gibt es definitiv 4 Sterne und eine Weiterempfehlung. Es eignet sich auch sehr gut als Geschenk, nicht nur jetzt als Herbstlektüre, sondern das ganze Jahr über. -
Wunderbares Buch der leisen Töne
Nach seinem erfolgreichen Debütroman "25 letzte Sommer" erzählt Stephan Schäfer in "Jetzt gerade ist alles gut" die Geschichte eines etwa 50-jährigen Mannes, der nach einer Grenzerfahrung sein bisheriges Leben auf den Prüfstand stellt und beginnt, die schönen Momente seines Lebens zu sammeln.
Der namenlose Ich-Erzähler freut sich auf drei Wochen Sommerferien mit seiner Frau und den beiden Kindern am Meer. Als er dabei ist, das Gepäck ins Auto zu laden, befällt ihn ein plötzliches Unwohlsein. Innerhalb kurzer Zeit verschlechtert sich sein Zustand rapide. Ursache ist eine kleine Schnittwunde am rechten Mittelfinger, die er sich vor zwei Tagen zugezogen hat. Die Wunde hat sich entzündet und zu einer lebensbedrohlichen Sepsis geführt, der Protagonist wird noch in der Nacht notoperiert.
Drei Wochen später, der Ich-Erzähler muss weiterhin täglich zur Nachbehandlung ins Krankenhaus, trifft er in einem Literaturcafé zufällig Barbara, die ihm in der Nacht seiner Krankenhauseinweisung als Nachtschwester zur Seite gestanden hatte. Sie erzählt ihm von Patienten, die nach Grenzerfahrungen neue Perspektiven suchen und ein neues, ein anderes Leben führen. Zum Abschied schenkt sie ihm einen Gedichtband von Rainer Maria Rilke. Der Ich-Erzähler beginnt, das Leben mit anderen Augen zu sehen und beschließt, die schönen und kostbaren Momente des Lebens festzuhalten, sie zu sammeln.
Die schöne Sprache und der wunderbare Erzählstil des Autors haben mich wie schon im Vorgängerbuch begeistert. Ich mochte die mit viel Wärme erzählten kleinen Episoden, in denen es um Erinnerungen und bedeutsame Begegnungen geht. Besonders berührend fand ich die Geschichte über das ungewöhnliche Treffen mit der Schwiegermutter, das Gespräch mit dem alten Herrn, dem nach dem Tod seiner Frau die Arbeit im Restaurant Kraft gibt, und die traurige Geschichte über den Geburtstag des verlorenen Freundes. Sehr gut gefallen haben mir auch die Episoden über den verliebten Patensohn, die Begegnung mit dem jungen Bäcker und die Auszeit auf der griechischen Insel.
Ich habe das ruhig geschriebene Buch, in dem es um Liebe und Freundschaft geht und das, was im Leben wirklich wichtig ist, mit sehr viel Freude gelesen. Hervorheben möchte ich, dass - wie schon bei "25 letzte Sommer" - nicht nur der Schutzumschlag, sondern auch der Einband des Buches in wunderschönen Farben kunstvoll und liebevoll gestaltet ist.
Absolute Leseempfehlung für diesen besonderen, nachdenklich machenden Roman, der zum Innehalten einlädt!
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Leise Töne
Das Büchlein beginnt hochdramatisch: Der Autor schneidet sich beim Kochen mit dem Messer in den Finger und muss schon kurze Zeit später um sein Leben bangen. Die Diagnose lautet: Sepsis. Sepsis ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Den meisten Menschen dürfte es so ergehen, wie Stephan Schäfer: An diese Todesursache verschwendet man keinen einzigen Gedanken. Doch es geht in diesem Buch nicht eigentlich um die Erkrankung und darum, dass der Autor gerade noch mal so dem Teufel von der Schippe gesprungen ist, sondern um das Leben danach. Der Autor fängt an, über sein Leben nachzudenken. Warum nehmen wir unser Leben so selbstverständlich hin? Warum leben wir nicht im Hier und Heute, sondern vertagen immer alles auf die Zukunft, die uns vielleicht nicht einmal vergönnt ist? So fängt er an, bedeutende Moment zu sammeln, an denen er uns teilhaben lässt.
Das Buch beginn wie ein dramatischer, spannender Roman, geht aber nach einem Viertel dazu über, von Episoden aus dem Leben des Autors zu berichten. Die Episoden bauen zwar teilweise aufeinander auf, können aber auch einzeln gelesen und verstanden werden. Sie lesen sich locker und leicht, haben mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. Dies ist ein Buch, das lange nachhallt und dass ich bestimmt mehrmals verschenken werde. -
Lebensweisheit für Anfänger
Das ging schnell – nach gut zwei Stunden war ich mit dem kleinen Büchlein schon durch. Und ich muss sagen, ich habe mich von der Leseprobe ein bisschen verführen lassen. Eigentlich hätte ich aufgrund der Beschreibung besser einschätzen können, was mich erwartet, aber „Jetzt gerade ist alles gut“ hatte sich spannend angelassen.
Der Großteil der Handlung passiert schon im vergleichsweise langen Prolog (gemessen an der Gesamtlänge des Buches) – die Infektion, der Krankenhausaufenthalt, das erleuchtende Gespräch mit Krankenpflegerin Barbara inklusive Rilke-Gedicht. Was folgt, sind kleine Anekdoten aus dem Alltagsleben des Erzählers. Eine Radtour mit der Schwiegermutter. Eine Wanderung mit einem Freund. Ein Gespräch im Zug. Erinnerungen an die Kindheit. Und dann ist es auch schon vorbei.
Die Sprache ist einfach, klar, die Sätze meist kurz und schnörkellos. Die Erkenntnisse werden einem teils etwas aufgedrückt, so zumindest mein Gefühl. So die Episode mit den Kröten, die zum Laichen ihr Geburtsgewässer aufsuchen. „Sie kommen immer wieder. Nach Hause.“ Naja.
Positiv empfinde ich auf jeden Fall den Grundgedanken, dass nicht jeder/jede nach einer einschneidenden Erfahrung sein/ihr Leben neu aufrollen oder aussteigen muss, sondern dass es auch genügen kann, seine Einstellung zu ändern, achtsamer zu werden, spontanen Sehnsüchten nachzugehen. Das Ganze ist mir aber ein bisschen zu einfach, zu flach, zu schnell.
Es fällt mir schwer, etwas objektiv Schlechtes oder auch nur „nicht Gutes“ an der Geschichte zu finden. Viele können hier sicher etwas Wertvolles mitnehmen. Mir hat es nicht ganz gereicht.
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