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Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
Roman - Die Entdeckung einer großen literarischen Stimme

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Was verbindet uns mit denen, die vor uns kamen?

Mit einem heimlich geschlachteten Schaf beginnt der Blick in die Innereien einer Familie. Hier rührt die Urgroßmutter das Blut für die Würste, der Großonkel schläft fünfzehn Jahre lang, und die Großmutter stiehlt nachts die Ziegel vom Dach. Am Ende steht die Urenkelin Alma und fügt die Einzelteile der Familiengeschichte zusammen: vom kargen Alltag auf einem Bauernhof an der Nordsee über den Krieg und den Neuanfang fern der Heimat bis in die Gegenwart, in der die Großmutter ins Heim muss und Alma versteht, dass sie das letzte Glied in der familiären Kette ist.
In kurzen, virtuos verdichteten Passagen entfaltet Anna Maschik einen ganzen Kosmos - die Familie als ein großer Resonanzkörper, in dem die Prägungen widerhallen über die Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von bevorzugten Geschwistern, vom Scheitern am Schlaf und an der Sprache, von der Verwandlung in ein Möbel, einen Wolf, einen Zitronenbaum. Lakonisch und voll schwebender Magie erzählt sie davon, was Vorbestimmung ist und ob man ihr entkommen kann.

Über den Autor / die Autorin

Anna Maschik, 1995 in Wien geboren, studierte Sprachkunst/Literarisches Schreiben und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien und Leipzig. Sie arbeitete als Produktionsleitung eines Theaterfestivals und unterrichtet Deutsch und Spanisch an einem Wiener Gymnasium. Sie hat Kurzprosa und Lyrik in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. »Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten« ist ihr erster Roman.

Zusatztext

»Ein Text wie verdichtete Luft. Präzise, klar und trotzdem voller Möglichkeitsräume.«

Bericht

»Wie Maschik, ohne eine Silbe zu viel, Worte für die Sprachlosigkeit in der Familie findet, und zart unausgesprochene Gefühle in magische Bilder verwandelt, ist eine Wucht.« Silvi Feist / emotion

Produktdetails

Autoren Anna Maschik
Verlag Luchterhand Literaturverlag
 
Inhalt Buch
Produktform Fester Einband
Erscheinungsdatum 04.09.2025
Thema Belletristik > Erzählende Literatur > Gegenwartsliteratur (ab 1945)
 
EAN 9783630878140
ISBN 978-3-630-87814-0
Anzahl Seiten 240
Abmessung (Verpackung) 14.3 x 22.1 x 2.5 cm
Gewicht (Verpackung) 371 g
 
Themen Familie, Österreich, selbstbehauptung, Generationen, Nordwestdeutschland, Familiengeschichte, Neuanfang, Selbstbefreiung, leichtlesen, ca. 2020 bis ca. 2029
 

Kundenrezensionen

  • Familiengeschichten zwischen Schweigen und Magie

    Am 22. Februar 2026 von Seitenmusik geschrieben.

    „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ ist der Debütroman der Wiener Autorin Anna Maschik, erschienen 2025 im Luchterhand Literaturverlag. Auf 240 Seiten entfaltet sie eine vielschichtige Familiengeschichte, die von einem kargen Bauernhof an der Nordsee bis in die Gegenwart reicht. Mit prägnanten, verdichteten Szenen zeigt sie, wie sich Traumata, Bevorzugung, Klassismus und Gewalt durch Generationen ziehen, selbst wenn man versucht, anders zu handeln.

    Meine Meinung

    Ich weiß bis heute nicht, ob ich alles wirklich verstanden habe. Teilweise war ich irritiert und unsicher, ob Maschik mit magischem Realismus arbeitet oder ob ich schlicht etwas überlesen habe. Gleichzeitig sind die Themen, die sie anspricht, unglaublich stark und relevant: Sprachlosigkeit in Familien, transgenerationale Traumata, das Schweigen über Gewalt, Bevorzugung von Kindern, Klassismus, Krieg, Depression, postnatale Überforderung, Mutterschaft, Suizid, Abtreibung, Naturverbundenheit.

    Maschik erzählt von Menschen, die unter widrigsten Bedingungen immer wieder versuchen, das Beste zu machen. Von Familienmitgliedern, die lieben, verletzen, scheitern und überleben. Von der uralten Frage: Können wir den Kreislauf der Verletzungen durchbrechen oder sind wir dazu verdammt, die Muster der Vorfahren fortzuführen?

    Die Figuren sind greifbar und doch fragmentarisch, ihre Stimmen schillern zwischen Lakonie, Brutalität und Poesie. Henrike, Hilde und die anderen Familienmitglieder tragen alle Lasten, die wir als Leser:innen nur Stück für Stück begreifen. Es gibt wunderschöne, kluge Textstellen wie: „Ich fürchte mich vor meinem Nabel, der einst meine Tür zur Welt war und mein erster Mund. Jetzt ist er eine kreisrunde Narbe in meiner Mitte, und ich denke, wenn ich einen Finger hineinstecke, bohre ich damit bis in mein Innerstes.“ (S. 95) und andere, mit denen ich wenig(er) anfangen konnte, weil ich sie nicht verstanden hab (bspw. der Junge der seit seiner Geburt bis zum 15. Lebensjahr schläft & dann einfach aufwacht als wäre nix gewesen).

    Für mich ist es ehrlicherweise ein „hatte Momente“-Buch: Stellen, die mich sehr bewegt oder verstört haben, wechseln sich ab mit Szenen, die Fragen hinterlassen, die sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen haben. Aber gerade das Schweigen, die unausgesprochenen Spannungen, die alltäglichen kleinen Grausamkeiten, das alles wirkt lebendig, fragmentarisch und doch durch die generationsübergreifende Perspektive wie ein großes, vibrierendes Ganzes.

    Fazit
    Ein Buch, das herausfordert, irritiert, fasziniert und nachhallt. Für alle, die sich auf literarische Gegenwartsprosa einlassen wollen, die Magie, Lakonie und psychologische Tiefe verbinden, und die bereit sind, sich den Brüchen einer Familiengeschichte zu stellen.

  • Eindrucksvolle Familiengeschichte

    Am 18. August 2025 von Antonia geschrieben.

    Im Zentrum dieses eindrucksvollen Romans steht Alma, die als Urenkelin versucht, die Bruchstücke ihrer Herkunft zusammenzusetzen. Anna Maschik gelingt es, zentrale Fragen nach Identität, familiärer Prägung und Vorbestimmung auf eine poetische Weise darzustellen.

    Stilistisch hebt sich der Roman deutlich von gängigen Erzählformen ab. In kurzen, lakonischen Fragmenten, Assoziationen, Listen und collageartigen Momenten entfaltet sich eine Familiengeschichte, die sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt. Diese besondere Form verleiht dem Text eine ungeheure Tiefe und eröffnet immer wieder neue Perspektiven auf die Figuren und ihre Beziehungen zueinander.

    Das Cover lässt, wie der Roman selber, viel Raum für Interpretationen und ist daher sehr passend.

    Ein außergewöhnlicher Roman, der durch seine Form, Sprache und Tiefe beeindruckt. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Literatur jenseits des Erwartbaren schätzen.

  • Ein ungewöhnliches Buch

    Am 28. Juli 2025 von Barbara Bayer geschrieben.

    Dieser Buch sticht einem sofort durch das schöne Cover und den ungewöhnlichen Titel ins Auge. So wie diese beiden nicht wirklich zueinander passen wollen, so bemüht auch die Geschichte über 4 Generationen von Frauen zahllose Bilder, die scheinbar nicht harmonisieren. Aber so wie sich der Titel gleich zu Beginn des Romans erklärt und auch die Zitrone immer wieder Teil der Geschichte wird, so fügen sich auch die kurzen Lebensfragmente insgesamt zu einer harmonischen Einheit zusammen.
    Die Urenkelin Alma erzählt vom Leben ihrer Urgroßmutter Henrike, die mit ihrem Mann Georg auf einem kargen Bauernhof an der Nordsee lebt. Tochter Hilde versucht, dem harten Alltag als Bäuerin zu entkommen, in ihr bleibt aber die Liebe zur Natur und zum Garten. Obwohl Hilde schwer unter der Lieblosigkeit ihrer Mutter leidet, zieht auch sie eines ihrer Kinder deutlich den anderen vor. Mit ihrer zuletzt geborenen Tochter Miriam, Almas Mutter, verbindet sie eher negative Gefühle, dieses Kind wollte sie nicht mehr bekommen. Überhaupt geht es viel um die Liebe zwischen Mütter und Kindern, den Männern in diesem Roman kommen eher Nebenrollen zu. Gestraft wird mit Verstummen oder harten Worten. Das Verhältnis der Familienangehörigen untereinander ist überwiegend geprägt durch Missgunst und fehlender Nähe. Die jeweiligen Töchter versuchen alle mit einer gewissen Verzweiflung, sich im Laufe ihres Lebens von der Prägung durch die Mütter zu lösen.
    An diesem Debütroman von Anna Maschik ist vieles ungewöhnlich, dennoch liest er sich schnell und trotz der Schwere des Themas sehr leicht. Ich habe ihn mit großer Neugier an einem Nachmittag hintereinander weg gelesen. Viele Dinge bleiben ungesagt, viele Lücken werden nicht gefüllt, aber trotzdem entsteht beim Lesen im Kopf eine Geschichte über 4 Generationen von Frauen, die ihren Weg gehen. Trotz der geringen Seitenzahl hat dieser Roman eine große Dichte, die mich beim Lesen immer wieder ein wenig überrascht hat. Sehr gut gefallen mir zudem am Ende des Romans die 5 Fragen an die Autorin, die einen guten Einblick in das Entstehen des Buches und in die Geschichte geben.
    Ein (halber) Stern Abzug dafür, dass ich insgesamt an mehreren Stellen gerne noch weiter in die Tiefe gegangen und mehr Details erfahren hätte.
    Hier werden durchaus alte Themen ganz neu erzählt, dass macht für mich den großen Reiz des Buches aus. Eine Empfehlung für alle, die einen in vielen Facetten ungewöhnlichen Roman zu schätzen wissen.

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