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Die vorliegende Studie befasst sich mit der Entwicklung der "Fahrenden Gesellen" innerhalb des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes (DHV). Die Organisation wurde in Anlehnung an die Wandervogelbewegung gegründet. Die "Fahrenden Gesellen" wiesen einige Besonderheiten auf. Ihre Mitglieder wurden überwiegend aus Angestellten- und Arbeiterfamilien rekrutiert, wodurch sich die Organisation von den ansonsten bürgerlichen, jugendbewegten Gruppen abgrenzte. Die Freizeitaktivitäten der Mitglieder waren in erster Linie auf das Wandern und Singen ausgerichtet, wobei praktische Erholung und Geselligkeit im Vordergrund standen. In der Weimarer Republik lässt sich ein maßgeblicher Einfluss der "Fahrenden Gesellen" auf die Lehrlingsabteilung des DHV beobachten, während sie selbst in der politischen Diskussion kaum aktiv waren. Ihre weltanschaulichen Äußerungen waren unklar und vielfach von Nationalismus geprägt. Eine klar definierte ideologische Linie sowie eine Positionierung zu bedeutenden politischen oder sozialen Themen waren nicht erkennbar.
Die Studie beleuchtet den soziodemografischen Hintergrund der Mitglieder und beinhaltet ein Verzeichnis von über 2.000 Funktionären, die in den untersuchten Quellen nachgewiesen werden können.
Über den Autor / die Autorin
Christian Köhler
Zusammenfassung
The youth movement of the German National Association of Commercial Employees’ (DHV) German, the salaried employees’ union, was known as the Wandering Journeymen (
Fahrende Gesellen
). This study examines the practices, worldview, and social backgrounds of the adolescents and young members who were active in the organization between 1909 and 1933.